Das DRK in Rethem liefert „Essen auf Rädern“ aus / Neue Kunden gesucht

„Entscheidung nie bereut“

Günther Schlumbohm ist mit dem „Essen auf Rädern“ sehr zufrieden. - Foto: Elling

Rethem - Schon aus der Ferne sieht Berthold Kristen seinen Kunden. Günther Schlumbohm sitzt in der Sonne auf einer Bank vor dem Haus und winkt dem vertrauten Auto zu. Kristen ist Fahrer für Essen auf Rädern des DRK-Ortsvereins Rethem. Jeden Tag, außer an den Wochenenden, macht er seine Runde.

An diesem Tag hat er elf Stationen anzufahren. Die Senioren wohnen in Hedern, Frankenfeld, Bosse, Altenwahlingen, Böhme, Bierde, Groß Häuslingen, Stöcken, Wohlendorf und Rethem. An zwei Tagen ist er sogar nur mit vier Portionen unterwegs. „Es dürften gerne deutlich mehr sein“, sagt Kristen.

Er ist seit gut fünf Jahren für das DRK Rethem im Einsatz. Davor waren seine Mutter, sein Vater und auch seine Frau für Essen auf Rädern tätig. „Insgesamt vielleicht 30 Jahre“, vermutet Kristen. Er habe als Rentner Zeit. „Außerdem gibt es nicht viele, die es sonst machen.“ Kristens schätzt den Kontakt zu den älteren Leuten.

Der Fahrer weiß, dass das Essen nicht so schmeckt, als wenn es selber gekocht wird – vor allem die Kartoffeln. Aber der Service stelle eine große Erleichterung für die Kunden dar. Die Mahlzeiten werden täglich frisch von einem Unternehmen in Steyerberg zubereitet und vormittags in Rethem angeliefert. Anschließend macht sich Kristen auf den Weg und verteilt Styroporbehälter, in denen sich Metallschalen befinden. Bis zum Mittag bleiben die Gerichte so warm.

Schlumbohm in Bierde ist Stammkunde beim Rethemer DRK. Ihm sei „Essen auf Rädern“ empfohlen worden, sagt er und ist zufrieden. „Ich kann mich nicht beschweren. Es schmeckt gut, ich werde gut bedient.“ Für den Preis könne er nicht für sich kochen. „Die Entscheidung für das Essen habe ich nicht bereut.“ Natürlich seien die Gerichte nicht wie selbst gekocht. „Aber der Geschmack ist super.“

Im Voraus wählt der Bierder die Gerichte für zwei Wochen aus. Jeden Tag stehen neun Möglichkeiten zur Auswahl, darunter Schonkost, vegetarisches Essen und kalte Speisen. Nur Fisch und Eier möge er nicht, aber die ließen sich vermeiden. Am Wochenende versorge er sich selber, sagt der Senior. Da bereite er sich mal eine Dosensuppe oder auch Kartoffeln mit Rotkohl zu. Und die Nachbarin sei immer für ihn da, lobt er.

Margarete Otterstätter, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Rethem, bedauert, dass zum Teil viele Kilometer für so wenige Portionen gefahren werden müssen. „Die Älteren werden weniger“, sagt sie. Einige zögen in Altenpflegeeinrichtungen, andere stürben. Immer weniger neue Kunden kämen nach. Über Gründe könne sie nur spekulieren. So gebe es zum Beispiel andere Angebote, zum Beispiel liefere das Dörverdener Altenheim ebenfalls Essen aus. Und der Schlachter in Rethem biete warmen Mittagstisch an.

Die lange Fahrstrecke hätten sie immer schon gehabt. Doch früher seien 40 Essen verteilt worden, mittlerweile seien es maximal 15 am Tag. Es wäre schön, wenn sie neue Kunden dazugewinnen könnten, sagt Otterstätter. Sonst lohne sich das Ganze irgendwann nicht mehr. Das DRK dürfe keinen Gewinn machen, aber draufzahlen wolle der Verein auch nicht.

Interessierte können sich bei Berthold Kristen, Telefon 05165/1572 oder 0173/ 5868751, weitere Informationen geben lassen. - sal

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