Angeklagter fehlt unentschuldigt

Die eigene Berufung ausgebremst

Walsrode/Verden – Erst war es nur eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf einer Autobahn im Heidekreis. Die stellte sich zusätzlich als Fahren ohne Fahrerlaubnis heraus, und zur Krönung kam noch eine falsche Verdächtigung dazu. Dafür wurde ein 33 Jahre alter Angeklagter aus Stuhr vom Amtsgericht Walsrode zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Mann legte Berufung ein, kam aber nicht zur Verhandlung am Landgericht Verden, sondern schickte ein unzureichendes Attest. Damit hat er sich in dem Strafverfahren selbst ausgebremst. Seine Berufung wurde verworfen.

Weil der 33-Jährige nicht erschienen war, wurde das erstinstanzliche Urteil nicht verlesen. Meist ist es in diesen Fällen so, dass Fahrzeughalter auf dem Anhörungsbogen des Kreises eine andere Person als Fahrer angeben. Fliegt dies beim Abgleich der Fotos auf, folgt, wie in diesem Fall, nicht nur eine Verurteilung wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern zudem wegen falscher Verdächtigung. Die Geschwindigkeitsüberschreitung rechnet der Landkreis wie gewohnt ab.

Der einzige geladene Zeuge in dem Berufungsverfahren soll der Mann gewesen sein, der als angeblicher Fahrer angegeben worden war. Erst durch dessen Mutter, nicht durch den Angeklagten, hatte das Landgericht von der Erkrankung des 33-Jährigen erfahren. Die Frau habe angerufen, weil sie wissen wollte, ob ihr Sohn dennoch erscheinen muss. Der erkrankte Angeklagte habe ihren Sohn mit nach Verden nehmen wollen, denn dieser habe kein eigenes Auto, berichtete die Vorsitzende Richterin Marita Gudehus in der Sitzung dem Staatsanwalt.

Eine knappe Stunde vor Sitzungsbeginn war beim Gericht ein Attest eingegangen, dem jedoch weder die Art der Erkrankung noch die Symptome zu entnehmen waren. „Daraus ergibt sich keine Reise- und Verhandlungsfähigkeit“, stellte die Vorsitzende fest. Die Ärztin sei nicht zu erreichen gewesen.

Der Staatsanwalt beantragte, die Berufung zu verwerfen, dem folgte die 5. Kleine Strafkammer. „Es geht nicht mal aus dem Attest hervor, dass sich der Angeklagte bei der Ärztin vorgestellt hat“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Ausreichend entschuldigt wäre eine Verlegung des Termins kein Problem gewesen. Nun trägt der Angeklagte auch noch die Kosten des Berufungsverfahrens. Sollte sich noch erweisen, dass er tatsächlich verhandlungsunfähig war, kann er eine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen.  wb

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