Friedrich Voß arbeitet mit Holz und verschönert Gemeinde

Ein eher zufälliger Künstler

Friedrich Voß und sein Niedersachsenhaus. Das Fachwerk-Modell steht in einem Schuppen. Der Böhmer würde sich freuen, wenn es einer größeren Öffentlichkeit zugänglich wäre. - Foto: Bätje

Böhme - Ein Bastler und Tüftler ist Friedrich Voß aus Böhme stets gewesen. „Mit Holz habe ich immer gern gearbeitet“, bekennt er. Dass er es zu solch herausragendem Können brachte, geschah aber nicht ganz freiwillig und mehr oder weniger zufällig.

Der jetzt 84-Jährige zog sich beim Beschuss des Böhmer Gutes, als dort eine Granate explodierte, eine Verletzung im Kniebereich zu. Es folgte ein langer Krankenhaus-Aufenthalt in Hoya. „Insgesamt hat es etwa sieben Jahre gedauert ehe ich mich wieder einigermaßen normal bewegen konnte“, berichtet Voß.

Dennoch, eine Behinderung blieb, die allerdings nicht so gravierend war, als dass er nicht Arbeit beim Munitionsdepot in Beetenbrück gefunden hätte. 27 Jahre war der Böhmer dort tätig, doch dann verurteilte ihn eine Lungenembolie zum Frührentnerdasein.

Aber Friedrich Voß kam wieder auf die Beine und die Frage stellte sich: Was tun mit der ungewohnten Freizeit?

Der Frührentner fing an zu basteln. Im großen Garten hinter seinem Haus in Böhme ist viel Platz zum Werkeln. Zuerst waren es einfache Dinge wie Nistkästen für Vögel, Gartenbänke und ähnliches. Später baute Voß die Böhmer Infotafel an der L 159 einschließlich der Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Die Theke im Sportlerheim hätte ohne sein Zutun den Sportverein eine Menge Geld gekostet, denn Voß, und darauf ist er stolz, erledigt seine Arbeit durchweg ehrenamtlich, verzichtet auf einen Obolus.

Zurzeit ist er dabei, die Bänke, die im Dorf aufgestellt werden, zu streichen. „Mit der Info-Ecke bin ich fertig“, stellt er fest. In Arbeit sind noch die Bänke, die in der Marsch und an der Abzweigung nach Klein Eilstorf (Litfaßsäule mit Dorfchronik) platziert werden.

Und an eben dieser Stelle soll in naher Zukunft noch ein weiteres Event stattfinden, mit dem Voß sich den ganzen Winter über beschäftigt hat, das aber noch als „top secret“ gehandelt wird. Ebenso wie die Einweihung der Litfaßsäule soll das wieder ein Ereignis werden, zu dem das gesamte Dorf eingeladen wird. Man darf gespannt sein.

Und wie soll man jemanden bezeichnen, der sich so intensiv für die Dorfgemeinschaft einsetzt Gute Seele des Dorfes?

Dabei sind längst nicht alle von ihm geschaffenen Dinge sichtbar oder zugänglich. Im Schuppen neben seiner Werkstatt fristet zum Beispiel die naturgetreue Nachbildung eines „Niedersachsenhauses“ sein betrübliches Dasein. Im Rethemer Burghof wäre es sicher viel besser aufgehoben wäre. „Irgendjemand hat schon mal angedeutet, dass diese Nachbildung eigentlich einem größeren Betrachterkreis zugänglich gemacht werden müsste“, bemerkt Voss. „Doch ich habe nie wieder davon gehört.“ Schade, der Rethemer Burghofkeller wäre sicher ein geeigneter Platz. 

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