Stadtwerke: Partikel sollen aus Wasser verschwinden

Wasserfilter ein Muss - kaum einer weiß es

Eine Person beugt sich über einen an der Wasserleitung angebrachten Trinkwasserfilter.
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Sollte in jeden modernen Haushalt gehören: der Trinkwasserfilter neben der Wasseruhr.

Obwohl die Trinkwasserqualität im Heidekreis gut ist, erinnern die Stadtwerke Böhmetal an eine Vorschrift zum Einbau von Trinkwasserfiltern. Bei einem erhöhtem Verbrauch und einer damit verbundenen schnelleren Fließgeschwindigkeit im Leitungsnetz könnten von Rohrinnenwänden gelöste Mikropartikel bis zur Entnahmestelle mitgespült werden.

  • Der Einbau von Trinkwasserfiltern ist laut DIN 1988/100-700 vorgeschrieben.
  • Nur wenige Menschen wissen von dieser Verpflichtung.
  • Installation und Wartung des Filters fallen in die Zuständigkeit des Hauseigentümers.

Walsrode – „Wir haben bestes Trinkwasser im Landkreis. Wir fördern und produzieren im Gegensatz zu Strom und Gas noch regional, besitzen mit den Wasserwerken am Grünenthal und in der Basselmannsheide bei Düshorn hervorragende Standorte, die uns beste Trinkwasserqualität garantieren.“ Das sagt Matthias Kerl, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Stadtwerken Böhmetal.

Trotzdem empfiehlt er allen Hauseigentümern, sich einen Trinkwasserfilter einbauen zu lassen.

Installationsfirmen für den Einbau zuständig

Dieser Filter sei laut DIN 1988/100-700 bereits seit längerer Zeit vorgeschrieben. Nur kaum jemand wisse etwas davon. „Für mich ist es ein Phänomen, dass diese Vorschrift noch so unbekannt ist“, sagt Kerl. Aus diesem Grund seien die Stadtwerke in ihrer Kundenzeitschrift an die Öffentlichkeit gegangen und hätten mit einem Fachartikel auf die Notwendigkeit des Filters hingewiesen. Die Stadtwerke könnten allerdings nur den Tipp geben. „Um den Filter selbst müssen sich die einzelnen Kunden und die beauftragten Installationsfirmen kümmern.“

„Wir wohnen schon seit vielen Jahren in der Stadt. Noch nie hat uns jemand darauf aufmerksam gemacht“, sagt eine ältere Einwohnerin aus der Quintusstraße in Walsrode. In einem Neubau hat eine Fachfirma den Wasserfilter zwar eingebaut, aber bei der Einweisung in die Anlage das Gerät ignoriert.

„Wir haben das Thema aufgegriffen, da uns in der Vergangenheit ab und an Anfragen dazu erreichten. Das Thema ist in der Werbung und im Netz immer wieder präsent, wird ansonsten aber von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen“, erläutert Kerl.

Besonders in den Sommermonaten unterliege das Trinkwasser bei erhöhtem Verbrauch einer schnelleren Fließgeschwindigkeit im Leitungsnetz. Dadurch könnten von den Rohrinnenwänden gelöste Mikropartikel bis zur Entnahmestelle mitgespült werden und an modernen Wasserarmaturen – zum Beispiel mit Keramikdichtflächen – oder anderen wasserführenden Geräten Schäden verursachen. „Dies kann der Partikelfilter verhindern.“

Die Installation und Wartung fallen in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. Die Zuständigkeit des Wasserversorgers ende im Regelfall hinter dem Zähler und der sogenannten Hauptabsperreinrichtung, so Kerl weiter.

Mehr als 22 000 Wasserzähler werden von den Stadtwerken und vom Wasserverband Heidekreis betreut, mehr als fünf Millionen Kubikmeter Wasser jährlich abgegeben. Es gibt insgesamt rund 890 Kilometer Netzleitungen im Landkreis.  mü

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