Rundgang durch die Rethem: Noch viele Pläne für die Stadtsanierung

Ein ungeschliffener Diamant

Das Geld ist da: Bürgermeister Frank Leverenz nimmt den Förderbescheid von ArL-Leiterin Monika Scherf entgegen.
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Das Geld ist da: Bürgermeister Frank Leverenz nimmt den Förderbescheid von ArL-Leiterin Monika Scherf entgegen.

Rethem – Rethem sei „ein ungeschliffener Diamant“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke. Da möchte man am liebsten direkt entgegnen: „Na, nun übertreib mal nicht.“ Nach einem Spaziergang durch die Stadt aber kommen Zweifel. Hat er vielleicht recht?

Aber der Reihe nach. Anlass des Rundgangs ist ein gern gesehener Gast in der Allerstadt: Monika Scherf, Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL). Im Gepäck hat sie den aktuellen Förderbescheid für die Isek-Stadtsanierung in Höhe von 523 000 Euro.

Beim Ortstermin gibt es eine weitere gute Nachricht: Das Fördergebiet wird ausgeweitet. Nun können nicht nur private und öffentliche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Rethemer Zentrum gefördert werden, sondern unter anderem in der Junkernstraße, Teilen der Wiedenburgstraße, Mühlenstraße, Sackstraße und Käsebeutel. Alle Eigentümer in dem hinzugekommenen Gebiet werden zu einer Informationsveranstaltung für den 15. Oktober eingeladen. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren 8,4 Millionen Euro in die Stadtsanierung fließen. Die Förderquote beträgt 90 Prozent. Das bedeutet, dass die Stadt Rethem als finanzschwache Kommune für öffentliche und private Maßnahmen lediglich einen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent leisten muss.

Auch Catharina Hagemann ist zu dem Termin gekommen. Die Mitarbeiterin der Deutschen Stadt- und Grundstücksgesellschaft (DSK) begleitet das Projekt von Anfang an. Außerdem dabei sind die Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper (CDU) und Sebastian Zinke (SPD), Rethems Wirtschaftsförderin Ina Prüser, Bürgermeister Frank Leverenz, Stadtdirektor Cort-Brün Voige sowie einige Stadtratspolitiker. Nach einem Plausch im Burghof soll Scherf in Augenschein nehmen, was in Sachen Stadtsanierung bereits alles geschehen ist. Leverenz freut sich: „Sie werden sehen: Hier passiert richtig was.“

Unterwegs berichtet Hagemann von ersten bewilligten und teilweise bereits umgesetzten Maßnahmen. Es geht an mehreren leer stehenden Geschäften vorbei, aber auch an der einen oder anderen Baustelle. Der Besier-Wohnhaus-Neubau ist in den vergangenen Monaten gewaltig gewachsen. „Wir haben da so eine Wette am Laufen, was schneller fertig ist, das Wohngebäude oder das Rathaus“, scherzt Voige.

Und schon kommt das nächste Projekt in Sicht: der Ratskeller. Die Spaziergänger wagen einen Blick ins Innere, bleiben doch nicht mehr viele Chancen, das geschichtsträchtige Gebäude in Augenschein zu nehmen. Es steht kurz vor dem Abriss und macht Platz für ein neues Apothekengebäude. Leverenz wird nostalgisch. Er erinnert sich an Tanzveranstaltungen, bei denen er hier früher ausgiebig gefeiert hat.

Immer wieder weist Voige auf interessante Gebäude hin, wie etwa das Sahlberger-Haus, in dem sich heute die Eisdiele befindet. Er zeigt in der Mühlen- und Kirchstraße auf schmucke Häuschen und schöne Fassaden. Es wird klar: Vieles könnte mit Modernisierungsmaßnahmen richtig hübsch werden. Hagemann berichtet, dass das Projekt in der Bevölkerung gut angenommen wird und zahlreiche Anträge vorliegen. „Wir haben noch einiges in der Pipeline. Wir können hier noch viel bewegen.“

Vor der umgebauten Bäckerei Pohlmann verweilen die Spaziergänger. Dieses umgesetzte Projekt habe echten Leuchtturmcharakter in der Stadt gehabt, berichtet Voige. Hier hätten die Bürger direkt sehen können, dass mit den Fördergeldern viel Sinnvolles für Rethem erreicht werden könne.

Direkt daneben – das ehemalige Postgebäude. Der Klotz ist nicht gerade ein Leuchtturm, der graue Bau, der sich in Privatbesitz befindet, erinnert eher an einen Bunker. Im Erdgeschoss befindet sich noch das Verteilzentrum der Post, im Obergeschoss eine Wohnung. „Das wäre zum Beispiel so ein Gebäude, wo wir den Wunsch hätten, dass da im Rahmen der Stadtsanierung etwas passiert“, sagt Voige.

Scherf zeigt sich beeindruckt und lobt die Beteiligten, dass sie sich an das ehrgeizige Projekt gewagt haben. Auf dem Rückweg steht die Herbstsonne tief und spiegelt sich in leeren Schaufenstern, es funkelt und glitzert... Rethem – ein ungeschliffener Diamant? Vielleicht.

Von Reike Raczkowski

Spaziergang durch die Allerstadt: Wolfgang Leseberg im Gespräch mit Monika Scherf, Cort-Brün Voige und Catharina Hagemann (von links).

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