Rat beschließt Antragstellung zur Aufnahme in das Förderprogramm

Dorfregion: Frankenfeld ist am Start

Frankenfeld, Bosse und Hedern sind dank Ratsbeschluss schon mal im Boot. Jetzt müssen noch Rethem und Dörverden für die Antragsstellung stimmen. Foto: Raczkowski

Frankenfeld - Von Reike Raczkowski. Eins war den Politikern klar: Diese Chance sollten sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Auch, wenn die inhaltliche Ausgestaltung des Dorfentwicklungsprogramms zu diesem Zeitpunkt weitestgehend im luftleeren Raum stattfindet, denn Infoveranstaltungen für die Bevölkerung sowie gemeinsame Ideensammlungen waren coronabedingt bisher nicht möglich. Fakt ist aber: Bei Aufnahme in das Programm des Landes Niedersachsen könnten in den kommenden Jahren erhebliche Fördergelder in die Samtgemeinde-Ortschaften westlich der Aller fließen.

Voll war das Dorfgemeinschaftshaus in Frankenfeld bei der jüngsten Sitzung. Abstände konnten gerade so eingehalten werden, viele Anwesende trugen sicherheitshalber Mund-Nasen-Schutz. Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige erläuterte noch einmal das Vorhaben. Wie früher in der sogenannten Dorferneuerung gehe es darum, für die Ortschaften attraktive Fördermittel für verschiedene Projekte zu generieren. Voige: „Anders als damals werden heute auch Vorhaben gefördert, die man nicht sieht.“ Also nicht nur die Sanierung eines Zaunes oder eines ortsbildprägenden Gebäudes könnten bezuschusst werden, auch bauliche Maßnahmen im Innenbereich. „Wenn jemand zum Beispiel ein Nebengebäude zu einer zeitgemäßen Wohnung umgestalten möchte, wäre das unter Umständen förderfähig“, so Voige. Neben privaten Maßnahmen könnten im Rahmen des Programms aber natürlich ausdrücklich auch öffentliche Projekte realisiert werden.

Voige erläuterte weiter, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Teilnahme am Programm nur im Verbund mit anderen Orten möglich sei. Östlich der Aller liefe das vergleichbare Projekt „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Zahlreiche Maßnahmen seien dort bereits umgesetzt worden. „Ich bin von vielen Bürgern westlich der Aller angesprochen worden, die den Wunsch hatten, sich auch hier auf den Weg zu machen.“ So sei die Idee entstanden, die Orte Bosse, Frankenfeld, Hedern (Gemeinde Frankenfeld), Hülsen, Westen (Gemeinde Dörverden) sowie die Orte Wohlendorf, Stöcken, Rethem-Moor und die Stadt Rethem (Stadt Rethem) für das Programm zu einer „Dorfregion Aller-Wölpe“ zusammenzuführen.

Für die Erstellung der Antragsunterlagen (diese müssten bis 1. August eingereicht werden) solle ein Planungsbüro beauftragt werden. Die Kosten für die Gemeinden seien zunächst einmal überschaubar, weil es dafür eine Leaderförderung in Höhe von 65 Prozent gibt. Pro Gemeinde bliebe ein Beitrag von circa 1200 Euro. Sofern die Dorfregion in das Förderprogramm aufgenommen wird, sei ein Dorfentwicklungsplan zu erstellen und ein Büro mit der Begleitung des Prozesses zu beauftragen. Hierfür würden dann weitere Kosten entstehen, deren Höhe noch nicht beziffert werden könne. Voige sagte, er hoffe, dass sich die Corona-Situation bis Herbst soweit entspannt hat, dass öffentliche Infoveranstaltungen zum Thema möglich sind. Wenn nicht, solle man versuchen, Ideen im Rahmen eines Online-Verfahrens zu sammeln.

Vor der Abstimmung sagte Bürgermeister Hans-Dieter Orlovius an seine Ratskollegen gewandt: „Das nicht zu machen, wäre im Grunde unsinnig.“ Hans-Georg Meyer: „Es sei denn natürlich, man will keine Entwicklung. Dann muss das natürlich nicht machen. Dörfer, in denen 40 Jahre nichts passiert, haben auch einen gewissen Charme.“ Dass das wohl eher ironisch gemeint war, wurde bei der Abstimmung deutlich. Er votierte, wie alle anderen Lokalpolitiker, für eine Antragstellung. Als nächster Schritt im Verfahren stehen jetzt die Beschlüsse in der Gemeinde Dörverden und der Stadt Rethem an.

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