Mit einem Augenzwinkern

Gudrun Fischer-Santelmann veröffentlicht ihr zweites Buch „Zepollen-Schick“

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Gudrun Fischer-Santelmann mit ihrem neuen Buch „Zepollen-Schick“.

Altenwahlingen - Urlaub, das Land- und Stadtleben, Musik, Männer und Frauen – vielfältig ist die Themenauswahl in Gudrun Fischer-Santelmanns neuem Buch „Zepollen-Schick“, das gerade auf den Markt gekommen ist. Auf 120 Seiten lässt die Autorin ihre Leser an Erlebnissen, Gedanken und genauen Beobachtungen teilhaben. Und das „up Platt“.

„Mit einem Augenzwinkern, viel Fantasie und ihrem besonderen Erzählstil verhilft sie Alltäglichem mühelos zu etwas Besonderem. Die Schilderungen sehr persönlicher Erinnerungen und kostbarer Glücksmomente geben diesem Kurzgeschichten-Band eine besondere emotionale Färbung“, schreibt der Isensee Verlag über das Werk.

„Der Titel soll so etwas wie Zwiebellook heißen“, verrät Fischer-Santelmann, die mit ihrer Familie in Altenwahlingen lebt. In der gleichnamigen Geschichte schreibt die Autorin, dass sie, egal, ob auf Wanderungen oder Feiern mit Ersatzschuhen und -wäsche für alle Eventualitäten vorbereitet ist. Sehr zum Amüsement ihres Mannes.

Sie habe nach ihrem ersten Werk „Keene Langewiel in Sicht“, erschienen 2014, immer noch Geschichten im Kopf gehabt, sagt Fischer-Santelmann. Außerdem habe sie regelmäßig Ideen auf Zettel geschrieben, so dass sie aus einem Riesenfundus habe schöpfen können. Das Problem sei eher gewesen, sich auf 120 Seiten zu beschränken. Ein Ende ist nicht in Sicht. „Ich habe noch ganz viele Themen“, sagt die 53-Jährige. „Ein dritter Band ist nicht ausgeschlossen. Aber das dauert noch“, sagt die Autorin mit einem Schmunzeln.

Inspiration im Familienalltag

Bis das aktuelle Buch fertig war, hat sie einige Monate gebraucht. Die Idee habe sie im Frühjahr oder Sommer gehabt. Dieses Werk sei es eine andere Erfahrung gewesen als das erste, da sie ein Freund, der den Impuls für das Buch gegeben habe, damals noch mehr unterstützt habe.

Da sie für „Zepollen-Schick“ zwar eine Vorstellung im Kopf, aber keine geeignete Illustratorin gefunden habe, sei sie kurzerhand mit ihrem Mann auf den Deich in Altenwahlingen gegangen, um das Titelfoto zu machen, sagt Fischer-Santelmann. Es zeige sie mit einem Regenschirm im Lagenlook.

Ihre Themen findet die Autorin teilweise im Familienalltag. Sie hat drei Kinder, von denen die älteste Tochter inzwischen studiert. Gerne schreibt sie auch über die Macken und Maschen von Frauen und Männern. „Viele Leser sagen, dass sie sich in den Geschichten wiederfinden“, erzählt die Autorin. Diese seien modern und nicht zu verwechseln mit den Döntjes und Schenkelklopfern, mit denen Platt oft in Verbindung gebracht werde. Die Autorin freut sich, dass auch Jüngere ihre Titel lesen. „Vielleicht, weil sie im Hier und Jetzt angesiedelt sind.“ Fischer-Santelmann beschreibt ihre Geschichten als (selbst-)ironisch.

„Ich hatte Lust, etwas in dem Platt zu schreiben“

Die Sprache ist für Fischer-Santelmann ganz natürlich. Sie veröffentlicht schon länger plattdeutsche Texte in einer Zeitungskolumne. „Ich hatte Lust, etwas in dem Platt zu schreiben, das man hier spricht.“ In ihrem Elternhaus in Südkampen hätten alle plattdeutsch gesprochen. Und das habe auch für die anderen Kinder im Dorf gegolten. Mit ihren Kindern rede sie ebenfalls platt und die beiden Großen täten dies untereinander auch. „Mittlerweile finden sie das ganz gut.“ So verstehe sie nicht jeder.

Fischer-Santelmann: „Es ist nicht mein Ziel, die Sprache am Leben zu halten. Sie war einfach da, weil sie meine Muttersprache ist.“ Nach einem Wörterbuch richte sie sich nicht, und sie habe auch keinen Lektor gehabt. Dafür habe sie das Buch zigmal durchgearbeitet. Nur ihre älteste Tochter habe das Werk vorab gelesen.

„Ich schreibe nichts, bei dem sich jemand auf den Schlips getreten fühlt.“ Das ist der Autorin ganz wichtig, Sie freue sich über positive Rückmeldungen. Übrigens verständen Hochdeutsch-Sprechende die Geschichten oft besser, wenn sie sich diese laut vorlesen, gibt Fischer-Santelmann einen Tipp für Neugierige. 

 sal

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