Geflügelzuchtverein Rethem feiert am Sonntag 125-jähriges Jubiläum

Fasziniert vom Federvieh

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Wer erkennt sich wieder?

Rethem - Das „liebe Federvieh“ beschäftigte nicht nur Wilhelm Busch in seinen „Bubengeschichten“ von Max und Moritz. Auch auf den Geflügelzuchtverein (GZV) Rethem üben Hahn und Huhn eine große Faszination aus – und das seit nunmehr 125 Jahren. Am kommenden Sonntag, 26. Oktober, soll dieses besondere Jubiläum in Helms Hotel gebührend gefeiert werden.

Den Unterlagen nach wurde der GZV Rethem am 30. März 1889 gegründet und Louis Steffens zu seinem Vorsitzenden gewählt. Bereits im Gründungsjahr fand die erste Geflügelausstellung statt. Ein Zelt im Londypark reichte zunächst aus für den damals rund 30 Mitglieder zählenden Verein. Später zog man in die Gaststätte Lindemann.

Während des Ersten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, aber in den 20er-Jahren nahm es wieder Fahrt auf. Erster Höhepunkt: eine Kreisschau 1921 mit 242 Tieren.

Ab 1924 nannte sich der Club Geflügelzuchtverein für Rethem und Umgegend; das Amt des Vorsitzenden übernahm der Kaufmann Werner Steffens. Der Verein hatte in der damaligen Blütezeit bis zu 200 Mitglieder, und auf den Ausstellungen wurden bis zu 700 Tiere gezeigt.

Ein Großereignis war 1933 die Ausstellung der Bezirksfachschaft II Lüneburg. In den Ratskeller-Sälen zeigte der Verein in seiner 28. Schau über 400 Tiere.

Das 50-jährige Bestehen feierten die Züchter 1939 im Rahmen einer Generalversammlung, dann war erstmals Schluss. Die letzte Eintragung im Protokollbuch vor dem Zweiten Weltkrieg datiert vom 2. April 1939. Erst zehn Jahre später, am 6. März 1949, fanden sich die Mitglieder wieder zusammen. Das Amt des Vorsitzenden übernahm der Bäckermeister Friedrich Hörmann.

Einen bedeutenden Aufschwung erhielt der Verein wieder im Jahre 1963. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder als Nachfolger für Arthur Riedel nun Karl Stoye. Günter Böhmer wurde Kassierer, Vater des jetzigen Vorsitzenden Jürgen Böhmer.

Die 1. Rethemer Kleintierschau mit dem Kaninchenzuchtverein fand 1965 unter der Regie des Ausstellungsleiters Günter Böhmer im kleinen Saal des Ratskellers statt. Hier wurden 109 Tiere präsentiert. Weiterer Höhepunkt war 1969 die Kreisverbandsschau mit 528 Tieren. Bei der Schau erwirtschaftete Überschüsse erlaubten es dem GZV, wieder einen eigenen Käfigbestand aufzubauen. Denn während des Krieges waren diese verbrannt.

1977 fand die Rethemer Kleintierschau ohne den Kaninchenzuchtverein statt. 1979 fand die letzte Ausstellung im Rethemer Ratskeller statt; danach erfolgte der Umzug in die kleine Turnhalle, die die Stadt Rethem zur Verfügung stellte.

1983 starb Karl Stoye. 20 Jahre hatte er als GZV-Vorsitzender die Geschicke des Vereins gelenkt. Das Amt übernahm Jürgen Böhmer, der damit seit über 30 Jahren das Vereinsleben prägt.

1989 feierten die Mitglieder das 100-jährige Bestehen des Vereins. Aus diesem Anlass wurde erstmals eine Chronik verfasst. Auf der Jubiläumsschau waren 557 Tiere zu sehen, eine Rekordzahl.

Im Jahre 1993 entschieden sich die Mitglieder für einen weiteren Lokalwechsel. Das Dorfgemeinschaftshaus Kirchboitzen ist seitdem Schauplatz der Ausstellungen. Aktuell setzt sich der Vereinsvorstand aus erfahrenen Züchtern zusammen. Dem Vorsitzenden Jürgen Böhmer stehen als Stellvertreter und Jugendobmann Peter Pochardt sowie als Schriftführer Volkmar Rethmeyer und als Kassenwart Uwe Böhmer zur Seite.

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