Ehrenamtliche für Bedürftige

„Weniger und mehr – hol ab oder bring her“ feiert zehnjähriges Bestehen

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Mitarbeiter und ehemalige Helfer von „Weniger und mehr“, mit Vertretern der Kirchengemeinde und der Walsroder Tafel. 

Rethem - Lebensmittel, aber auch soziale Kontakte sind der Grund, warum jede Woche 30 bis 40 Männer und Frauen zu „Weniger und mehr – hol ab oder bring her“ in der Alten Schule in Rethem kommen. Am Donnerstag feierte die Einrichtung in Trägerschaft der Kirchengemeinde ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür.

Einmal in der Woche, jeden Freitag, zwischen 17 und 18 Uhr, können sich nachweislich Bedürftige mit Obst, Gemüse, Brot und anderen Nahrungsmitteln versorgen. Außerdem gibt es Kaffee und Kuchen oder Kekse.

Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter teilten die Dienste untereinander auf. Sieben Helfer seien jeden Freitag bei der Vorbereitung und der Essensausgabe im Einsatz, sagte Antje Suhr von „Weniger und mehr“. Die Lebensmittel erhielten sie von der Walsroder Tafel.

Es seien Alleinerziehende, Rentner, Hartz-IV-Empfänger oder Familien, bei denen das Einkommen einfach nicht reiche, die zu ihnen kämen, sagte Suhr. Insgesamt versorgten sie derzeit 80 bis 100 Personen, darunter zehn Kinder. Den Menschen sei es sehr unangenehm zu kommen. „Bei den ersten ein, zwei Malen ist es ganz schlimm“, weiß Antje Suhr. Nach einer Weile würden sie offener.

Päckchenaktion besonders erfolgreich

Antje Suhr ist fast seit Anfang an dabei. „Weniger und mehr“ habe im Juli 2006 im Woltherschen Haus angefangen und sie im September. Gründungsmitglieder seien Bodo Heusohn, Lisa Ulfig, Maike Becker-Petzold und die inzwischen verstorbene Erika Kopmann gewesen.

„Es macht mir soviel Spaß – ich mache das auch noch in zehn Jahren“, erzählte Antje Suhr mit einem Lächeln. Sie mag vor allem die familiäre Atmosphäre, auch mit den Kunden. „Das ist für viele ganz wichtig.“ Sie kämen auch, um miteinander zu reden. „Es ist schön, wenn sie mit leuchtenden Augen wieder rausgehen.“

Besonders erfolgreich sei die vorweihnachtliche Päckchenaktion mit der Bevölkerung, die ihre Mutter Karin Ueltzen ins Leben gerufen habe.

Gerda Meyer dankte den Ehrenamtlichen im Namen des Kirchenvorstands für ihr Engagement. „Wir sind froh, dass wir dieses Projekt in der Gemeinde haben.“ Die Helfer opferten jeden Freitag ihre Freizeit. Sie betonte die Harmonie im Team und bedankte sich schließlich bei der Walsroder Tafel, ohne die das Projekt längst nicht so gut laufen würde. „Ich wünsche Ihnen weiter viel Kraft und Freude.“

Ein wunderbarer Anlaufpunkt

Pastor Diedrich Petzold sprach von einem zwiespältigen Geburtstag. Immerhin sei „Weniger und mehr“ auch ein Zeichen dafür, dass in der Gesellschaft nicht alles stimme. „Viele Menschen sind auf Unterstützung angewiesen.“ Er bezeichnete die Entwicklung bei den Renten als besorgniserregend. Er und Gerda Meyer überreichten schließlich allen Mitarbeiterinnen zum Dank eine Rose.

Rosl Schäfer überbrachte Grüße vom Diakonischen Werk. „Weniger und mehr“ sei ein wunderbarer Anlaufpunkt. „Mich hat bei meinem letzten Besuch hier die Stimmung beeindruckt.“ Hier gehe es nicht nur um die Verteilung von Lebensmitteln, sondern auch um Lebenshilfe, betonte sie. Die Diakoniepastorin wünschte den Helfern weiterhin ein großes Herz und Gottes Segen.

Bei Bratwurst, Kaffee und Kuchen und Gesprächen klang der Tag aus. 

sal

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