Wolfgang Welle folgt Günter Dettmer im Amt des Schiedsmannes

Gemeinsame Lösung als Ziel

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Verabschiedung und Vorstellung von Schiedsmännern: Hans-Heinrich Wussow, Wolfgang Welle, die Häuslinger Bürgermeisterin Dr. Kathrin Wrobel, Cort-Brün Voige, Maren von Frieling, Cord-Heinrich Gruß und Günter Dettmer (von links).

Rethem - Die Samtgemeinde Rethem hatte anlässlich der Verabschiedung von Günter Dettmer als Schiedsperson für den Schiedsamtsbezirk der Samtgemeinde Rethem und der Vorstellung seines Nachfolgers Wolfgang Welle sowie dessen Stellvertreters Hans-Heinrich Wussow in den Ratssaal im Burghof eingeladen. Die Feierstunde zeige den Stellenwert, den das Amt in der Samtgemeinde genieße, sagte Bürgermeister Cort-Brün Voige.

2006 habe der Häuslinger Dettmer das Amt des Stellvertreters übernommen, seit 2011 sei er offiziell Schiedsperson gewesen. Es handele sich um eine Aufgabe, die in der Öffentlichkeit nicht präsent sei. „Es wird bewusst nicht öffentlichkeitswirksam agiert“, so Voige. Ziel der Tätigkeit sei es, bei Streitigkeiten eine Lösung in konstruktiven Gesprächen zu finden und auf ein Gerichtsverfahren zu verzichten. Für die Ausübung seien Menschenkenntnis, Lebenserfahrung, Moderationsfähigkeit, Unvoreingenommenheit und Kenntnisse des Rechtssystems von Vorteil, fuhr Voige fort. Die Arbeit der Schiedspersonen sei nicht immer leicht und von Erfolg gekrönt. „Aber es gibt eine Anzahl von Fällen, wo es gelingt, eine Lösung zu finden.“

Dettmer erklärte, dass er, weil sein Vorgänger verzogen war, fast acht Jahre als Schiedsmann tätig gewesen sei. 2015 sei in dieser Zeit das erste gewesen, in dem es in der Samtgemeinde Rethem keinen einzigen Fall gegeben habe. 2014 seien es fünf Fälle mit Schlichtungsgesprächen gewesen. Dazu seien vier oder fünf Tür- und Angelfälle gekommen, die ohne offizielle Verhandlung hätten beigelegt werden können.

Er habe vor allem viel mit Nachbarschaftsrecht zu tun gehabt, berichtete der 68-Jährige. Es sei beispielsweise um Zweige gegangen, die über Zäune wachsen. Einmal habe sich auch ein Anwohner über Jugendliche beschwert, die auf einem Spielplatz zu laut gewesen seien. Miteinander hätten sie eine Lösung gefunden. Manchmal sei ein Fall in zwei Wochen erledigt, manchmal brauche es auch mehrere Anläufe.

Cord-Heinrich Gruß, stellvertretender Direktor am Amtsgericht Walsrode, sagte, dass er in der ganzen Zeit nichts gehört habe, dass man mit Dettmer irgendwie unzufrieden gewesen sei. Bis auf die vergangenen zwei Jahre sei es fast immer zum Vergleich gekommen, sagte der Richter, „eine sehr gute Quote“. Der nächste Schritt wäre oft das Gericht gewesen. In Nachbarschaftsstreitigkeiten sei ein Schiedsverfahren obligatorisch, und meistens werde dort auch eine Einigung erzielt. Die Tätigkeit der Schiedspersonen werde von den Streitenden durchaus gewürdigt. Er überreichte Dettmer eine Dankesurkunde von Dr. Rüdiger Lengtat, Präsident des Landgerichts Verden.

Voige zeigte sich erfreut, dass der bisherige Stellvertreter Dettmers, der 60-jährige Rethemer Wolfgang Welle, nun willens sei, als Schiedsmann tätig zu werden, mit Hans-Heinrich Wussow als Stellvertreter. „Ich wünsche, dass ihr möglichst viele Verfahren habt, die einen erfolgreichen Abschluss haben. Ich freue mich, dass ihr bereit seid, ehrenamtlich tätig zu werden.“

Zu seiner Motivation, das Amt zu übernehmen, sagte Welle, dass es sich bei ihnen allen um Personen handele, die sich engagierten und am Wohlergehen in der Gemeinde interessiert seien. „Es lässt sich gut in Frieden leben.“ Dazu wolle er sein Scherflein beitragen. Und auch der 66 Jahre alte Wussow aus Rethem freute sich auf seine neue Tätigkeit.

Maren von Frieling, Vorsitzende des Bundes der Schiedsleute, Bezirksgruppe Verden, erklärte, dass das Amt durchaus mit Aufwand verbunden sei. Deshalb sei es sehr erfreulich, dass sich jemand für das Amt gefunden habe.

Wer die Dienste von Wolfgang Welle in Anspruch nehmen möchte, kann sich direkt an ihn oder an die Verwaltung im Rethemer Rathaus wenden.

sal

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