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Heiner Meyer: „Deiche werden irgendwann brechen“

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Von: Klaus Müller

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Menschen sitzen auf Stühlen und Bänken auf einem Hof. Links ein Rednerpunkt und ein Redner.
Zahlreiche Landwirte aus dem Heidekreis waren zur Wahlkampfveranstaltung der FDP nach Kirchwahlingen gekommen. © Müller

Stefan Birkner war Gast einer Diskussionsveranstaltung der Kreis-FDP in Kirchwahlingen. 60 Besucher, überwiegend Landwirte, besprachen unter anderem die Themen Wolf, Auflagen in Naturschutzgebieten und Wassernotstand.

Kirchwahlingen – Stefan Birkner, FDP-Landesvorsitzender und Kandidat für die Landtagswahlen, hatte bei seinem Auftritt auf dem Spargelgut Meyer in Kirchwahlingen am Dienstagabend die mehr als 60 Besucher auf seiner Seite. „Wir müssen jeden Menschen in unserem Land ins Boot nehmen und dürfen die Landwirte dabei nicht vergessen“, sagte er und erhielt dafür viel Beifall.

Auch Heiner Meyer applaudierte. Er stammt von dem Hof in Kirchwahlingen und er warf in einem Grußwort der Politik und bestimmten Behördenbereichen auch im Heidekreis schwere Verfehlungen in der Vergangenheit vor. „Irgendwann werden die Deiche der Aller brechen, weil der Deichschutz immer wieder zurückgestellt wird“, warnte der Landwirt. Seinen Ausführungen folgte Birkner später in vielen Bereichen.

Es war die Stunde der großen Emotionen von vielen Landwirten, die sich freuten, dass sich mit Tanja Kühne eine Kreispolitikerin zur Landwirtschaft bekennt. Kühne, die vor zwei Jahren die Prüfung zur Jägerin erfolgreich abgelegt hat, brachte das heiße Thema „Wolf“ auf den Tisch, das zu einer ganzen Reihe von Wortbeiträgen führte. Birkner bekannte Farbe: „Wir müssen endlich eine deutschlandweite Bestandsaufnahme machen und das Jagdrecht auf den Wolf einführen. Denn sonst wird es bald keine Weidetierhaltung mehr geben.“

Weitere Themen waren beispielsweise die neuen Auflagen für die Landwirte in Natur- und Landschaftsschutzgebieten. „Lasst die Landwirte doch einfach machen, denn sie haben über Jahrhunderte richtig entschieden“, hieß es von den Teilnehmern.

Themen waren aber auch der verstärkte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der Wassernotstand in Regionen entlang der Aller oder auch gezielte Maßnahmen für die Waldbesitzer.

Kreislandwirt Jochen Oestmann aus Rethem fordert eine Tierwohlabgabe ein und und fand bei Birkner Unterstützung. Oestmann forderte, dass „Umweltpolitik mit allen Menschen auf Augenhöhe“ betrieben werden müsse.

Eine Geschichte am Rande des Abends sorgte schließlich noch für Gesprächsstoff: Holger Laue von der Raiffeisen-Centralheide hat sie aus Soltau mitgebracht: „Plötzlich ist ein offensichtlich schwerkranker Wolf aus einem Maisschlag herausgetreten. Man hätte ihn aufgrund seiner Verletzung erschießen müssen. Aber das durfte ich nicht, weil das Artenrecht vor dem Tierwohl entscheidet – wir dürfen keinen Wolf erschießen. Sonst machen wir uns strafbar. Und ich habe es dann auch nicht getan.“

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