Diskussion: Teure oder günstige Variante

Wie lange hält Sanierung vor?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rethem - Ein Grundsatzbeschluss über die Sanierung des Sportplatzes in Rethem stand am Dienstag auf der Tagesordnung einer gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss sowie Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde. Nach längerer Diskussion, die eine Menge Fragen aufwarf, beschlossen die Politiker bei zwei Enthaltungen die Sanierung – und zwar die so genannte kleine Lösung. Kritik wurde laut, dass es keine Zahlen gebe, um angemessen entscheiden zu können – weder für die kleine noch für die große Variante. Doch letztendlich spielte der Zeitfaktor und die Dringlichkeit die entscheidende Rolle.

Einig waren sich alle Politiker, dass der Schul- und Vereinssportplatz im Londypark in einem sehr schlechten Zustand ist. Für die Sanierung wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die festgelegt hat, was in welchem Umfang saniert werden soll. Auf dem Plan steht die Erneuerung der Tennenlaufbahn, des Naturrasenplatzes, der Weitsprung- sowie der Wurfanlagen.

„Bräuchten eigentlich

dritten Platz“

Bauamtsleiter Nils Schobeß berichtete, dass ein Walsroder Prüflabor bodenmechanische Untersuchungen durchgeführt habe. Werde die Oberbodenschicht abgetragen und der Platz neu aufgebaut, koste die Gesamtmaßnahme zirka 121000 Euro. Laut Beschlussvorlage dauert es zirka ein Jahr bis der Platz anschließend wieder bespielbar ist. Die Alternative mit Rollrasen solle geprüft werden. Lockere man den Boden lediglich auf und säe Sportrasen neu, koste dieses circa 9100 Euro, sagte Schobeß. „Die Frage ist, ob diese Variante wirklich nachhaltig wäre“, so Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige.

Wolfgang Leseberg, SPD-Ausschussmitglied und Vorsitzender des SVV Rethem, erklärte dass die Rollrasen-Variante eine schnellere Wieder-Bespielbarkeit des Platzes mit sich bringe. Er ging auf die Folgekosten ein. Die Frage, wann bei welcher Variante die nächste Sanierung fällig wäre, sei wichtig. Es fehlten exakte Zahlen. Stephan Lüchau, SPD, sagte, dass sich bei längerer Unbespielbarkeit die Frage stelle, wo Schüler und Vereine hinsollen.

Voige erwähnte die hohe Nutzungsintensität des Platzes und fragte, ob es fürs Training Ausweichmöglichkeiten gebe. Leseberg antwortete, dass der Verein bei Schlechtwetter einen zweiten Platz nutze. „Aber wir bräuchten eigentlich einen dritten.“ Voige befürchtete, dass sie wegen der hohen Nutzungsintensität keine nachhaltige Lösung hinbekämen.

Torsten Gudehus, CDU, erklärte, dass die große Variante siebenmal soviel koste wie die kleine. „Ich glaube nicht an eine Versiebenfachung der Nutzungsdauer.“ Er forderte eine bessere Strukturierung des Ganzen. Und auch Frank Leverenz, CDU, forderte. „Wir brauchen exakte Eckzahlen.“ Fakt sei, dass auch bei der großen Maßnahme der Sportplatz in einigen Jahren aussehen werde wie jetzt.

Britta Dietrich, CDU, sagte, dass sich alle einig seien, dass saniert werden müsse – egal, welche Zahlen. Da die Sommerferien vor der Tür ständen, sei es wichtig, den Grundsatzbeschluss zu fällen. Und Ausschussvorsitzender Heinz Bäßmann, CDU, erklärte, dass sie das ein Stückchen weiterbringen würde.

Nach einer Sitzungsunterbrechung erklärte Annette Schütz, SPD, dass sie ein allerletztes Mal bereit seien, einem solchen Grundsatzbeschluss zuzustimmen – und zwar der kleinen Lösung. Grund sei die Abwägung der Interessen und der Dringlichkeit. Lüchau stimmte dem nicht zu. „Der Platz ist noch bespielbar. Man muss so etwas auch mal aussitzen.“

Saniert werden soll der Sportplatz in den Sommerferien.

Zahlen: Kleine Lösung: Gesamtkosten in Höhe von 52000 Euro; darin enthalten sind 9100 Euro für die Sanierung des Rasenplatzes.

Große Lösung: Gesamtkosten 121000 Euro; davon entfallen rund 42000 Euro auf den Aufbau der Rasentragschicht und die Einsaat. Das Abtragen der Oberbodenschicht kostet für die Tennenbahn 8500 Euro und für den Rasenplatz 16500 Euro, zusammen rund 25000 Euro. Für die Sanierung des Rasenplatzes sind also circa 70000 Euro zu veranschlagen..

sal

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