Fund in der Aller entpuppt sich als 375 Jahre alter Teil eines menschlichen Schädels

Nicht immer nur Verbrechen...

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Das Schädeldecken-Teil ist mindestens 375 Jahre alt.

Rethem - Ende August fand ein Kajak-Fahrer aus Rethem beim Anlegen kurz hinter der Einmündung der Böhme in die Aller im Flachwasser hinter einer Buhne einen Gegenstand, der ein Schildkrötenpanzer oder vielleicht der Teil eines Schädelknochens hätte sein können. Er nahm ihn auf und brachte ihn zur Polizei nach Rethem.

Nach Hinzuziehen eines „Todesermittlers“ der Polizeiinspektion Heidekreis wurde eine menschliche Herkunft als sehr wahrscheinlich bezeichnet. Eine forensische Anthropologin der Rechtsmedizin Hamburg kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Fund um einen Teil eines Schädels handelt, der von einem männlichen Erwachsenen stammt. Hinweise auf die Todesursache waren nicht erkennbar, ebenso nicht die Liegezeit in der Aller.

Deshalb schlug die forensische Anthropologin vor, eine „C14-Radiokarbon-Datierung“ bei einem Mannheimer Institut in Auftrag zu geben. Staatsanwaltschaft und Polizei haben den Auftrag zur Strafverfolgung. Deshalb war einzugrenzen, ob der zu dem Schädel gehörende Mensch in einer Zeit gelebt hatte, in der ein gewaltsamer Tod noch verfolgt werden müsste beziehungsweise ein möglicher „Mörder“ noch leben könnte.

Jetzt erreichte die Ermittler das Ergebnis der Untersuchung: Das „Leichenteil“ stammt von einem Mann, der zwischen 1483 und 1640 gelebt haben muss. Das Schicksal des Zeitgenossen von Martin Luther (geboren 1483) und warum er in der Aller zur letzten Ruhe gelangte, wird wahrscheinlich nicht gelöst werden. Die Ermittlungen gelten als abgeschlossen. Ob das „Corpus delicti“ zunächst in einem Schaukasten der Rechtsmedizin oder einem regionalen Museum liegen wird, ist ungeklärt.

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