Gedenkfeier in Rethem / Heute 87-jähriger Rudi Weber war bei Kämpfen dabei

Ein Dank an Captain Dixon

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Paul Weber erlebte die Aller-Kämpfe als 17-jähriger Marinesoldat.

Rethem - Rudolf Weber war am Sonntag einer der Teilnehmer der Gedenkfeier für die Opfer der „Schlacht um Rethem“. Der 87-Jährige musste einen langen Anfahrtsweg bewältigen: Er war aus der Niederlausitz angereist. Doch die Gedenkfeier für die bei den Aller-Kämpfen getöteten Soldaten war ihm wichtig.

Denn es waren seine Kameraden, die damals, vor 70 Jahren, als blutjunge Marinesoldaten bei den erbitterten Abwehrkämpfen gegen die anrückenden Briten ihr Leben verloren. Auch Rudolf Weber war erst 17, als er im April 1945 zusammen mit seinen Kameraden von der 2. Marine-Infanterie-Division den anrückenden Feind an der Aller stoppen sollte. Weber gehörte jedoch einem anderen Regiment an, sein Gefechtsstand war in Verden-Hönisch: „Ich hatte Glück, in Rethem war alles viel schlimmer.“

Tatsächlich gehörten die Kämpfe gegen die britische 53rd (Welsh) Infantry Division im Raum Rethem zu den schwersten und verlustreichsten jener letzten Kriegswochen im Norden.

Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige rief in seiner Gedenkrede unter anderem die Geschehnisse am 11. April in Erinnerung, als 23 britische Jagdbomber den Ort angriffen. Soldaten starben in jenen Tagen nicht nur im Kugelhagel oder durch Bomben oder Granaten: 13 Briten ertranken beim Versuch, die Aller mit ihrer schweren Ausrüstung zu durchqueren.

Bei der Feier am Gedenkstein im Rethemer Londypark (die VAZ berichtete) wurden in mehreren kurzen Ansprachen die Geschehnisse vor 70 Jahren in Erinnerung gerufen. Zu den Gästen zählten neben militärischen Abordnungen britischer Streitkräfte, der Bundeswehr und von Reservistenverbänden auch Vertreter der örtlichen Gemeinderäte sowie die Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper und der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel, beide CDU.

Frank Leverenz, CDU, Bürgermeister der Stadt Rethem, verwies im Rahmen der Gedenkfeier auch auf die Verdienste des britischen Captains Dixon, der Rethem damals offenbar vor der vollständigen Zerstörung bewahrt hatte. Eine Gedenktafel im Rethemer Rathaus gibt Auskunft über das Geschehen: „Am Donnerstag, dem 12.04.45 morgens früh, erhielt Captain Dixon von der 53rd Welsh Division von Colonel Lankey einen Befehl: Alle Engländer haben das Kampfgebiet zu räumen. In England waren bereits 500 Bomber gestartet, ein Teil davon mit dem Auftrag Rethem/Aller vollkommen zu zerstören.

Captain Dixon hat in eigener Verantwortung diesen Befehl verweigert und über Radio mit Mühen in allerletzter Minute erreicht, dass diese Bomber zurückbeordert wurden. Damit hat Captain Dixon unsere kleine Stadt, die schon schwer gelitten hatte, vor der völligen Zerstörung bewahrt und er hat damit vielen Rethemern das Leben gerettet. Mit dieser großen Tat hat sich Captain Dixon ein ehrendes Andenken verdient.”

fra

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