Fohlen heißen Käthe-Trine und Bronco

130 Vorschläge: Neue Namen für die Alpakas

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Die Alpakaherde steht tagsüber auf der Wiese in Kirchwahlingen.

Kirchwahlingen - „Wir sind überwältigt von der großen Resonanz, aber auch von der Fantasie der Leser, was die Namen für unsere beiden im Juli geborenen Alpaka-Fohlen betrifft“, freuen sich Angela und Jens-Uwe Meyer aus Rethem. Vor knapp drei Jahren begannen sie auf der Hofstelle ihrer Eltern in Kirchwahlingen mit dem Aufbau einer Herde von Alpakas, die bei einigen Therapien der Heilpraktikerin eine große Rolle spielt.

„Mehr als 130 Mails mit Vorschlägen für die Namensgebung der Tiere sind bei uns eingegangen, und wir haben uns schließlich für Käthe-Trine für das weibliche sowie Bronco für das männliche Fohlen entschieden“, berichtet Jens-Uwe Meyer. Aus dem Fundus an Vornamen seien noch vier Alpaka-Stuten umbenannt worden, die bisher mit Nummern bezeichnet worden seien. „Als Frida, Helene, Luna und Lotte fühlen sie sich in der Stutenherde vielleicht noch etwas wohler“, meint Meyer scherzhaft.

Im Januar 2015 wurde für Angela Meyer, Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Rethem, endlich Realität, womit sie sich bereits seit geraumer Zeit gedanklich beschäftigt hatte. Ihr Wunsch war es, die tiergestützte Therapie bei der Behandlung vor allem von Menschen mit Handicap oder Demenz einzusetzen. Durch die Möglichkeit, die Hofstelle zu nutzen, war das Platzproblem beseitigt. Bei den Überlegungen, welches Tier für die Therapie eingesetzt werden soll, spielte das Alpaka, eine kleine südamerikanische Kamelart, bereits eine große Rolle.

Jens-Uwe Meyer mit einigen der Tiere.

Intensiv hatte sich das Ehepaar auf die Haltung und den Umgang mit den Alpakas vor allem bei der Therapie vorbereitet. „Nicht jedes unserer Tiere ist dafür geeignet“, weiß die Heilpraktikerin. Aber die eingesetzten Alpakas erzielten erstaunliche Erfolge, die noch lange nachwirkten. „Dieser therapeutische Wert ist vergleichbar mit dem von Delfinen“, betont die Heilpraktikerin, die den Tieren eine hohe Sensibilität bescheinigt und von sehr guten Erfahrungen bei der Arbeit mit ihnen spricht.

Anfangs waren es sechs Tiere, bis heute ist die Herde auf zehn Hengste und sechs Stuten sowie zwei Fohlen angewachsen. Die meiste Zeit des Tages grasen die Tiere, strikt nach Geschlecht getrennt, auf den Weiden am Haus. Die Arbeit beschränkt sich morgens und abends auf je eine knappe Stunde, dazu kommt das Training mit den Tieren; die Nachtruhe verbringen die Alpakas in den Ställen. „Anders als Schafe würden sie dem Wolf in einem engen Verband gegenübertreten, trotzdem ist es uns lieber, sie über Nacht nicht draußen zu lassen“, so Jens-Uwe Meyer.

Ein Nebenprodukt ist die Wolle der Alpakas: „Die Wolle verfügt über einmalige Thermoeigenschaften und besitzt ein erstklassiges Warmhaltevermögen und eine hohe Isolation durch die innen hohle Faser“, erläutert Jens-Uwe Meyer. Bei niedrigen Temperaturen speichere Alpakawolle die Körperwärme besser als jede andere.

Einmal im Jahr geht es zur Schur

Einmal im Jahr sei die Schur angesetzt, die übernehme eine junge Züchterin aus Ganderkesee, die erfahren sei und die Arbeit schnell erledige: Durchschnittlich bringe ein Alpaka zwischen drei und vier Kilogramm Wolle.

Familie Meyer baut die Diele des Haupthauses zu einem großen Seminarraum samt Shop mit Produkten und Infos rund um Alpakas um. Hier fand kürzlich ein Seminar „Mantrasingen“ mit der Stimmtrainerin Monika Müksch aus Wien statt. Bei den 18 Teilnehmern habe diese Veranstaltung einen unglaublichen Eindruck hinterlassen, so Meyer. Mantras der Maoris, Indianer, aus Afrika, Südamerika und Asien, aber auch deutsche Texte hätten tief berührt. Müksch begeisterte auch bei dem Seminar: „Humor in der Pflege“.

Angeboten werden nach der Fertigstellung der Diele auch Senioren- oder Kindergeburtstage. Sie soll zudem als Ziel für Gruppenausflüge zur Verfügung stehen. Geplant sind darüber hinaus Wanderungen mit Alpakas.

Wer sich für die Alpakas und das Angebot der Familie Meyer interessiert, sollte sich den Reformationstag vormerken. Der 31. Oktober ist nur in diesem Jahr ein Feiertag und dafür geeignet, ein Hoffest zu feiern. Das Fest beginnt um 11.30 Uhr mit dem Pflanzen von Apfelbäumen auf der Streuobstwiese, anschließend gibt es auf der Hofstelle ein Programm mit vielen Aktionen. Angeboten werden warme Leckereien, Kaffee und Kuchen bei Chorgesang und Livemusik. An Ständen werden Waren wie Liköre, Honig, Weidenkörbe und Schmuck präsentiert. Im neuen Shopbereich sind hochwertige Textilien aus Alpakawolle sowie Leguano-Barfußschuhe zu finden. Entspannung bietet die Alpaka-Weide, wo die Tiere beobachtet werden können. Gegen Abend klingt der Tag bei Kerzenschein und Musik langsam aus. 

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