Besucher des EU-Projekts Leco im Rethemer Burghof

Erfahrungen der Energieregion

Die Teilnehmer der internationalen Studienfahrt kamen aus Norwegen, Finnland, Irland und Schweden nach Rethem in den Burghof. Fotos: Leeske

Rethem – Die Anfänge für eine Projektgruppe Erneuerbare Energie im Aller-Leine-Tal gab es 1996. Seitdem konnten die Mitwirkenden einen riesigen Schatz an Erfahrungen sammeln, der nun in der Klimaschutzdebatte sehr interessant geworden ist. Das EU-Projekt Leco (Local Energy Communities), zu Deutsch lokale Energiegemeinschaften, wollte dieses Wissen im Rahmen einer Studienfahrt weitergeben. Teilnehmer aus Finland, Schweden, Norwegen und Irland besuchten mehrere Stationen im Heidekreis.

Erster Halt war der Burghof in Rethem, wo Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige auf Englisch einen Überblick über Projekte in seiner Samtgemeinde gab. Erneuerbare Energien erläuterte Voige anhand der ersten Windenergieprojekte mit den Bürgerwindrädern ab 2001. Auch die rund 30 Projekte zur Solarenergie erklärte er den interessierten Zuhörern. Weiter stellte er die Öffentlichkeitsarbeit vor, darunter die Rad-Themenroute mit 44 Energie-Stationen für Touristen. Auf großes Interesse stieß das Klimaschutz-Konzept für 114 öffentliche Gebäude und die Beschäftigung eines Klimaschutzmanagers im Aller-Leine-Tal.

Das Repowering der ausgedienten ersten Windenergieanlagen war für die internationalen Teilnehmer, deren Kommunen häufig erst am Anfang dieser Entwicklung stehen, ein sehr wichtiger Punkt, um selber planen zu können. Bis zu den neuen e-Carsharing-Projekten stellte Voige die Vorhaben der zwischenzeitig ins Leben gerufenen Projektgruppe Erneuerbare Energien (EwALT) vor.

Der Samtgemeindebürgermeister unterstrich zudem den starken Zusammenhang zwischen der Energiewende und der regionalen Wertschöpfung durch Pilotprojekte. Deswegen wollten die internationalen kommunalen Entscheidungsträger unter anderem alles über die Biogasanlagen und ihre Probleme wissen. Ulrich Müller von der Agentur für Erneuerbare Energien aus Berlin gab einen detaillierten Überblick.

Voige ging auf die Bioenergie als Wirtschaftsfaktor im Aller-Leine-Tal ein und beeindruckte mit den Zahlen. In den vergangenen 15 Jahren seien rund 359 Millionen Euro in erneuerbare Energien im Aller-Leine-Tal investiert worden. „Die Energiewende bietet ein hohes Potenzial, die Wirtschaft im ländlichen Raum zu stärken“, lautete Voiges Fazit.

Hodenhagens Bürgermeister Karl-Gerhard Tamke informierte über das kostenintensive Projekt der Geothermie für die Kita in Hodenhagen. „Wir wollten ein Objekt schaffen, das autark von fossilen Brennstoffen sein sollte“, erinnerte er sich. Die geplante Wärmeversorgungszentrale für 120 Grundstücke sei seinerzeit nur wegen des fehlenden Investors für den laufenden Betrieb gescheitert. Dies nahmen die Besucher mit Erstaunen auf. Eine weitere Anregung war die Überlegung, ein Dächerkataster für künftige Photovoltaikanlagen zu erstellen.

Anschließend starteten die Gäste zur Rundreise durch den Heidekreis zu Standorten mit erneuerbaren Energien in Gilten, Norddrebber, Schwarmstedt und der Kita in Hodenhagen.  lee

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