Lebensmittel made in Frankenfeld: Foodtruck und Likör neue Standbeine auf dem Hof Poppe

Der Weg vom Ei bis ins Pasta-Mobil

Bodenhaltung: Poppe öffnet die Ställe.  
Foto: M. Haist
+
Bodenhaltung: Poppe öffnet die Ställe. Foto: M. Haist

Frankenfeld – Mittlerweile sind die Produkte vom Hof Poppe in vielen Supermärkten in der Region erhältlich. Die Eier, Nudeln und seit Kurzem auch der Eierlikör mit dem prägnanten grünen Schriftzug fallen schnell auf. Wo kommen diese Produkte eigentlich her? Für die Kreiszeitung hat Hofbesitzer Carsten Poppe die Türen geöffnet. Nicht nur die Nudelproduktion zeigt der Frankenfelder stolz, einen Blick in den Stall ermöglicht der Landwirt, ohne zu zögern. Und auch seine neueste Errungenschaft wird vorgestellt: das Pasta-Mobil.

Die Landwirtschaft an der Hederner Straße in der Samtgemeinde Rethem hat lange Tradition: 1437 wurde der Hof erstmals urkundlich erwähnt. „Ja, das ist schon ein bisschen her“, sagt Poppe schmunzelnd. Seine Familie habe den Hof bis in die 90er-Jahre hinein als Mischbetrieb mit verschiedenen Tierhaltungen geführt. „Früher hat meine Mutter die Eier noch von Haus zu Haus verkauft“, erinnert sich der Unternehmer. Dann habe sich die Familie nach und nach auf Hühnerhaltung spezialisiert.

„2002 habe ich den Betrieb übernommen und den ersten Stall im Außenbereich gebaut“, berichtet Carsten Poppe. Seitdem hat sich natürlich einiges getan. „Wollen Sie mal gucken?“, fragt der Landwirt und öffnet die Stalltür.

26 000 Hühner gehören derzeit zum „Team Poppe“ und legen circa 20 000 Eier am Tag. Der Betrieb hat sich auf moderne Bodenhaltung von Legehennen spezialisiert. „Hinter dieser Haltungsform stehe ich“, sagt der Frankenfelder und zeigt, wie seine braunen Hennen in ihren Volierenställen leben. Sie haben die Wahl, ob sie drinnen sein wollen oder durch Luken in den sogenannten Wintergarten gehen, wo sie frische Luft und echtes Sonnenlicht haben. Sie legen Eier in Nester, die mit einem Förderband verbunden sind. Auf diese Weise gelangen die Produkte direkt in die Halle, in der sie für den Verkauf sortiert und in die bekannten Pappschachteln verpackt werden. So landen sie in den örtlichen Supermärkten.

„Die Eier sind nach wie vor unsere Haupteinnahmequelle“, sagt Poppe. Seit 2006 gehen sie direkt in den Lebensmitteleinzelhandel. „Davor war Regionalität in den Supermärkten einfach noch nicht gefragt.“

Das zweite große Standbein der Poppes, die im Moment 18 Mitarbeiter beschäftigen, ist seit 2006 die Nudelproduktion auf dem eigenen Hof. „Wenn man Eier produziert, dann drängt es sich ja fast schon auf, eigene Nudeln zu machen“, so Poppe. Er habe da von Anfang an Lust zu gehabt. „Über Nudeln kann man mehr erzählen als über Eier“, sagt er schmunzelnd. Er öffnet die Tür zur Produktionshalle. Die Eier werden in Frankenfeld mit Hartweizen oder Dinkel zu Teig verarbeitet, zu verschiedenen Pastasorten geformt und dann getrocknet – anfangs noch in einem selbst gebauten Trockenschrank, jetzt in einer professionellen Maschine. „Die ist natürlich viel leistungsstärker.“ 300 Kilo Nudeln könnten Poppes am Tag produzieren. Deswegen treten sie jetzt zusätzlich als Dienstleister auf: Auch andere Eierproduzenten können hier ihre Nudeln herstellen lassen.

Carsten Poppe ist stolz auf sein goldgelbes Endprodukt: „Die Nudeln schmecken einfach gut und sie sind sehr sättigend.“ Seine Lieblingssorte seien die klassischen Spaghetti. „Die sind allerdings aufwändiger in der Produktion als zum Beispiel die Spiralnudeln und deswegen auch etwas teurer.“

Poppe möchte weitere Menschen für seine Nudeln begeistern. Deswegen wird er in Zukunft die Nudeln auch über den eigenen Foodtruck vertreiben. „Ich verspreche mir davon, dass das als Werbeplattform noch einmal ganz anders wahrgenommen wird.“ Im Pasta-Mobil können Mitarbeiter die Nudeln aus dem Aller-Leine-Tal portionsweise zubereiten und mit verschiedenen Soßen verfeinern. Mit dem Fahrzeug wollte Poppe eigentlich schon diesen Sommer auf Messen und Veranstaltungen unterwegs sein. Dass das coronabedingt derzeit nicht möglich ist, macht ihn etwas traurig. „Wir wollten damit zum Beispiel zum Walsroder Stadt- und Ginsengfest. Das wäre schön gewesen.“ Doch er hoffe jetzt auf Veranstaltungen im Herbst, um dort mit dem Pasta-Mobil für seine Produkte werben zu können. „Und vielleicht stellen wir uns im Sommer auch einfach mal irgendwo in eine Innenstadt, um die Shoppenden zu verköstigen.“

Von Reike Raczkowski

Wellenschnittnudeln aus eigener Produktion: Die Frankenfelder Pasta verkauft sich gut.
Das Pasta-Mobil macht derzeit coronabedingt noch keine größeren Ausflüge.
An der Nudelmaschine: Carsten Poppe blickt Mitarbeiterin Denise Lange über die Schulter.
20 000 Eier produzieren die Legehennen am Tag.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

So fährt sich ein E-Klapprad

So fährt sich ein E-Klapprad

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

Georgias Filmorten auf der Spur

Georgias Filmorten auf der Spur

Meistgelesene Artikel

Flüchtender Motorradfahrer

Flüchtender Motorradfahrer

Der Weg vom Ei bis ins Pasta-Mobil

Der Weg vom Ei bis ins Pasta-Mobil

Motorradfahrer schwer verletzt

Motorradfahrer schwer verletzt

Kundinnen überfallen

Kundinnen überfallen

Kommentare