Umsetzer und Nutzer im Aller-Leine-Tal gesucht

E-Dorfautos als Alternative

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Einige Akteure aus dem Aller-Leine-Tal werfen einen Blick unter die Motorhaube des Elektro-Autos des Tagungshauses Drübberholz aus Dörverden.

Aller-Leine-Tal - Die Leader-Region Aller-Leine-Tal plant, mit dem Projekt eines gemeinschaftlich genutzten E-Dorfautos in die E-Mobilität einzusteigen und sucht Umsetzer und Nutzer. Das Beraterteam, bestehend aus Tanja Frahm, Leader-Regionalmanagement Aller-Leine-Tal, und Sven Küster, Experte für E-Mobilität im Rahmen des Projekts RegioTwin, bietet Know-how und organisatorische Unterstützung.

Bei RegioTwin handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördertes Projekt, das über den Wissensaustausch zwischen Orten und Regionen die Umsetzungsquote von Klimaschutzmaßnahmen steigern will, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Aufruf richtet sich an alle Einwohner in den Orten des Aller-Leine-Tals. Besonders interessant sind die Dörfer an der Landesstraße 159: Bierde, Böhme, Altenwahlingen, Kirchwahlingen, Groß Häuslingen, Klein Häuslingen, Otersen und Wittlohe.

„Insbesondere die Verknüpfung eines E-Dorfautos mit einem ehrenamtlichen Fahrdienst würde aus meiner Sicht eine sinnvolle Ergänzung des Mobilitätsangebots in diesen Orten darstellen“, sagt Wolfgang Rodewald, Bürgermeister der Gemeinde Kirchlinteln.

Eine repräsentative Haushaltsbefragung in der Samtgemeinde Rethem zeigte im vergangenen Jahr, dass die Bürger sich Alternativen zu Bus und Zweitauto wünschen. 113 von 212 Menschen äußerten der Meinung, dass die Versorgung mit den bestehenden Buslinien oder privaten Fahrdiensten nicht ausreichend ist. Einige gaben an, dass sie bereit wären, sich ehrenamtlich am öffentlichen Personennahverkehr zu beteiligen.

„Diese Mitwirkungsbereitschaft ist für einen Bürgerbus zu gering, aber für ein E-Dorfauto reichen zwei bis fünf aktive Umsetzer und ein Nutzerkreis von circa 15 Personen“, erläutert Cort-Brün Voige, Bürgermeister der Samtgemeinde Rethem. Diese Personen gelte es nun zu finden.

Dank der positiven Erfahrungen mit dem Bürgerbus im nördlichen Bereich der Gemeinde Kirchlinteln gibt es nun die Idee, im südlichen Bereich ein ähnliches Projekt zu entwickeln.

Ein E-Dorfauto basiert auf dem Prinzip des Car-Sharings. In Schönstadt in Hessen betreibt ein Verein seit 2013 erfolgreich zwei E-Carsharing-Autos. In anderen Gemeinden ist die Schaffung eines solchen Angebots geplant. Sven Küster hat durch RegioTwin Kontakt und stellt den Know-how-Transfer ins Aller-Leine-Tal sicher.

Die Reichweite ist mit 100 bis 150 Kilometer zwar begrenzt, aber für die Fahrten vom Dorf in die nächstgelegene Stadt ausreichend, so die Mitteilung. Für die vollständige Ladung an einer Schnellladesäule benötigt ein Renault ZOE – ein Einstiegs-E-Auto – knapp eine Stunde. „Durch die gemeinschaftliche Anschaffung und Nutzung lässt sich der finanzielle Mehraufwand im Verhältnis zum normalen Auto gut bewältigen.“

Träger eines E-Dorfautos wäre ein Verein, über den Ehrenamtliche den Aufbau sowie den Betrieb des Projektes organisieren und die Versicherung von Auto und Personen regeln können. Die Buchungen laufen über eine Onlineplattform, wo Fahrten eingetragen, verwaltet und abgerechnet werden. Es besteht die Möglichkeit, einen Fahrservice für Senioren durch Ehrenamtliche einzurichten. So kann ein E-Dorfauto nicht nur das Bewusstsein für den Klimaschutz sowie die Akzeptanz von E-Mobilität erhöhen, sondern auch ein soziales Angebot im Dorf sein. Ein E-Dorfauto würde zudem einen Beitrag zum Klimaschutz im Aller-Leine-Tal leisten und eine Vorbildfunktion einnehmen.

Interessierte, die sich dafür einsetzen möchten, im Aller-Leine-Tal ein E-Dorfauto ins Leben zu rufen, melden sich bitte bei Sven Küster, Berater im Projekt RegioTwin, Telefon 0561/804-7946 und s.kuester@uni-kassel.de.

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