Fördergelder für Um- und Neugestaltung von Berliner Ring und Mühlenweg

Häuslingen erhält 910 000 Euro

Ein Blick in den Berliner Ring, der zur „Straße für alle“ umgestaltet werden soll. Foto: Wrobel

Häuslingen – „Eine scheinbar unendliche Geschichte könnte nächstens zu einem glücklichen Abschluss kommen“, schreibt Häuslingens Bürgermeisterin Dr. Kathrin Wrobel in einer Pressemitteilung. Anfang April habe sie zwei Förderbescheide des ArL Verden in Empfang nehmen können, die einem Lottojackpot für die kleine Gemeinde glichen.

Aus dem EU-Förderprogramm „Vernetzte Dorfregion“ sollten rund 910 000 Euro für eine Um- und Neugestaltung der Straßen Berliner Ring und Mühlenweg in die Gemeindekasse fließen, was sowohl die Gemeinde, insbesondere aber die Anlieger erheblich finanziell entlasten werde.

Seit Anfang 2013 laufen Planungen für eine Sanierung der Straßen. Nach einem Grundsatzbeschluss des Rates wurden Untersuchungen des Straßenkörpers, des Untergrundes sowie eine Vermessung veranlasst. Die Ergebnisse wurden im Juli 2014 im Rahmen einer Anliegerversammlung vorgestellt (wir berichteten).

Als Ergebnis wurde zusammenfassend festgestellt, dass eine Reparatur dieser Straßen wirtschaftlich nicht zu vertreten ist. Eine kurzfristige Sanierung der Schadensbilder hätte kostenmäßig 20 bis 40 Prozent einer Kompletterneuerung ausgemacht und eine Haltbarkeit von drei bis fünf Jahren gehabt, bevor wieder hätte repariert werden müssen. Eine langfristige Lösung durch eine Komplettsanierung dagegen wäre auf 30 bis 40 Jahre ausgelegt, erläutert Wrobel.

Bessere Qualität des Wohnumfelds

Da es auf Seiten der Anlieger zu Bedenken wegen der Höhe der durch sie zu leistenden Ausbaubeiträge gekommen war, sagte die Bürgermeisterin zu, Möglichkeiten der Beschaffung von Fördergeldern zu ermitteln. Der Rat beschloss, das Vorhaben bis zu einer Entscheidung über solche Fördermöglichkeiten zurückzustellen.

In Betracht kam 2015 das neu aufgelegte EU-Förderprogramm „Vernetzte Dorfregion“, für das sich die Gemeinde zusammen mit den Gemeinden Böhme und Kirchlinteln als „L159-Dorfregion“ bewarb und im Oktober 2018 nach Vorlage eines Dorfentwicklungsplans aufgenommen wurde.

Darin enthalten ist die Sanierung und Umgestaltung der Straße Berliner Ring im Rahmen des Konzeptes „Straße für alle“. Angedacht ist ein barrierefreier Neubau der Straße mit Schaffung von Grünflächen und Aufenthaltsmöglichkeiten, bei dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sein sollen. Hierdurch soll auch die Qualität des Wohnumfeldes erheblich verbessert werden.

In der Folge wurde ein Sanierungsplan ausgearbeitet, der anlässlich einer Anliegerversammlung im August 2018 vorgestellt wurde. Das Konzept wurde von den Anliegern grundsätzlich begrüßt und es wurde einstimmig beschlossen, für diesen Plan einen Antrag auf Förderung zu stellen.

„Dann musste nochmal Gas gegeben werden“, berichtet Wrobel. Im Laufe des Antragsverfahrens wurde das Konzept dem Amt für regionale Landentwicklung als für die Entscheidung zuständige Behörde nochmals erläutert. Ferner hat eine Bereisung durch eine Jury stattgefunden, anlässlich derer die Bürgermeisterin das Konzept vor Ort erklärte und die Vorteile herausstellte.

Die Jury zeigte sich von Präsentation und Konzept der Straßenplanung überzeugt, sodass die Förderung bewilligt wurde. „Einziger Haken: Im Zuwendungsbescheid wurde eine Ausführungsfrist bis zum 31.Oktober 2020 angegeben, bis dahin muss die Straße fertig sein. Dies ist, selbst unter normalen Bedingungen, ein sehr enger Zeitraum. Durch die Auswirkungen der Pandemie dürfte sich eine Realisierung innerhalb der gesetzten Frist noch schwieriger gestalten.“

Der Gemeinderat wird am 20. Mai über die Realisierung entscheiden, damit das Ausschreibungsverfahren beginnen kann. Beginn der Sitzung ist um 19.30 Uhr, auf der Sportanlage. Wichtigste Tagesordnungspunkte sind die Realisierungsbeschlüsse der Sanierung von Berliner Ring und Mühlenweg. Außerdem geht es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kita-Betreuung und andere Bereiche der Gemeinde.

Die Sitzung wird unter Einhaltung des Mindestabstands stattfinden. Durch die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze kann die Anzahl der Zuhörer begrenzt werden.

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