Radtour stellt bewegte Bauten und ihre Geschichte(n) vor

Als Häuser noch ein Teil der „fahrenden Habe“ waren

Antje Oldenburg (2.v.r.) gab Einblick in die Historie der Wohlendorfer Dörpschün. Das 300 Jahre alte Gebäude stand ursprünglich bei Helberg in Bierde. J Fotos: Bätje

Rethem - Zu einer Radtour rund um Rethem hatte der Verein der Gästeführerinnen Lüneburger Heide eingeladen. „Ein Haus zieht um“ war der Leitfaden für die Tour und weiter „Bewegte Geschichte von bewegten Häusern“.

Unter der sachkundigen Führung von Antje Oldenburg aus Ahlden brach der kleine Trupp zur Mittagszeit auf. Es war sozusagen der zweite Anlauf, beim ersten Mal war die Veranstaltung wegen zu wenig Interesse abgesagt worden. Auch diesmal hielt sich die Zahl der Neugierigen in überschaubarem Rahmen. Aber es wird noch eine dritte Tour angeboten, hoffentlich findet sie den Zuspruch, der ihr eigentlich zusteht.

Über den Wohlendorfer Kirchweg und durch den Senster ging es nach Wohlendorf, wo der „Dörpschün“ ein Besuch abgestattet wurde. Zunächst referierte Antje Oldenburg ganz allgemein: Früher sei es nichts Besonderes gewesen, einfach ein Haus umzusetzen. Häuser seien ein Teil der „fahrenden Habe“ gewesen. Sogar ganze Städte wie das westfälische Lünen seien einmal umgezogen. Interessant sei es, wenn man sich damit beschäftigt, aus welchen Gründen das geschehen sei, welche Historie sich dahinter verberge, so die Gästeführerin.

Das Schafstallviertel in Hülsen gehörte ebenfalls zu den Zielen der geführten Radtour.

Aber es wurde dann auch ganz konkret: In Wohlendorf erfuhren die Zuhörer, dass die Dörpschün, die 300 Jahre alt ist, ursprünglich bei Helberg in Bierde gestanden hatte, dann nach Groß Eilstorf umgezogen sei, von wo sie 2005 Dieter Moll und sein Team nach Wohlendorf geholt hatte. Und weil das so gut geklappt hatte, bot man den Wohlendorfern an, auch gleich noch einen Schafstall danebenzusetzen.

Schafstall, das war das nächste Stichwort, und dazu musste man nach Hülsen. 34 Schafställe haben dort einmal gestanden, wusste Antje Oldenburg zu berichten. Einer hatte eine besondere Geschichte, denn er war einmal vorübergehend in der Hämelheide gelandet, wurde aber inzwischen wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgeführt und dient jetzt als „Infohaus“. 

Die übrigen Schafställe, so hofft man, könnten einmal Ausstellungsräume für antikes landwirtschaftliches Gerät oder auch Haushaltsgegenstände werden. Ein Museum, das den Kalibergbau dokumentiert, ist ebenfalls vorgesehen. Über die Hämelheide und den ehemaligen Bahndamm ging es nach Bosse, wo man eine Pause einlegte. Schlusspunkt bildeten der Alte Speicher, der Backofen sowie die Bockwindmühle im Rethemer Londypark, die ursprünglich ebenfalls ein anderes Zuhause gehabt hatten.

Eine interesante Tour mit vielfältigen Informationen. Die dritte steht noch an. Man sollte sie sich nicht entgehen lassen.

Für Sonntag, 28. August, lädt Antje Oldenburg, Telefon 05164/ 801113, ein weiteres Mal zu der rund 35 Kilometer langen Radtour „Ein Haus zieht um – Bewegende Geschichten von bewegten Häusern“ ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Burghof Rethem um 13 Uhr.

Informationen und Anmeldung bei der Tourismusregion Aller-Leine-Tal, Am Markt 1, 29690 Schwarmstedt, Telefon 05071/ 8688. Preis pro Person: 18 Euro, Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren zahlen 9 Euro.

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