Nein zu Internet-Lebensmitteln

Befragung zur Nahversorgung in der „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“

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Günter Lühning präsentierte in Otersen die Ergebnisse der ersten Befragung.

Häuslingen/Otersen - Die Problematik „Nahversorgung“ steht in den ländlichen Regionen ganz oben auf der Prioritätenliste und ist auch in der „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ ein wichtiges Thema.

Um die Anliegen der Bürger noch intensiver zu erfassen, startete die Themen-AG „Daseinsvorsorge und Nahversorgung“ eine Befragung. Die Auswertung der Antworten stellte Günter Lühning am Montagabend in Otersen und gestern Abend in Häuslingen vor.

Der Besuch interessierter Bürger in Otersen hielt sich allerdings in Grenzen, gerade zehn Einwohner aus Otersen und Umgebung wollten sich informieren. Auch das Ergebnis der Umfrage war nicht gerade umwerfend: Von den etwas mehr als 1 000 Fragebögen, die an die Haushalte in den acht Dörfern mit 2 403 Einwohnern verteilt worden waren, kamen nur 136 zurück. „Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, zeigen aber doch einen gewissen Trend“, betonte Lühning bei beiden Treffen.

Erstaunlich ist die Rückläuferquote aus dem größten Ort der Dorfregion: Aus Groß Häuslingen mit seinen 719 Einwohnern kamen magere 15 und aus Klein Häuslingen mit seinen 90 Einwohnern kamen sieben bei Lühning an. Die meisten Antworten, 33 Rückläufer, stammten aus dem 518 Einwohner starken Otersen. Aus Witttlohe, 126 Bürger, erhielt Lühning 15 Fragebögen.

Unter anderem war gefragt worden, wohin sich die Befragten beim Einkauf von Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs orientieren würden. Hier lag Rethem mit 69 Nennungen klar vor Walsrode (43) und Verden (35), erläuterte Lühning. Die Auswertung habe ergeben, dass etwa 82 Prozent der Antwortenden und tatsächlich 79 Prozent aller Einwohner in sieben von acht Dörfern nicht über Einkaufsmöglichkeit vor Ort verfügten und auch nicht über einen Vollsortimenter.

Lühning zitierte eine Studie aus dem Jahr 2012. Im Elbe-Weser-Dreieck habe es 26 Prozent unversorgte Einwohner gegeben. In der Gemeinde Kirchlinteln waren es damals 45 Prozent und in der Samtgemeinde Fintel, Kreis Rotenburg, 83 Prozent ohne Nahversorger vor Ort. Die Gemeinde Dörverden reihe sich mit 63 Prozent in die Negativliste ein.

Aufgrund der jetzt durchgeführten ersten Umfrage in der Dorfregion wurden erste Ideenskizzen erstellt, die als Grundlage einer weiteren, konkretisierenden Nahversorgungs-Befragung dienen sollen.

Da 61 Prozent der bisherigen Teilnehmer eine Bestellung von Lebensmitteln im Internet ausgeschlossen und sich mehrheitlich für einen mobilen Service ausgesprochen hätten, könnten sie nun ihr Interesse an einem Liefer-Service oder einem Fahrdienst bekunden. „Es ist zwar ein harter und steiniger Weg, aber ich bin mir sicher, dass am Ende ein vernünftiges Ergebnis erreicht wird“, sagte Lühning.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurden verschiedene Alternativen diskutiert. Unter anderem bekundete der Rethemer Ingo Lauchstädt, Leiter des dortigen Hol-Ab-Marktes, sein Interesse an einem solchen Projekt. 

- rö

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