Abwechslungsreicher Job

Rethem: Björn Symank freut sich über gelungenen Einstieg als Samtgemeindebürgermeister

Zwei Männer an einem Schreibtisch, vor ihnen einen Skizze.
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Arbeitet sich im Moment in viele Sachthemen ein: Der neue Bürgermeister Björn Symank (links) freut sich, dass er sich dabei nicht nur auf die Unterstützung seines Allgemeinen Vertreters Björn Fahrenholz (rechts), sondern auf die Hilfe des gesamten Rathausteams verlassen kann.

Schnell räumt Björn Symank noch den letzten Umzugskarton zur Seite, bevor er sich in seinem Büro im Rathaus fotografieren lässt. Gerade einmal zwei Wochen ist Rethems neuer Samtgemeindebürgermeister nun im Amt. Auf die Einstiegsfrage, ob er seine Entscheidung, zu kandidieren, bereits bereue, lacht der 43-jährige Morsumer auf. „Überhaupt nicht“, sagt er wie aus der Pistole geschossen.

Rethem – Jeden Morgen, auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitsplatz, würde es spätestens an der Wohlendorfer Kreuzung anfangen zu kribbeln. „Es fühlt sich irgendwie elektrisierend an – und genau richtig.“ Er empfinde diese Anfangsphase als enorm positiv – und wahnsinnig aufregend. „Im Moment gleicht wirklich keine Stunde der anderen.“ In einem Moment unterschreibe er Zahlungsanweisungen, dann gehe es um Personalfragen, danach werde er in ein Sachthema eingewiesen – und am nächsten Tag erfahre er bei einem Seminar im niedersächsischen Landtag Wissenswertes über Förderprogramme.

Rede am Volkstrauertag

Auch einen ersten größeren repräsentativen Auftritt habe er bereits absolviert und am Volkstrauertag eine Rede zum Gedenken an die Kriegsopfer gehalten. Ein gutes Gefühl sei es gewesen, dass er in der Kirche etwa die Hälfte der Anwesenden bereits gekannt habe, zumindest „vom Sehen“. Es zahle sich jetzt aus, dass er im Wahlkampf so viele Menschen kennengelernt habe. „Wir sind ja wirklich fast durch die ganze Samtgemeinde gelaufen, zu Fuß, von Tür zu Tür.“ Der Weg habe ihn sogar in so abgelegene Siedlungen wie Neumühlen geführt, „wo es übrigens wunderschön ist“, manchmal mit seiner Frau Anita an seiner Seite. „Das hat uns beiden Spaß gemacht, weil wir dann auch mal die Chance hatten, im stressigen Wahlkampf etwas Zeit miteinander zu verbringen.“ Und die Bewegung habe ihm auch gutgetan. Auf jeden Fall hätten sich ihm durch die vielen Haustürgespräche etliche Zusammenhänge erschlossen, er habe auf diese Weise bereits viele Ansprechpartner kennengelernt.

Lob für motivierte Mitarbeiter

Dass er gut im neuen Job angekommen sei, daran hätten allerdings auch die Verwaltungsmitarbeiter großen Anteil. „Hier im Rathaus herrscht eine wirklich angenehme Arbeitsatmosphäre und das Miteinander passt. Die Leute sind engagiert und motiviert. Sie versuchen, Lösungen zu finden, und identifizieren sich mit ihrer Arbeit.“ Und das gelte aus seiner Sicht für alle Bereiche, vom Bürgerservice bis zum Bauhof, vom Sozialamt bis zur Leitungsrunde.

Auf seiner Agenda stehe jetzt, die im Rat vertretenen politischen Kräfte noch etwas besser kennenzulernen. „Ich werde sie in Kürze zu Gesprächen einladen, damit wir herausarbeiten können, was der jeweiligen Fraktion in dieser Ratsperiode wichtig ist.“ So habe die neue Bürgerliste ASGL zum Beispiel, ganz entsprechend ihrer Wahlkampfthemen, bereits Anträge für mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz gestellt. „Da ging es dann etwa darum, dass die Bürger künftig bei Ratssitzungen enger eingebunden werden sollen.“ Für den Vorschlag der ASGL habe es zwar keine Mehrheit gegeben. „Aber ich halte den Ansatz, mehr Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen, für grundsätzlich richtig.“ Es gelte jetzt, gemeinsam geeignete Instrumente für eine Umsetzung zu finden.

Offene Kommunikation mit allen Fraktionen geplant

Ihm sei wichtig, eine offene Kommunikation mit allen politischen Vertretern zu führen – nicht nur mit CDU und SPD, die ihn im Wahlkampf unterstützt haben. „Das ist mein Verständnis von der Arbeit eines Hauptverwaltungsbeamten: Ich bin politisch neutral, ich bin der Bürgermeister für alle.“

Und natürlich wolle er für die Einwohner da sein. So freue er sich schon darauf, die Bewohner der Samtgemeinde bei besonderen Lebensereignissen, wie Ehejubiläen oder hohen Geburtstagen, zu Hause zu besuchen und sie in Gesprächen näher kennenzulernen. Angesichts der steigenden Corona-Inzidenzen habe er im Moment aber kein gutes Gefühl dabei, gerade bei betagten, also besonders gefährdeten Bürgern Kuchen essend auf dem Sofa zu sitzen. „Ich bin noch nicht sicher, wie wir das in den kommenden Wochen und Monaten machen werden. Ich habe mich umgehört und festgestellt, dass die Bürgermeister in der Region das sehr unterschiedlich handhaben.“ Vielleicht müssten sich die Besuche vorerst auf kurze Treffen an der Haustür, mit Maske, beschränken.

Morsum ist im Moment ein Rückzugsort

Sein Weg morgens von Morsum bis zum Rethemer Rathaus dauere etwa eine halbe Stunde. „Das ist jetzt nicht die Welt, aber schöner wär‘s natürlich, wenn’s nur zehn Minuten wären.“ Einen Umzug schließe er nicht aus. „Natürlich ist das immer eine Option, allein schon, weil es hier in der Samtgemeinde richtig schön ist. Aber das Thema hat zwei Seiten. Ich empfinde es im Moment auch als positiv, einen Rückzugsort zu haben. Ich freue mich, dass ich morgens in Morsum mit Struwwelhaaren Brötchen holen kann, und dann nicht der Bürgermeister bin, sondern der Björn.“

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