Große Investion in Bauprojekt im Kernort

So soll das Gebäude möglichst bis Jahresende aussehen. Im Erdgeschoss ist Platz für einen Gewerbebetrieb, beispielsweise ein Café oder eine Apotheke. GRAFIk: planungsbüro Reinhard Ostrowski

Auf der Dachterasse sitzen, den Blick über die Stadt schweifen lassen und dabei den Duft von Kaffee und Gebäck schnuppern, der aus dem Café im Erdgeschoss kommt... Klingt verlockend und könnte zumindest für einige Rethemer Wirklichkeit werden. An der Langen Straße 11 entsteht ein schickes neues Wohn- und Geschäftshaus.

VON REIKE RACZKOWSKI

Rethem – Auf der Baustelle tut sich unübersehbar etwas. Zahlreiche Arbeiter sind in Bewegung, ein Kran ist auch in Aktion und ein paar Zaungäste haben sich eingefunden, die den Fortgang der Maßnahmen auf der „Besier-Baustelle“ mit Interesse beobachten. Nicht mehr lange, und die Arbeiten am Fundament sind abgeschlossen. Dann wird das Projekt in die Höhe wachsen.

Mira und Stephan Besier haben das Grundstück im Kernort bereits vor zwei Jahren erworben. Zu diesem Zeitpunkt war dort ein Parkplatz. Viele Rethemer erinnern sich aber bestimmt noch an frühere Zeiten, als an gleicher Stelle eine Tankstelle war. „Ganz früher gab es hier aber auch schon einmal ein Wohnhaus“, sagt Stephan Besier.

Er erklärt, wie das Gebäude am Ende konkret aussehen soll: Im Erdgeschoss wird auf 278 Quadratmetern eine Gewerbeeinheit entstehen. Besier liebäugelt mit einem Cafébetrieb. „Aber auch eine Apotheke wäre zum Beispiel denkbar.“ Sicher sei noch nichts. „Wir führen aber bereits Gespräche.“

Vier Wohnungen mit Größen von 74 bis 123 Quadratmetern sind für das erste Obergeschoss vorgesehen. Schick wird es im Dachgeschoss: Zwei Penthouse-Wohnungen mit 134 beziehungsweise 124 Quadratmetern sollen hier realisiert werden, die mit Dachterassen punkten. Für Rethemer Verhältnisse sind die Mieten eher hochpreisig: Von 550 bis 1100 Euro monatlich müssten die Bewohner bezahlen.

„Es gibt bisher nichts Vergleichbares in Rethem. Meine Schwester und ich hatten Lust, hier etwas zu entwickeln, das auch uns selbst gefallen würde“, berichtet Stephan Besier. Offenbar kommt das Projekt gut an: Obwohl noch nicht einmal der Rohbau steht, sind bereits zwei der sechs Wohnungen für Interessenten reserviert. Rund 2,05 Millionen Euro investieren die Zwillinge in dieses Projekt im Herzen von Rethem.

Bei den Vorarbeiten tauchten Probleme auf: „In einem Gutachten wurde festgestellt, dass der Boden torfhaltig ist, also nicht fest genug“, so Besier. Die Arbeiter waren außerdem auf alte Holzpfähle gestoßen. „Vielleicht ist der Grundwasserspiegel in diesem Gebiet abgesunken.“ Besier zeigt auf die Gebäude in unmittelbarer Umgebung: „Das würde auch die Setzrisse in den Häusern erklären.“ Damit so etwas beim Besier-Bau nicht geschieht, kam nur eine Lösung in Frage: Insgesamt 57 Bohrpfähle wurden viele Meter tief in den Boden eingebracht. Sie werden später mit dem Fundament verbunden und geben dem Gebäude Stabilität. „Naja, dann haben wir am Ende das wohl sicherste Gebäude Rethems“, sagt Besier mit etwas Galgenhumor. Durch diese Maßnahme seien etwa 130 000 Euro Mehrkosten entstanden. „Aber bei so einem Projekt hat man ja schon vor den ersten Baumaßnahmen so viel investiert, dass es da keinen Weg zurück gibt.“ Den Zeitplan hoffe man dennoch einzuhalten: Ende des Jahres soll alles fertig sein. Als nächstes werden die Parzellen verschlossen und die Bodenplatte gegossen. „Wenn die Formsteine kommen, werden die relativ schnell gesetzt“, sagt Besier, der sich schon auf den Tag freut, „wenn man hier dann auch mal wirklich etwas erkennen kann.“

Wenn Mira und Stephan Besier gerade keine Wohnungen vermieten, leiten sie als Geschäftsführer den Niedersachsenhof 2000, eine Wohn- und Tagesförderstätte in Bosse beziehungsweise Wohlendorf für Menschen mit Behinderungen. Die Zwillinge sind in Rethem zur Schule gegangen und fühlen sich in der Allerstadt zuhause. „Wir freuen uns jetzt schon darauf, jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an dem Gebäude vorbeizufahren.“

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