Familie Scheppelmann aus Rethem wird mit einer „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet

Energiewende in den eigenen vier Wänden

Feld und Natur, so weit das Auge reicht: Vom Wohnzimmer aus hat Familie Scheppelmann einen tollen Ausblick auf die Wölpe, den Deich sowie das daran grenzende Überschwemmungsgebiet.
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Feld und Natur, so weit das Auge reicht: Vom Wohnzimmer aus hat Familie Scheppelmann einen tollen Ausblick auf die Wölpe, den Deich sowie das daran grenzende Überschwemmungsgebiet.

Rethem – Bereits aus der Ferne sticht das Haus von Familie Scheppelmann hervor. Rote Klinker, auf denen ein rotes Dach thront, runde Fensterbögen und – ja gleich zwei Hausnummernschilder? Tatsächlich: Neben einer schwarz-weißen Plakette hängt direkt eine zweite, zwar mit derselben Nummer, aber in Grün.

Der Blick aufs Kleingedruckte verrät, dass es sich wortwörtlich um die „Grüne Hausnummer“ handelt, eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Wieso die vierköpfige Familie diese verliehen bekam und welchen Preis sie damit gewonnen hat, berichtet sie im Gespräch.

„Im Grunde kam alles zur richtigen Zeit zusammen“, so Torben Scheppelmann. Neben ihm auf dem Sofa sitzt seine Frau Kathrin, ihre beiden Kinder, Thea und Torben, spielen auf dem Teppich. „Kurz nachdem wir im Jahr 2017 geheiratet haben, hat die Stadt Rethem endlich nach langem Zögern ein Neubaugebiet ausgeschrieben“, schildert der 39-Jährige weiter. Diese Chance nutzte das Paar und erfüllte sich den Traum vom Eigenheim in ruhiger Lage, direkt neben Deich und Feld, an der Wölpe 46. „Wir haben neu gebaut“, ergänzt die 37-jährige. Es sollte ein Haus im klassischen Stil werden, „eines, das uns beide an unsere Heimat erinnert“, so Kathrin Scheppelmann. Nun kommt das Paar nicht aus derselben Gegend, Torben wuchs in einem umgebauten Bauernhaus in Wohlendorf auf, während seine Frau gebürtig aus Ostfriesland kommt. Doch ihre Vorstellungen waren dennoch ähnlich. „Es sollte definitiv verklinkert sein und rot, im Design an ein Landhaus angelehnt“, beschreibt Kathrin Scheppelmann ihre Überlegung.

In einem weiteren Aspekt war sich das Paar ebenfalls einig: „Heutzutage macht es im Grunde keinen Sinn, ein Haus über einem Wert von KfW 55 zu bauen“, so Thorben Scheppelmann. Darum entschieden sie sich, ihre eigenen vier Wände möglichst energieeffizient und mit einem möglichst geringen Wärmebedarf zu realisieren. „Für unsere Heizung haben wir eine Wärmepumpe im Garten und sind somit nicht auf Erdgas oder Öl angewiesen“, erklärt er weiter. Außerdem sei das zweistöckige Haus so gut isoliert, dass kaum Wärme nach draußen entweichen könne.

Dafür wurde die Familie von der Energieagentur des Heidekreises dieses Jahr im Oktober zusammen mit 24 weiteren Haushalten mit einer „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet. Die soll auf die wichtige Bedeutung von Wohngebäuden in der Energiewende aufmerksam machen. Außerdem werden zwischen den Teilnehmern drei Preise ausgelost: zwei Präsentkörbe und einmal 500 Euro. „Wir hatten Glück bei der Ziehung und haben den Hauptpreis gewonnen“, freut sich das Paar einstimmig.

Neben den bereits jetzt umgesetzten energiesparenden Maßnahmen haben die Scheppelmanns noch weitere Pläne: „Wir könnten relativ einfach eine Solaranlage auf der Südseite des Daches installieren und unseren eigenen Strom erzeugen. Die Leerrohre dafür liegen schon. Aber wir wollen noch warten, bis es bessere Speichermedien gibt“, so der 39-Jährige. „Vielleicht kaufen wir uns auch Elektroautos, aber erst, wenn die Solaranlage steht.“

„Erstmal sind wir mehr als zufrieden mit dem, wie es jetzt ist“, sagt Torben Scheppelmann abschließend. „Bis auf im Garten. Da gehören noch ein paar Büsche und Bäume hin, vielleicht auch eine Sandkiste – für die Kinder“, ergänzt Kathrin Scheppelmann noch schnell.

Von Lisa Hustedt

Glückliche Gewinner (v.l.): Die zweieinhalbjährige Tochter Thea ist auf Papa Torbens Arm, während seine Frau Kathrin den sieben Monate alten Junior der Familie, Torben Scheppelmann, hält.

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