Fördermittel für das Egra-Projekt möglich / Gespräch mit Staatssekretärin

Zwei Millionen aus Hannover für die Toschi-Sanierung?

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Egra-Geschäftsführer Dieter Moll hatte für die Teilnehmer der ,,Zukunftskonferenz“ gute Nachrichten.

Rethem - Von Fred Raczkowski. Gute Nachrichten konnte Egra-Geschäftsführer Dieter Moll bei der Zukunftskonferenz des Arbeitskreises Stadtbild (AKS) am Wochenende im Burghof überbringen: Das Egra-Sanierungsprojekt auf dem ehemaligen Rethemer Toschi-Areal (die VAZ berichtete ausführlich) könnte auf eine Unterstützung von bis zu zwei Millionen Euro durch das niedersächsische Wirtschaftsministerium hoffen. Die Fördermöglichkeiten seien vor einigen Tagen mit Staatssekretärin Daniela Behrens (SPD) und Vertretern der niedersächsischen Förderbank (NBank) besprochen worden.

Die von den Egra-Gesellschaftern angestrebte – und zum Teil schon realisierte – Wiedernutzung des seit Jahren brachliegenden Industrie-Areals führe zu einer Verminderung der Inanspruchnahme von Flächen und damit zu einer Stärkung des ländlichen Raumes.

Dieter Moll: „Dies und der Modellcharakter unseres Projekts sind die Gründe, warum Ministerium und Förderbank zugesagt haben, uns nicht nur bei der Asbest-Entsorgung, sondern auch bei anderen Projekten zu unterstützen.“ Die Projekte müssten jedoch gegenfinanziert werden und einen übergreifenden regionalen Bezug, wie zum Beispiel die Schaffung von Arbeitsplätzen, aufweisen.

Im Einzelnen könnte es für folgende Maßnahmen Zuschüsse geben: Sanierung des Oberflächenwassersystems und der Produktionshalle samt Asbest-Entsorgung des Gummilagers sowie der Kauf und die Sanierung einer großen Lagerhalle. Auch dieses 13000 Quadratmeter große Areal könnte mit öffentlicher Unterstützung einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Und schließlich geht es auch noch um die Sanierung einer 23000 Quadratmeter großen Fläche, auf dem in früheren Zeiten Asbest entsorgt wurde. Es handele sich hier um ein im Zuge einer Liquidation ,,herrenlos“ gewordenes Gelände, so Dieter Moll. Eine Sanierung wäre mit hohem Kostenaufwand verbunden und nur als öffentlich-privates Projekt möglich. Kein Wunder, dass ein solches Gelände nicht gerade begehrt ist: Die Egra kann es zum Kaufpreis von einem Euro erwerben.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der NBank in den nächsten Tagen sollen bereits die ersten Anträge zur Förderung gestellt werden, und zwar für die Sanierung von Regenwassersystem und Produktionshalle. Moll: „Die Absicht von Ministerium und NBank, uns zu fördern, liegt im Egra-Ansatz. Dieser hat nämlich Modell- oder Pilotcharakter und kann von anderen Gemeinden kopiert werden.“ Die Verbindung zum Wirtschaftsministerium war noch von der ehemaligen SPD-Bürgermeisterkandidatin Hannelore Hunter-Roßmann hergestellt worden.

Zu den Grundüberlegungen des Egra-Ansatzes gehören die Risikoverteilung auf viele Schultern (Projektabwicklung durch einheimische Bürger und Unternehmer), ehrenamtliche Geschäftsführung, Aufräumarbeiten in Eigenhilfe, kostenreduzierte Sanierung durch Eigenhilfe der Gesellschafter und die Mitfinanzierung der Sanierung durch Teilverkäufe. Interessant findet man in Hannover offenbar auch das Egra-Förderkonzept zur Schaffung von Arbeitsplätzen: die Reduzierung der Mietpreishöhe für jeden geschaffenen Vollarbeitsplatz.

Die Schaffung von in Rethem dringend benötigten neuen Arbeitsplätzen ist schließlich auch das Hauptziel des gesamten Egra-Projektes. Mittelfristiges Ziel sind 33 bis 55 Stellen. Wie berichtet, gibt es unter anderem durch die Vermietung an einen Betrieb zur Montage von Schiffsteilen bereits erste Ergebnisse.

Die Aktivitäten der Egra seien ein Riesenaufwand für die Gesellschafter und gar nicht hoch genug zu würdigen, meinte Andreas Sinn, Koordinator des Arbeitskreises Stadtbild, am Sonnabendnachmittag auf der Veranstaltung im Burghof. Sinn: ,,Die Politik hat das ja leider jahrelang verschlafen.“

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