Räte verabschieden in gemeinsamer Sitzung Stellungnahmen zum SuedLink

Doch lieber eine Freileitung ?

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Rohre, in denen Erdkabel Strom transportieren sollen.

Rethem – Einstimmig verabschiedeten gestern der Samtgemeinderat Rethem und der Ortsrat Frankenfeld ihre Stellungnahmen zur Bundesfachplanung SuedLink. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Böhme, der während einer Sitzungsunterbrechung zusammenkam, sprach sich ebenfalls für eine Stellungnahme aus. Die Vertreter der einzelnen Gremien tagten am Mittwoch gemeinsam im Burghof Rethem.

Vorgesehen ist derzeit, dass der Korridor des Suedlinks die Samtgemeinde Rethem zwischen Böhme und Altenwahlingen sowie Bosse und Frankenfeld durchzieht, wo er die Aller quert.

„Der Korridor ist etwa 1 000 Meter breit, die reale Trasse später etwa 50 Meter“, erzählte Voige. Sei der Korridor endgültig festgelegt, lasse sich daran nichts mehr ändern. Deshalb sei es wichtig, Bedenken in der vorgegebenen Frist zu äußern.

In den jeweiligen Stellungnahmen geht es unter anderem um Abstand zu Ortslagen und Einzelhöfen, aber auch um Bedenken hinsichtlich der Auswirkung auf Flora und Fauna.

Der Böhmer Bürgermeister Gert Jastremski schlug vor, ein Beweissicherungsverfahren für den Straßenzustand mit aufzunehmen. „Unsere Wege halten dem Schwerlastverkehr während der Bauarbeiten nicht stand“, sagte er. Den Vorschlag nahmen auch die anderen Räte gerne auf. Das Verfahren solle auf Kosten des Bauherren durchgeführt werden. Zudem fordern die Räte, dass die Wege, die für den Trassenbau in Anspruch genommen werden, vor Baubeginn vom Vorhabenträger auf eine Nutzlast ausgebaut werden, mit der sie maximal in Anspruch genommen werden.

Der Frankenfelder Bürgermeister Hans-Dieter Orlovius bezeichnete es als schwierig, eine vernünftige Stellungnahme abzugeben, wenn es noch keine richtige Aussage gibt, wo’s langgeht und welche Entschädigung gezahlt werden soll.

Die Ratsmitglieder diskutierten die Möglichkeit, eventuell doch von einer Erdverkabelung abzuweichen und Freileitungen für die Trasse zu nutzen. Heinz Bäßmann, CDU, sagte, dass der Einschnitt in den Boden gravierend sei. Voige erläuterte, dass es auf Bundesebene die Aussage gebe, dass der SuedLink flächendeckend als Erdkabel verlegt werden soll. „Wir könnten mit aufnehmen, dass wir unseren Bereich als Freileitung wünschen.“ Er wies allerdings darauf hin, dass im Aller-Leine-Tal mittlerweile alle Freileitungen „nach unten“ verlegt worden seien. Wolfgang Leseberg, SPD, ergänzte, dass auf den ersten Tennet-Veranstaltungen vehement die Erdverkabelung gefordert worden sei. Aus ökologischen und optischen Gründen sei diese zu bevorzugen, zumindest auf Samtgemeinde-Ebene.

Thorsten Gudehus, CDU, vermutete, dass bei einer Umfrage die Erdverkabelung bevorzugt würde. „Die Auswirkungen auf den Boden sind derzeit nicht abzusehen.“ Er bat, in der Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass angemessen zu entschädigen sei. Hans-Jürgen Dammann, CDU, erzählte, dass der unterirdische Trassenverlauf wesentlich geringer entschädigt würde als Freilandleitungen. „Aber Temperaturen von 60 Grad Celsius werden Auswirkungen haben.“ Voige sagte, dass diese Befürchtungen schon oft geäußert worden seien, ihm aber nichts bekannt sei. „Die Auswirkungen auf den Ertrag sollen minimal sein.“

Zahlreiche Einwohner waren in den Burghof gekommen und stellten in einer Sitzungsunterbrechung Fragen zum Thema. Karsten Feldmann sagte, dass es mittlerweile an der Universität Göttingen ein Forschungsprojekt gebe. „Aber das braucht seine Zeit.“ Die Bosserin Renate Rodewald erzählte, dass sie „total gegen Erdverkabelung“ sei, obwohl ihre Flächen nicht direkt betroffen seien. Es gehe um riesige Bodenbewegungen. „Auch das Gebiet in der Allermarsch wird durchschnitten.“ Es werde eine Erderwärmung geben. Noch dazu sei unklar, wie lange die wesentlich teurere Erdverkabelung benötigt werde. „Es ist vieles in Bewegung. Vielleicht wird ja in einigen Jahren zurückgebaut.“ Aber auch gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Freileitungen solle man nicht außer Acht lassen.

Die Mehrheit des Samtgemeinderats sprach sich in einer Meinungsabfrage dagegen aus, den Freileitungsbau mit in die Stellungnahme aufzunehmen.  sal

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