Sitzung des Gemeinderates Frankenfeld

Diesel aus Gärresten in Bosse ?

Hedern - Das am heftigsten diskutierte Thema der Sitzung des Frankenfelder Rates stand nicht einmal auf der Tagesordnung. Es ging um eine „KDV-Anlage“. Ein Einwohner fragte, ob es eine solche in Bosse geben werde. 

KDV steht kurz für Katalytisch Drucklose Verölung. Bezeichnet wird so ein von Dr. Christian Koch entwickeltes Verfahren der Erzeugung von Dieselkraftstoff aus organischen Reststoffen.

Als Vorteil nannte Orlovius die kurzen Wege, um das Substrat, in diesem Fall Gärreste, heranzuschaffen. Da es sich um einen Versuch handele, angelegt auf drei Jahre, würden vermutlich aber auch andere Abfälle ausprobiert. Im Gespräch sei eine 150-Liter-Anlage. Diese könne 150 Liter Diesel pro Stunde erzeugen. Die Sorge eines Anwohners, dass Restmüll aus der Region herangeschafft werden müsse, um eine 1 .000-Liter-Anlage zu versorgen, konnte Orlovius ausräumen. Da direkt vor Ort verarbeitet werde, gehe er eher von weniger Verkehr aus.

Eine Einwohnerin wollte wissen, warum das Projekt ausgerechnet vor Ort sein müsse. Orlovius antwortete, dass er mal mit dem Entwickler zusammengekommen sei. Er könne sein Fachwissen einbringen.

Falls das Ganze konkreter werden sollte, werde es selbstverständlich in einer Bürgerversammlung vorgestellt und müsste vom Landkreis genehmigt werden.

„Da ist das ganze Dorf betroffen“

Die Bürger wünschten sich eine noch frühere Beteiligung, bevor eine fertige Planung vorliege. „Da ist das ganze Dorf betroffen“, so eine Einwohnerin. Sie sprach von einem „Ungetüm in der Landschaft“. Die Sorge, dass Stoff zusätzlich herangefahren werden muss, blieb bei den Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus Hedern zunächst bestehen.

Eine weitere Frage lautete, ob Emissionen entstehen. Dies verneinte Orlovius. Es blieben zwar gewisse Anteile Schwefel aus dem Mais übrig, doch die bräuchten die Pflanzen auch wieder.

Die Ratsmitglieder sprachen sich nach kurzer Diskussion einstimmig gegen die Beteiligung an der Stelle eines Wirtschaftsförderers bei der Samtgemeinde Rethem aus. „Wir haben nicht mal ein Gewerbegebiet“, sagte Hans-Georg Meyer.

Ziel: Preis konstant halten

Außerdem tauschten sich die Politiker zum Thema „Zukünftige Entwicklung der Kommunalen Strukturen in der Gemeinde Frankenfeld und der Samtgemeinde Rethem“ aus. Gemeindedirektor Cort-Brün Voige zog schließlich das Fazit: „Es wird kein aktueller Handlungsbedarf gesehen.“

Orlovius berichtete, dass die Bürger, die mit ihm gesprochen hätten, wollten, dass alles bleibe, wie es ist. „Sie sind mit der Verwaltung in Rethem zufrieden.“ Voige betonte, dass die Entscheidung über das Thema in den vier Räten getroffen werde, nicht am Stammtisch. „Es gibt vielfältige Möglichkeiten.“ Bomlitz fusioniere aufgrund der schlechten Haushaltslage. Die Situation stelle sich in den Mitgliedsgemeinden anders dar. „Es geht darum, Aufgaben aus eigenen Mitteln bewältigen zu können.“ Die Verwaltungskosten pro Einwohner stiegen in größeren Einheiten sogar an.

Auf Nachfrage von Hans-Georg Meyer betonte Voige, dass sich für die Bürger im ersten Schritt nichts ändere, wenn das Abwasserwesen, wie beschlossen, an die Kommunalservice Böhmetal übertragen werde. Ziel sei es, den Preis konstant zu halten.

Orlovius informierte, dass eine Senkung der Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer angedacht werde. „Vom Haushalt her wäre das möglich.“ Der Kämmerer habe Zahlen bis zum Jahr 2021 zusammengestellt. sal

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