Koordinierender Geschäftsführer der Egra Dieter Moll wechselt in den Aufsichtsrat

Einmaliges Leuchtturmprojekt

Wolfgang Beez von der Freqcon präsentierte zusammen mit Norbert Hennchen und Dieter Moll im Juli den Bereich des Egra-Geländes, auf dem derzeit die Freqcon ein Wasserstoff-Projekt auf den neuen, revitalisierten Gewerbeflächen vorbereitet (v.l.).
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Wolfgang Beez von der Freqcon präsentierte zusammen mit Norbert Hennchen und Dieter Moll im Juli den Bereich des Egra-Geländes, auf dem derzeit die Freqcon ein Wasserstoff-Projekt auf den neuen, revitalisierten Gewerbeflächen vorbereitet (v.l.).

Rethem – „Es ist einfach etwas Besonderes. Ein Projekt, das aus vielen Einzelnen eine Gemeinschaft und mithilfe von Eigenmitteln sowie viel Herzblut in Rethem etwas Großartiges geschaffen hat.“ Mit diesen Worten beschreibt Dieter Moll, koordinierender Egra-Geschäftsführer, sowohl die Entwicklung als auch die erfolgreiche Umsetzung des Egra-Konzeptes auf dem ehemaligen Toschi-Gelände. Und er muss es wissen: Knapp zehn Jahre begleitete er das Projekt und brachte die Energie- und Gewerbepark Rethem/Aller GmbH durch sein Engagement maßgeblich voran. Jetzt tritt der 75-jährige Wohlendorfer zum kommenden Jahr einen kleinen Schritt zurück und wird künftig als Aufsichtsratvositzender das Geschehen begleiten. Das, was sich seit 2012 auf dem Gelände des Asbestzementwerks Toschi getan hat, hält Moll in einem ausführlichen Bericht fest und führt seine Erinnerungen in einem Pressegespräch aus.

„Zusammen haben wir sämtliche Ziele, die wir uns zu Beginn des Projektes gesetzt haben, erreicht“, berichtet Moll zufrieden. Und zu denen gehören nicht gerade kleine: „Einerseits gab es da die Revitalisierung des ehemaligen Geländes des Toschi-Asbestzementwerks, aber noch viel wichtiger war, dass wir uns als oberstes Ziel die Schaffung von Arbeitsplätzen gesetzt hatten.“ 80 an der Zahl konnten auf dem Gelände angeboten und besetzt werden, Raum für weitere 70 gebe es schon. Dort, wo einst die Böden und Hallen von Asbest, Müll und anderen Schadstoffen gezeichnet waren, strahlen nun sanierte Flächen und Gebäude, in denen sich international anerkannte Unternehmen angesiedelt haben. Das Areal ist zu einem Vorzeige-Gewerbegebiet geworden.

Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, dessen Beginn bis in das Jahr 2008 zurückreicht: „Damals haben sich engagierte Bürger, Bürgermeister, Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter zusammengetan, um den Arbeitskreis Stadtbild zu gründen“, so Moll. „Als wir gemerkt haben, dass die Maßnahmen zur Stadtverschönerung für eine nachhaltige Zukunftsperspektive noch nicht reichten, haben wir 2010 die Arbeitsgruppe Wirtschaftsförderung gegründet.“ Diese ehrenamtliche Bürgerinitiative habe sich schließlich zur weit bekannten Energie- und Gewerbepark Rethem/Aller (Egra) entwickelt. „2013 wurden dann die Egra-Verwaltungs- und Kommandit-Gesellschaften gegründet und kurz darauf der Kaufvertrag unterzeichnet für die ersten 76 000 Quadratmeter Fläche auf dem Toschi-Gelände.“

Die Nachfrage nach denParzellen auf der Fläche, die 82 Fußballfeldern entspricht, sei groß. „Angebote von Investoren, sie zu kaufen oder zu pachten, mussten wir leider schon einige Male ablehnen. Das hängt einerseits mit dem Gesellschaftszweck der Egra und anderseits mit den Förderregeln der NBank zusammen“, informiert Moll.

Wer mit ihm über die Egra und das dazugehörige Konzept spricht, merkt sofort, wieviel ihm das Projekt bedeutet. Namen, Zahlen und Fakten weiß der 75-Jährige direkt auf Abruf. „Auch wenn das Projekt heute erfolgreich dasteht, waren auf dem Weg dahin doch einige Klippen zu umschiffen. Für die Unterstützung und das Ausharrungsvermögen der Egra-Gesellschafter möchte ich mich deswegen ausdrücklich bedanken. Die Arbeit hat immer Spaß gemacht“, schildert Moll. Er ziehe den Hut vor ihrem Mut, trotz der vielen Risiken dabeigeblieben zu sein und das ambitionierte Vorhaben möglich gemacht zu haben. Insgesamt seien für die Revitalisierung der brachliegenden Toschi-Infrastruktur rund 6,7 Millionen Euro investiert worden.

Der koordinierende Geschäftsführer würde sich freuen, wenn das Egra-Konzept als Leuchtturmprojekt für andere dienen könnte. „Es soll ein Leitfaden sein, der anderen aufzeigt, wie durch ein tragfähiges Konzept, eine ehrenamtlich durchgeführte Projektleitung sowie die Risikoverteilung auf viele Schultern und gute Zusammenarbeit selbst große und schwierige Vorhaben umgesetzt werden können.“

Darüber, dass Henning Lübbehüsen der neue Geschäftsführer der Egra wird, freut sich Moll sehr. „Er ist ein Glücksgriff. Genau wie ich war er von Anfang an dabei“, berichtet der 75-Jährige. Entscheidend für die Zukunft des Projektes sei jetzt, dass sich die Mitglieder innerhalb der Gesellschaft weiterhin gut verstehen und die Kommunikation untereinander transparent bleibt. „Man muss sich das ganze Bild vor Augen halten. Es darf nicht passieren, dass man sich im Kleinen verliert“, mahnt Moll abschließend und blickt der Zukunft der Egra positiv entgegen.

Abschlussbericht

Wer Interesse an einem gedruckten Exemplar von Dieter Molls Abschlussbericht zur Egra hat, kann sich per E-Mail an t.karkheck@egra-rethem.de wenden. Sofern es eine entsprechende Nachfrage gibt, können ein paar Auflagen zum Selbstkostenpreis von circa zehn Euro gedruckt werden.

Von Lisa Hustedt

Dieter Moll wird ab dem 1. Januar vom Posten des koordinierenden Geschäftsführers der Egra in den Aufsichtsrat wechseln.

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