Teile von Niels Marquardts „Timebreakers II“ entstehen in Rethem

Filmproduktion an der Bockwindmühle: „Ruhe, wir drehen!“

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Eine Führung durch die Bockwindmühle bildet den Rahmen für die Dreharbeiten in Rethem.

Rethem - Es ist ein mühsames Geschäft, das Filmen. Vor allem, wenn man wie Niels Marquardt kein Budget hat. Der Bomlitzer Drehbuchautor, Produzent, Regisseur, Kameramann und Cutter in Personalunion arbeitet zurzeit an seinem dritten Kinofilm. Die Dreharbeiten führten ihn und sein – ehrenamtliches – Team am Mittwochnachmittag nach Rethem.

Vor zwei Jahren brachte Marquardt „Timebreakers – Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Heidekristall“ auf die Leinwand. Jetzt entsteht die Fortsetzung der spannenden Geschichte um ein paar Kinder, die im zweiten Teil sogar durch die Zeit reisen können. 2018 soll er Premiere feiern.

Wer im Heidekreis historische Kulissen sucht, kommt an der Rethemer Bockwindmühle nicht vorbei. Das weiß auch Niels Marquardt. Die Idee im Kopf, seine Darsteller in dem altehrwürdigen Gebäude wieder in der Gegenwart ankommen zu lassen, fand der Filmemacher im Forum Rethem die nötige Hilfe zur Umsetzung. Nicht nur, dass Margret Dannemann-Jarchow für alle Mitwirkenden ein Buffet organisiert hatte. Den für eine Anschlussszene notwendigen Trecker hatte sie vom Alpaka-Hof in Kirchwahlingen besorgt. Und die Forum-Mitglieder Reinhold Drinkmann und August Jahns fanden sich gar als Akteure vor der Kamera wieder.

Auch Bürgermeister Cort-Brün Voige war vom Rathaus zur Mühle gehuscht, um einen Blick auf die Dreharbeiten zu werfen. Wie alle Beteiligten musste er feststellen: Es bedarf einer gehörigen Portion Geduld, einen Film zu machen.

Bis das Licht stimmt, alle richtig stehen, Text und Betonungen sitzen und keiner mehr im Bild ist, der dort nicht hingehört, vergeht Zeit. Wenn man dazu noch mit angehenden Teenagern arbeitet, ist Langmut gefragt.

Ein quirliges Quintett am Set

Larissa (10), Lilli (10), Melissa (7), Elisabeth Mathilde (11) und Leni (7), die an diesem Nachmittag drehen, sind ein quirliges Quintett, ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein. Mit Ausnahme von Melissa waren die Mädchen schon im ersten Teil zu sehen, sind somit alte Hasen und zeigen das auch. Doch Niels Marquardt bleibt entspannt und räumt den Mädels eine gewisse Mitsprache ein.

Schließlich übernimmt er wieder das Kommando. Jetzt heißt es „Ruhe, wir drehen!“ Die erste Szene ist schon nach dem dritten Versuch im Kasten. Doch es soll noch eine gute Stunde vergehen, ehe das für alle Einstellungen gilt. Bis sich alle endlich über Hotdogs und Butterkuchen hermachen können, sind so locker noch mal 60 Minuten rum. Zumal dem Regisseur einfällt, noch schnell eine Szene auf dem Alpaka-Hof zu drehen.

Der Stimmung am Set tut das keinen Abbruch. Es sei eben „eine geile Clique“, sagt der Mann für den guten Ton, Pit Regener, über die Akteure. Wie alle anderen, Darsteller und Crew, ist er ehrenamtlich dabei. Geld gibt's für niemanden. Im Gegenteil.

Er lege eher drauf, sagt Niels Marquardt. Hier 1500 Euro für die Freiwillige Selbstkontrolle, da 700 Euro, damit die „Kinderarbeit“ überhaupt genehmigt wird: Da läppert sich einiges zusammen. So ist Marquardt froh über jede Unterstützung. „Ohne die ganze Hilfe könnte ich das alles nicht machen.“ 

kp

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