Enkel Stefan Zasowski nimmt es entgegen / VAZ-Serie „Flucht an die Aller“

Ehrenplatz für das Tagebuch der Paula Ritter

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August Jahns (links) übergibt das Tagebuch der Paula Ritter an Enkel Stefan Zasowski in Hülsen.

Rethem/Hülsen - Zu der vor einigen Wochen veröffentlichten VAZ-Serie „Vor 70 Jahren: Flucht an die Aller“ hat es interessante Hinweise aus der Leserschaft gegeben. Einer führte direkt nach Hülsen: Stefan Zasowski, ein Enkel von Paula Ritter, erhielt jetzt das kleine braune Tagebuch seiner Großmutter aus der Hand von August Jahns. Das Buch soll nun einen Ehrenplatz in der Familie erhalten.

August Jahns, Hobby-Historiker aus Rethem, hatte das Tagebuch der Paula Ritter fast 25 Jahre aufbewahrt (die VAZ berichtete ausführlich). In dem Buch hatte die Frau aus dem Kreis Labiau in Ostpreußen akribisch die Ereignisse ihrer dramatischen Flucht mit acht Kindern vom 21. Januar bis zum 21. März 1945 geschildert. Das neunte Kind hatte sie auf der Flucht geboren. Es war kurz nach der Ankunft in Hülsen gestorben. Auch der Alltag in den ersten Monaten nach dem Krieg im Allertal wurde in ihrem Tagebuch geschildert.

Viele Leser waren dem Aufruf der Redaktion nach Hinweisen gefolgt. August Jahns: ,,Einige Rethemer konnten sich nach der Lektüre des Artikels noch gut an Paula Ritter erinnern.“ Auch Enkel Stefan Zasowski weiß noch einiges aus der Zeit mit seiner Oma in Hülsen zu berichten. Andere Familienangehörige leben heute in den USA, Kanada und Polen. Doch das Schicksal des Ehemanns und dreier Kinder von Paula Ritter ist bis heute ungeklärt.

Vielleicht könnte eine Veröffentlichung im Heimatbrief des Kreises Labiau noch Hinweise zum Verbleib der restlichen Familienmitglieder bringen. Die Kreisgemeinschaft Labiau in der Landsmannschaft Ostpreußen will die Geschichte von Paula Ritter in ihrem Mitteilungsblatt ,,Von Tohus“ abdrucken, wie Kreisvertreterin Brigitte Stramm der VAZ sagte: ,,Vielleicht findet sich unter unseren Mitgliedern noch jemand, der etwas zur Aufklärung der Umstände dieser Flucht beitragen kann.“

Das Tagebuch findet nun seinen Platz in der Familie. Hätte sich kein Angehöriger gefunden, wäre auch die Kreisgemeinschaft Labiau daran interessiert gewesen. Brigitte Stramm: ,,Wir hätten ihm dann einen Ehrenplatz in unserem Museum Torhaus Otterndorf gegeben.“ Dort gibt es unter anderem Gegenstände des täglichen Lebens zu sehen, die Labiauer damals in ihrem Fluchtgepäck dabei hatten. Dazu soll nun auch eine Abschrift des Tagebuchs von Paula Ritter mit der Artikelfolge in der VAZ gehören.

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