Erste Damenmannschaft aus Rodewald macht in Lichtenhorst Spezialtraining

Das Pferd als Tennistrainer

+
Carina Meyer, Lilly und Lucy Rieck sowie Lea Marie Lühring (v.l.), hier mit Pony Max, nahmen an dem Coaching am Pferd teil.

Lichtenhorst - Nur Nuancen entscheiden beim Tennis, wohin der Ball gespielt wird. Eine Schlägerhaltung wird um einige Grad verändert, der Ball zu hart getroffen und schon ist er im Aus. Was war der Auslöser? Die Körpersprache des Gegners? Der Zweifel am eigenen Können? Die Nervosität kurz vor dem Punkt oder Satzverlust? Wie eingespielt ist das Doppel?

Mit diesen Fragen kamen Trainer Ulrich Knigge und seine erste Damenmannschaft vom Tennisverein Rodewald zu Sandra Markworth von der Reitschule Lichtenhorst. Für die jungen Teilnehmerinnen im Alter von 14 bis 19 Jahren stand allerdings kein Reitunterricht an. Es ging vielmehr um ein Coaching am Pferd.

Ein solches Training bietet Sandra Markworth bereits seit 2013 an. Mehr als 200 Menschen als allen Berufssparten setzen sich beim engen Umgang mit dem Pferd mit der eigenen Körpersprache auseinander. Denn die, so Sandra Markworth, werde von den Tieren direkt gespiegelt.

Über die eigenen, Tennis spielenden Kinder entstand der Kontakt zu Ulrich Knigge und die Idee, einmal auszuprobieren, „wie man das Coaching mit Pferden für einen mental gesteuerten Sport wie Tennis nutzen kann“, erklärt die Fachfrau.

Die Tennisspielerinnen fanden die eigene Haltung, Schrittlänge, Tempo und teilweise sogar das Abrollen beim Gehen beim Pferd wieder. „Pferde reden über die Körpersprache“, sagt die erfahrene Reitlehrerin. So genüge innerhalb einer Herde oft ein Blick des ranghöheren Tieres, um ein rangniederes ausweichen zu lassen. Übertragen auf das Coaching bedeutete dies: An verschiedenen Hindernissen konnten die Spielerinnen testen, ob ihre Körpersprache das Pferd zum Platzmachen veranlasst.

Vorab hatten die Mädchen ihre bisherige Turniervorbereitung beschrieben. Dabei ging es um die eigene Vision, um Ziele und wie diese überprüft werden. Die Tennisspielerinnen erstellten Stärkeprofile. Außerdem ging es um die Unterstützung durch Familie, Trainer und die Trainingsbedingungen. Auch der Wettkampftag wurde durchleuchtet. Gibt es zum Beispiel einen Song, der auf das Match einstimmt? Was tun die Spielerinnen zur Entspannung?

Nach dieser Vorarbeit ging es an das eigentliche Coaching und die Selbstreflexion. Lässt man sich herumschubsen oder weicht man ständig aus? Wenn ja, ist das gewollt oder der Zeitpunkt erreicht, an dem etwas verändern werden soll? Merkt man, wenn jemand den eigenen Raum einnimmt?

Anschließend versuchten die Teilnehmerinnen, eine Beziehung zum Tennisspiel herzustellen. Bei einer Übung zur Teambildung gingen Doppelpartnerinnen hintereinander an der Seite des Pferdes – auf jeder Seite zwei Spielerinnen. Das Pferd sollte mittels Körpersprache und lautloser Kommunikation durch einen Parcours geführt werden. Und siehe da: Sogar in den Trab ließ sich Pony Max auf diese Weise bewegen.

Blindes Verständnis und Kommunikation sind beim Doppel das A und O. So bekamen die Mädchen bei der nächsten Übung je einen Führstrick in die Hand. Ziel war das gemeinsame Absolvieren des Parcours‘. Für wen entscheidet sich das Pferd? Wie ist die Abstimmung zwischen beiden Spielerinnen? Auch für Trainer Ulrich Knigge gab es hier viele Erkenntnisse.

Sandra Markworth möchte auch Wettkampfteilnehmer im Reitsport den nächsten Wettkampf erleichtern, sie mental stärken und ihre Nervosität mindern. Am Donnerstag, 4. Februar, 3. März und 7. April, gibt es daher ein Turniercoaching, getrennt nach Altersgruppen. Es handelt sich um aufeinander aufbauende Termine. Informationen dazu gibt es unter Telefon 05165/291547, www.reitschule-lichtenhorst.de, www.markworth-coaching.de oder E-Mail info@markworth-coaching. de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

„Lenna” im Kurpark

„Lenna” im Kurpark

Meistgelesene Artikel

Einbrecher mit gestohlenem Auto in Unfall verwickelt

Einbrecher mit gestohlenem Auto in Unfall verwickelt

Neue Rettungsleitstellen-Technik im Einsatz

Neue Rettungsleitstellen-Technik im Einsatz

Fußboden aus Flusskieseln und Mehlkammer

Fußboden aus Flusskieseln und Mehlkammer

Lischke: „Wir müssen einfach in anderen Formaten denken“

Lischke: „Wir müssen einfach in anderen Formaten denken“

Kommentare