Mitarbeiter wechseln an andere Standorte

NP-Markt schließt in Rethem

NP-Markt von außen.
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Das Licht weitgehend erloschen, die Parkplätze verwaist: Der NP-Markt in Rethem ist geschlossen.

Nach 29 Jahren schließt der NP-Markt in Rethem. Er ließ sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben, sagt eine Sprecherin des Mutterunternehmens Edeka.

Rethem – Ein paar Wochen noch, dann hätte der Discounter runden Geburtstag feiern können. Daraus wird nun nichts mehr. Was zunächst nach einer vorübergehenden Schließung aussah, das bleibt nun dauerhaft. Der NP-Markt an der Hainholzstraße in Rethem zieht sich zurück. Das bestätigt auf Nachfrage das Mutterunternehmen Edeka. „Der Standort ist nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“, sagt eine Sprecherin der Edeka Minden-Hannover in Minden.

Für einen Großteil des knappen Dutzends verbliebener Mitarbeiter habe eine Lösung gefunden werden können. Sie wurden in anderen Märkten der Lebensmittelgruppe übernommen. Unklar indes noch, was mit der freiwerdenden Ladenfläche geschieht. „Das entzieht sich unserer Kenntnis.“ Edeka hege aktuell keine Pläne für den Standort Rethem.

In der Politik wird der Rückzug bedauert. „Generell kein gutes Signal, dass ein Geschäft in Rethem schließt“, sagt auf Nachfrage etwa der Bürgermeister der Stadt, Frank Leverenz, „damit geht ein Stück Vielfältigkeit verloren.“

Die Schriftzüge auf dem Plakat im Eingangsbereich hatten zunächst noch auf eine vorübergehende Lösung hingedeutet. „Wir schließen am 18. Dezember um 15 Uhr“, war dort zu lesen. Jetzt steht fest, die Edeka zieht sich komplett und kampflos zurück. Mitarbeiter erledigen lediglich noch Aufräumarbeiten, die Plakate sind inzwischen entfernt.

Die verbliebene Kundschaft war handschriftlich informiert worden.

Überraschend kommt der Rückzug nicht. Rewe hatte gleich auf der Nachbarschaft in Rethem mit hohen Investitionen und einem Umbau mit mehreren Teilschließungen einen modernen Markt erschaffen; Aldi, nur fünfhundert Meter Luftlinie entfernt, zog wie berichtet nach. Die Kunden begannen mit den Füßen abzustimmen und sich vom ersten Discounter, der in Rethem ansässig wurde, abzuwenden. 1992 hatte NP zwischen Alpe und Aller eröffnet.

Gegenwärtig läuft bei der Edeka Minden-Hannover eine Restrukturierung. Innerhalb der nächste vier Jahre werde das Unternehmen die Discount-Vertriebsschiene NP konsequent in Edeka-Märkte oder Nah&Gut-Filialen umstellen, heißt es aus der Führungsetage. Ziel sei es, einen Großteil der 330 NP-Märkte, die in der Regel mit weniger als 1000 Quadratmetern zu den Kleinflächen im Vertriebsgebiet gehören, zu verlässlichen und attraktiven Nahversorgern auszubauen, diese damit wirtschaftlich zu stärken und möglichst langfristig Arbeitsplätze zu sichern. Für diese Umstellung habe die Edeka Minden-Hannover ein entsprechendes Kleinflächenkonzept ausgearbeitet. Noch allerdings stehe man ganz am Anfang. Die Unternehmenssprecherin verweist auf die bestehenden NP-Märkte in Lindwedel, Marklohe, Bordenau, Schwarme und Achim, die Kunden für einen Einkauf zur Verfügung stünden.

Das Unternehmen kann auf eine fast 50-jährige Geschichte zurückblicken. Der erste NP-Markt war 1973 in Osnabrück eröffnet worden, inzwischen erstreckt sich das Verbreitungsgebiet auf den gesamten Norden der Republik von der niederländischen bis zur polnischen Grenze. Allerdings ging die Zahl der Filialen offenbar zuletzt zurück. Vor fünf Jahren noch unterhielt NP eigenen Angaben zufolge 400 Läden, jetzt sind es 330. Runde 6000 Mitarbeiter stehen bei dem Unternehmen in Lohn und Brot. Branchendiensten zufolge war der Umsatz zuletzt auf 900 Millionen Euro geschmolzen.

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