Arbeitskreis Stadtbild präsentiert historische Rethemer Ansichten

Einladung zum Spaziergang

Ein Blick mehr als 100 Jahre zurück: Im Schaufenster des Heizungs- und Sanitärfachbetriebes Reinecke platzierte der Arbeitskreis Stadtbild die Ansichtskarte von der alten Allerbrücke.
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Ein Blick mehr als 100 Jahre zurück: Im Schaufenster des Heizungs- und Sanitärfachbetriebes Reinecke platzierte der Arbeitskreis Stadtbild die Ansichtskarte von der alten Allerbrücke.

Rethem – Wer vor 100 Jahren Post aus Rethem bekam, empfing damals überwiegend Grüße mit Städteansichten. Aber auf manchen Karten waren auch Tier- und Pflanzenmotive und sogar Karikaturen zu sehen.

August Jahns, Ehrenbürger der Stadt und langjähriger Archivar in Rethem, hat diese Kleinode gehortet, die der Arbeitskreis Stadtbild unter Federführung von Margret Dannemann-Jarchow nach einer ersten Ausstellung im Burghof im Jahr 2017 jetzt abermals zum Leben erweckt hat. Unter dem Motto „Spaziergang durch Rethem“ werden die Karten in Schaufenstern der Rethemer Geschäfte und an Hausfassaden gezeigt.

Margret Dannemann-Jarchow hat dafür einen Teil der zuvor digital aufgearbeiteten und auf Poster-Format vergrößerten Postkarten zusätzlich auf Metallplatten aufziehen lassen. So eignen sich alle Abbildungen auch für eine Präsentation im Außenbereich und sind vielfältig einsetzbar.

„Eine Anschlussnutzung für touristische Zwecke wird bereits überlegt“, wie Marika Iversen-Daube stellvertretend für die erkrankte Margret Dannemann-Jarchow berichtet. Aber jetzt wolle man über den Jahreswechsel hinaus zunächst einmal den Rethemern den über viele Jahrzehnte entstandenen Schatz präsentieren, erklärt Iversen-Daube, während sie auf drei der digitalisierten Sammlerstücke im Schaufenster von Elektro Feldmann verweist.

Ihren Boom hatten die Postkarten lange, bevor Urlauber mal eben schnell per E-Mail oder WhatsApp ein paar Schnappschüsse auf die Reise zu ihren Lieben daheim senden konnten. Genau genommen zwischen 1895 und 1920, wie auch die genannte Ausstellung zeigt.

In dieser Zeit wurde sowohl der Druck von farbigen Aufnahmen als auch die preiswerte Massenproduktion von Ansichtskarten technisch möglich. Insgesamt sind beim „Spaziergang durch Rethem“ 35 Motive zu sehen, von denen die älteste Ansicht auf das Jahr 1860 datiert ist. Vor allem Gebäude schmücken als Dauerbrenner die Ansichtskarten und zeigen dem Betrachter damit zugleich, was damals abbildungswert erschien. Andere muten dagegen aus heutiger Sicht eher unscheinbar an, wecken vielleicht aber auch gerade deshalb besonderes Interesse, da sie im Rückblick auf historische Stadtarchitektur neue und bislang unbekannte Facetten des Ortes zeigen.

So hält der Spaziergang durch Rethem sicher so manche Überraschungen bereit, wenn er Interessierten den Weg durch die Geschichte und die Architektur der Stadt weist: „Die meisten Motive wurde bis in die 1920er Jahre aufgenommen“, betont Iversen-Daube die historische Bedeutung der Ausstellung, die den Wandel des Stadtbildes auf beseondere Weise erkennbar macht. „Wenn man beispielsweise die Stadtansichten an einem Gebäude in der Kirchstraße von 1906 und 1960 mit dem Blick heute aus der gleichen Perspektive betrachtet, sieht man den Wandel der Zeit besonders deutlich vor sich“, erzählt sie.

Und vergleiche man einmal die Ansichten damals und heute, habe das ganz schnell einen faszinierenden Effekt. Zudem zeige die Ausstellung auf mehreren Postkarten Objekte und Bauwerke, die schon lange nicht mehr existieren.

Von Christel Niemann

1906 entstand die Aufnahme der Kirchstraße, die seinerzeit wie eine Fußgängerzone anmutete. Im Jahr 2020 haben Autos die Seitenstreifen eingenommen.

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