Guten Ruf erarbeitet

Der Malerfachbetrieb Gümmer in Rethem feiert 111-jähriges Bestehen

Mitarbeiter und Mitglieder der Familie Gümmer haben sich gestern zu einem Gruppenbild zusammengefunden. In dunklen Anzügen sind Hulda Gümmer sowie die Geschäftsführer Heiner, Heiner senior und Stefan Gümmer zu sehen.

Rethem - 111 Jahre sind ein Grund zum Feiern für den Malerfachbetrieb Gümmer aus Rethem. Das Familienunternehmen wurde am 6. November 1906 gegründet. Am Wochenende 11. und 12. November soll die Schnapszahl gewürdigt werden.

Nach einer Veranstaltung mit geladenen Gästen am Samstag dürfen sich Interessierte am Sonntag, von 11 bis 17 Uhr, im Rahmen eines Tages der offenen Tür auf dem Firmengelände an der Hainholzstraße umsehen.

Unternehmensgründer war Heinrich Gümmer, der beim Maler- und Glasermeister Ernst Braun in Westen lernte und 1902 seine Gesellenprüfung bestand. Er gründete, ausgestattet mit dem Nötigsten, sein Maler- und Glasergeschäft, das sich einen guten Ruf erwarb. Erster Firmensitz war ein altes Haus an der Wiedenburgstraße, in dem er mit seiner Frau Marie lebte.

Ein Blick in die Halle an der Rethemer Hainholzstraße.

Heinrich Gümmer jr. wurde von Kindheit an im Betrieb eingesetzt und lernte dort auch. Unter seiner Federführung gab es erste Erweiterungen. Mit seiner Frau Paula lebte Heinrich Gümmer jr. in Klein Hedern. Dort hatte er mehr Platz und bessere Möglichkeiten, das Geschäft auszubauen. Nach dem Tod des Seniorchefs übernahm er 1951 den Betrieb. Seit Mitte der 70er-Jahre nahmen Spritzlackierungen einen immer größeren Umfang an.

Der 1945 geborene Sohn Heiner half ebenfalls schon als Kind im Betrieb. Er begann 1960 die Lehre beim Vater. Als einer der jüngsten Prüflinge bestand er 1968 die Meisterprüfung. Im Laufe der Jahre übernahm er immer mehr Verantwortung und 1979 die Leitung des Betriebes. Mit seiner Frau Hulda hat er vier Kinder. Die drei Söhne Heiner, Matthias und Stefan sind ebenfalls in der Branche tätig. 

Das Firmengelände von oben betrachtet. - Fotos: Gümmer

Matthias hat seit 1997 sein eigenes, auf Lackiererei spezialisiertes Unternehmen in Walsrode. In Rethem gehören inzwischen Pulverbeschichtungen und Akustikputz zur Palette der Dienstleistungen. Eine erste Betriebshalle wurde 1979 gebaut, 1988 folgte die zweite, die eigens für Pulverbeschichtungen vorgesehen war. Da sich dieser Unternehmenszweig sehr gut entwickelte, fügte Gümmer 2001 eine weitere, 1 750 Quadratmeter große, hinzu.

Die Söhne Heiner und Stefan wurden neben ihrem Vater 2006 Geschäftsführer der neu gegründeten GmbH. Heiner ist Maler- und Lackierermeister, Stefan Akustik- und Trockenbaumeister. Auch hierdurch ist die Bandbreite des Unternehmens immer größer geworden.

Die Zahl der Auszubildenden und Gesellen wuchs. Mittlerweile gehören mit Aushilfen knapp 40 Mitarbeiter, viele von ihnen seit vielen Jahren, zum Unternehmen. Gümmer: „Jede Firma steht und fällt mit den Mitarbeitern.“

Gründer Heinrich Gümmer vor dem Haus in der Rethemer Wiedenburgstraße.

Auch der Aktionsradius ist gewachsen. Stand anfangs ein Fahrrad zur Verfügung, folgten ein Motorrad, Autos und Lkws. Arbeiteten die Gümmers zunächst in Rethem und Umgebung, geht es mittlerweile in die ganze Welt. Heiner Gümmer blickt auf Einsätze in ganz Deutschland, in Kuwait, auf Mallorca und in Usbekistan zurück. „Damit hat keiner rechnen können“, sagt er. Sie hätten sich einen guten Ruf erarbeitet. „Wir kommen vom Lande. Dass wir etwas können, muss in die Köpfe rein. Wir sind gut aufgestellt, und das ist über die Jahre so geblieben.“

Das Geschäft habe sich deutlich gewandelt, so Gümmer. Hätten sie früher noch Farbe angerührt, gebe es heute alles fertig. In Neubauten sei damals erst alles gestrichen worden. Viele Lackiererarbeiten gebe es heute nicht einmal mehr. „Man muss auch für Kleinigkeiten da sein“, ist Gümmer überzeugt. „Wir haben viele treue, alte Kunden.“ Zum Erfolg gehöre es, richtige Entscheidungen zu treffen. „Sie müssen überwiegen.“

Der Seniorchef hofft, dass es für das Unternehmen so positiv weitergeht. Eine mögliche Vergrößerung hänge auch von Mitarbeitern ab, die nicht immer leicht zu finden seien, wie er aus Erfahrung weiß. Ein Verbleib des Betriebes in Familienhand in fünfter Generation ist nicht undenkbar. Gümmer hat fünf Enkelkinder. „Einer sagte: ,Ich glaube, das könnte ich mal weitermachen ...’“ - sal

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