Ende November stellen sich 34 offizielle Institutionen in den Berufsbildenden Schulen vor

Ein uraltes Thema immer aktuell

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Schüler erfahren, an wen sie sich im Problemfall wenden können.

Walsrode - „Alle Jahre wieder...“, schmunzelt Dorothea Schwegler. Sie ist Sozialarbeiterin an der Berufsbildenden Schule in Walsrode und spricht mit diesem Satz keineswegs das bevorstehende Weihnachtsfest an. Immer am letzten Novemberfreitag ist sie für die Organisation und Durchführung der Infoveranstaltung „An wen kann ich mich wenden“ im Forum der Schule verantwortlich. 34 offizielle Institutionen des Heidekreises sowie sieben Selbsthilfegruppen konnte die engagierte Sozialarbeiterin gewinnen, die ihre Arbeit präsentierten.

Neben der Gruppe Freundeskreis Angels, die sich als Ansprechpartner für Suchtkranke jeder Art der Abhängigkeit versteht, offerieren zwei Mitarbeiterinnen der Selbsthilfegruppe Al-Anon zu ersten Mal in diesem Kreis ihr Angebot. „Wir kümmern uns ausschließlich um Angehörige und Freunde von Alkoholkranken“, erklärt Ulla Zastrow. Suchtkranke selbst sollten sich bei Beratungsbedarf unbedingt an die Anonymen Alkoholiker wenden, die auch bei der Veranstaltung vertreten waren.

Immer wieder angesprochen werden Birgit Querfurth und Frank Tödter von „Wendepunkt-Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt“. Nicht nur Schülerinnen aus den pädagogischen Fächern interessieren sich für die Aufgaben der Berater. „Wir werden auch auf Probleme persönlicher Art angesprochen“, so Tödter. Gegensätzlich zur landläufigen Meinung weiß er, dass es nicht nur Mädchen sind, die unter sexuellem Missbrauch leiden. 40 Prozent der Ratsuchenden seien männlichen Geschlechts. „Während Mädchen oft im familiären Umfeld die Leidenden sind, geschieht sexueller Missbrauch gegenüber Jungen in der Regel außerhalb der Familien“, so Tödters Erfahrungen.

„Sexualität ist ein uraltes Thema und es hört nie auf“, unterstreicht Marlene Fischer von Pro Familia die Notwendigkeit der Sexualaufklärung. Die meiste Zeit sind sie und ihre Kollegin in Gespräche mit jungen Leuten vertieft. Empfängnisverhütung und die Angst vor HIV seien dabei zentrale Themen.

„Das Durchschnittsalter der sexuellen Erstkontakte liegt deutlich höher, als dies in der Öffentlichkeit angenommen wird“, so ihre Recherche aus statistischen Erhebungen. „Möglicherweise haben sie durch die erhöhten schulischen Anforderungen keine Zeit mehr dazu“, so ihre nicht ganz ernst gemeinte Begründung.

Dorothea Schwegler will die Zielsetzung der Veranstaltung auf drei Säulen stehen sehen. Natürlich sollten in erster Linie die Schülerinnen und Schüler angesprochen werden. Aber auch für viele Pädagogen sei es wichtig, über Hilfsangebote in der Region informiert zu sein. Schließlich sei auch die Netzwerkarbeit wichtig. „Viele Mitarbeiter freuen sich auf das Wiedersehen“, weiß die Sozialarbeiterin.

jh

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