Antrag der Einwohner

Grünes Netz: Rethem soll attraktiver werden

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Vernetzte Biotope sollen das Stadtbild verschönern und der Natur dienen. Das ist das Ziel der Initiatoren des Einwohnerantrags.

Rethem – „Das Ortsbild wird immer kahler.“ Rainer Berwardt ist nicht zufrieden damit, wie sich seine Stadt Rethem entwickelt. „Die Straßen wirken kalt, unpersönlich und wenig einladend. In Rethem lässt es sich wohnen, aber nicht leben“, fasst der 72-Jährige seinen Eindruck zusammen. Mit zwei Gleichgesinnten, Peter Jaspers und Arno Stege, strebt er einen Biotopverbund an, der sich mit der Aller und den Bachläufen von Alpe und Wölpe durch das Stadtbild zieht. Ein Einwohnerantrag nach dem niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz soll den Plan durchsetzen.

Vor allem das Grün, so fürchtet Rainer Berwardt verschwindet immer mehr aus dem Rethemer Stadtbild „Kurzfristig Rendite zu erwirtschaften ist offenbar das aktuelle Planungsziel, eine zukunftsorientiert freundliche, dem Ortsbild förderliche Planung ist weder politisch angestrebt noch vonseiten der Verwaltung vorgesehen“, ist der Eindruck der drei Initiatoren.

„Denen ist das Stadtbild egal“, schimpft Berwardt. Das kritische Trio setzt sich statt dessen für einen Verbund der Biotope an Alpe, Wölpe und die verbindenden Ortsrandzonen des Sensters und der alten Bahntrasse ein. Das wäre nicht nur für die Tiere, Molche, Eisvögel und andere, viel besser. Auch das Stadtbild würde ungleich attraktiver. Auch würde Rethem damit den Zielen des Landes für den Natur- und Klimaschutz entgegenkommen.

Eigentlich ist Rethem eine Idylle. Aber immer mehr Grün verschwindet aus der Stadt, sagen die Kritiker.

Mit der Politik oder Verwaltungschef Cort-Brün Voige haben sie noch nicht gesprochen, sie setzen auf den Einwohnerantrag, der immerhin einen Bürgerentscheid herbeiführen könne. Das würde eine Wahl bedeuten und deren Ergebnis wäre dann mit einem Ratsbeschluss gleichzusetzen.

Einigermaßen schwere Geschütze, zumindest aber ein nicht alltäglicher Weg, den die drei besorgten Rethemer da beschreiten. Das ist ihnen klar. Aber die Kommunalverfasssung ermögliche das.

Für ihren Plan müssen Stege, Jaspers und Berwardt jetzt 120 Rethemer finden, die sich mit ihrer Unterschrift dem Antrag anschließen. „Das sind fünf Prozent der 2400 Einwohner der Stadt“, erklärt Berwardt.

Die Alpe, hier ein Archivbild, sei abschnittweise trocken gefallen, beklagt Rainer Berwardt.

Die drei Initiatoren sorgen jetzt dafür, dass sich die Rethemer in Geschäften und öffentlichen Stellen in die Liste eintragen können. Und wenn sie genügend Unterstützer zusammen haben, geben sie die Listen nebst Antrag im Rathaus ab. Und wenn alles ausreichend geprüft ist, müsse es ein Gespräch mit den Initiatoren über ihr Anliegen geben. Direkte Folgen oder gar Beschlüsse schreibe das Gesetz aber nicht vor.

Je mehr Rethemer die Ziele von Berwardt, Stege und Jaspers unterstützen, umso wahrscheinlicher wird es, dass sogar ein Bürgerbegehren aus der Initiative wird. Dann könnte der Biotopverbund sogar über einen Bürgerentscheid die Qualität eines Ratsbeschlusses erhalten. Dann habe das auch Folgen für die Gestaltung der Bauleitplanung in Rethem. 

kle

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