Freiwillige Feuerwehr kritisiert kaum nachvollziehbare Vorschriften

Kampf mit der Bürokratie macht keinen Spaß

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Die Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr (v.l.): Marcel Hermanns, Timo Feldmann, Sven Helms, Ralf Wiechers und Christrian Dröscher.

Altenwahlingen - „Manchmal macht es einfach keinen Spaß mehr“, stellte Rethems Gemeindebrandmeister Georg Mahler anlässlich der Dienstversammlung in Altenwahlingen fest. „Kaum nachvollziehbare Vorschriften, bürokratischer Unsinn und Ähnliches halten uns davon ab, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich frage mich oft, wer sich denn so etwas ausdenkt. Jemand, der mit dem Löschwesen verbunden ist, sicher nicht.“

Und in dieses Horn stieß auch Kreisbrandmeister Hartmut Staschinski. Er gab ebenfalls zu verstehen, dass man sich manchmal veralbert vorkomme. „Wir erledigen unseren Job, weil er uns Spaß macht und weil wir Verantwortung übernehmen wollen, aber auch Freude daran haben. Und was besonders wichtig ist: Wir tun das freiwillig und ehrenamtlich. Doch das, womit wir zunehmend konfrontiert werden, macht keinen Spaß mehr.“ Die zahlreichen Gäste der Versammlung zollten den Äußerungen Beifall.

Die Bürgermeister, Ortsbrandmeister sowie Vertreter der Kreisfeuerwehr verfolgten interessiert den Tätigkeitsbericht von Gemeindebrandmeister Georg Mahler, begleitet von Bildern einzelner Aktionen, bei denen Wehren aus der Samtgemeinde gefordert waren. Die Gäste zeigten sich beeindruckt.

Besonders die Ausbildung Jugendlicher liegt den Verantwortlichen der Wehren am Herzen. Lars Feldmann berichtete von einer Brandschutzübung mit Grundschülern, die inzwischen fester Bestandteil des Terminkalenders sei sowie von feuerwehrtechnischen Übungen theoretischer und praktischer Art. Mahlers besonderer Dank galt allen Jugendwarten, ohne deren Engagement „wir wohl alle hier nicht stehen würden“.

Auf einen weiteren Punkt angesprochen bemerkte Samtgemeinde-Bürgermeister Cort Brün-Voige: „Die Unterhaltung unserer Wehren kostet Geld, sogar viel Geld. Doch es ist gut angelegt.“ Hier sparen zu wollen, bezeichnete er als falsches Signal. Die Brände in Rethem-Moor und Wohlendorf hätten gezeigt, wie notwendig Ausbildung und Ausstattung seien. „Wir brauchen sie auch für die kleineren Ortswehren.“

Staschinski bescheinigte den Rethemern, dass es mit der Zusammenarbeit gut klappe. Außerdem bedankte er sich bei den Gastgebern für deren Engagement in der Kreisfeuerwehrbereitschaft.

Dann kam der Teil des Abends, auf den viele gewartet hatten: Hartmut Staschinski und Kreisabschnittsleiter Richard Meyer zeichneten Kameraden aus, die schon Jahrzehnte den blauen Rock tragen: 60 Jahre dabei sind Helmut Lühning, Brandmeister aus Altenwahlingen, Alfred Wedemann, Hauptfeuerwehrmann aus Bosse und Fritz Koch, Oberfeuerwehrmann aus Bosse. 50 Jahre: Jürgen Bruns, Brandmeister aus Bierde, und Friedrich Eickhoff, Oberfeuerwehrmann aus Böhme. Cort Brün-Voige und Georg Mahler händigten zudem Urkunden aus für 25- und 40-jährigen Dienst im Feuerlöschwesen. 40 Jahre: Harald Lührs, Altenwahlingen, Willy Sprengel, Altenwahlingen, Frank Kirck, Frankenfeld und Jürgen Rüpke, Frankenfeld. 25 Jahre: Holger Kny, Häuslingen und Thomas Bösewill, Rethem.

Außerdem wurden drei verdienstvolle Kameraden verabschiedet: Klaus Poppe, 24 Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister aus Bierde, Gerd Feldmann, zwölf Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister in Rethem und Ingo Hogrefe, vier Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister in Altenwahlingen.

Befördert und in ihren neuen Ämtern bestätigt wurden die Löschmeister Sven Helms und Christian Dröscher aus Rethem, die Oberlöschmeister Marcel Hermanns, Bierde, und Ralf Wiechers, Häuslingen, sowie der Hauptlöschmeister Timo Feldmann, Böhme.

In der Rethemer Samtgemeinde gibt es derzeit sieben Wehren sowie fünf Jugendfeuerwehren und eine Kinderfeuerwehr. 163 männliche und 26 Frauen versehen regelmäßig ihren Dienst. In den Jugendabteilungen sind insgesamt 45 Nachwuchstalente untergebracht, 16 Jungen und Mädchen gehören der Kinderfeuerwehr an. 2015 gab es sechs Brandeinätze, 27 Hilfeleistungen sowie fünf Fehlalarme.

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