Fünf Nutrias gesichtet 

Deichschau ergibt: Schutzanlagen sind insgesamt in einem guten Zustand

Treffpunkt am Klärwerk in Wohlendorf: Dr. Bernd Zihrul, Leiter der Fachgruppe Wasser, Boden, Abfall beim Heidekreis (links), mit Mitgliedern der Schaukommission am Leitdeich zur Rückhaltung des Aller-Hochwassers.

Rethem/Bosse – Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, machen sich Mitarbeiter der Fachgruppe Wasser, Boden, Abfall des Heidekreises gemeinsam mit Mitgliedern der acht Deichverbände auf den Weg, um sich vom ordnungsgemäßen Zustand der wasserbaulichen Schutzanlagen zu überzeugen. Dutzende Kilometer gilt es dafür abzulaufen.

Das gute Wetter am Gründonnerstag erleichterte diese Aufgabe – nur nicht für den von Birkenpollen geplagten Fachgruppenleiter Dr. Bernd Zihrul. Die Leitung der Abschlussbesprechung im Allerhof in Bosse überließ Zihrul denn auch lieber seinem Mitarbeiter Benjamin Ebert.

Nachsäen und Wildkraut vernichten

Ebert und seine Kollegen Rainer Scharringhausen, Christian Blau und Carsten Bubke in ihrer Funktion als Schauführer bescheinigten den Deichen an Aller und Leine insgesamt einen guten Zustand. Gute Nachrichten also für die Verbände, die für die Unterhaltung der Deiche zuständig sind. Die kostet schließlich Geld. Die eine oder andere Hausaufgabe diktierten die Vertreter des Landkreises den Deichverbänden dann allerdings doch ins Protokoll.

Zwar rechneten die Experten damit, das einige kahle Stellen in der Grasnarbe, vielfach Folgen des heißen Sommers 2018, sich bei normaler Witterung noch schließen werden. Mancherorts muss jedoch auch nachgesät werden. „Im Moment ist es dafür aber zu trocken“, betonte Zihrul.

Wenn Schäden festgestellt wurden, so waren es meist die gleichen in den elf Schaubezirken. So sind Wildkräuter aufgrund ihrer tiefen Wurzelbildung auf Deichen nicht gern gesehen. Anders als Gras, das dazu diene, den Oberboden festzuhalten, so Benjamin Ebert.

„Wir haben fünf Nutrias gesehen“, verkündete Rainer Scharringhausen vom Deich in Kirchwahlingen und fügte hinzu: „Am Tage wohlgemerkt.“ Die ursprünglich aus Südamerika eingewanderte Biberratte sei eigentlich in der Dämmerung aktiv.

Die Tiere bauen meterlange Gänge, unterhöhlen und gefährden damit die Deiche. Um der Plage Herr zu werden, arbeiten Deichverbände und Behörde eng mit der Jägerschaft zusammen. Nur den jeweiligen Revierinhabern sei es erlaubt, die Nutrias zu bejagen, so Carsten Bubke. In der Saison 2016/17 seien kreisweit 346 dieser Tiere zur Strecke gebracht worden, berichtete Ebert. In der vergangenen Saison seien es 358 gewesen, habe eine Anfrage bei der Jagdbehörde ergeben.

Auch Maulwürfe und Mäuse wühlen sich gerne durch die Deiche und schädigen sie auf diese Weise. Hier bedienen sich die Deichverbände der natürlichen Feinde dieser Tiere, indem sie Ansitze für Raubvögel errichten. Das funktioniere allerdings nur bedingt, räumte Ebert schmunzelnd ein.

„Ohne Sie wäre eine dauerhafte Überwachung nicht möglich. Denn Sie sind vor Ort“, würdigte Ebert abschließend die Arbeit der Deichverbände. Zur weiteren Verbesserung der Kooperation entwickelten Verbände und Landkreis gemeinsam mit der Marktplatz GmbH eine DeichApp für den Heidekreis. Ausgestattet mit umfangreichen Kartenmaterial, soll sie vor allem die Kommunikation im Falle eines Hochwassers erleichtern. „Die Elbe-Leute haben sie als erste genutzt“, berichtete Bernd Zihrul. Für den Heidekreis werde die App voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2019 zur Verfügung stehen.  kp

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