Auf einmal geht es ganz schnell: Neubau zwischen Häuslingen und Altenwahlingen fast fertig

„Das ist schon mehr als nur ein Radweg“

Bürgermeister im Glück: Gert Jastremski, Kathrin Wrobel und Cort-Brün Voige (von links) könnten sich ein gemeinsames „Anradeln“ in der Weihnachtszeit durchaus vorstellen.
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Bürgermeister im Glück: Gert Jastremski, Kathrin Wrobel und Cort-Brün Voige (von links) könnten sich ein gemeinsames „Anradeln“ in der Weihnachtszeit durchaus vorstellen.

Häuslingen/Altenwahlingen – Drei Bürgermeister stehen an der Ampelkreuzung in Altenwahlingen und sehen zufrieden aus. Kein Wunder, können sie an diesem Tag doch in Augenschein nehmen, wie sich jahrzehntelange Bemühungen irgendwann auszahlen. Die Streckenführung des neuen Radwegs zwischen Häuslingen in Altenwahlingen ist schon jetzt, wenige Wochen nach Baubeginn, deutlich erkennbar. Und tatsächlich soll er noch in diesem Jahr fertig werden.

„Vielleicht können wir uns ja zwischen Weihnachten und Neujahr bereits zum Anradeln treffen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige schmunzelnd. Dr. Kathrin Wrobel, Bürgermeisterin von Häuslingen, und Gert Jastremski, ihr Amtskollege aus Altenwahlingen, freuen sich schon darauf.

Gebaut wird der Radweg entlang der an dieser Stelle viel befahrenen Landesstraße 159 von einer Fachfirma für die Niedersächsische Landesstraßenbaubehörde. Los ging es Anfang November, die Fertigstellung ist für Ende Dezember geplant. Der neue Radweg ist Teil des seit vielen Jahren gewünschten Lückenschlusses zwischen dem Lohberg und Hodenhagen. „Vor circa 25 Jahren wurde bereits das Teilstück von Wittlohe über Otersen, Ludwigslust bis nach Groß Häuslingen gebaut“, berichtet Voige.

Seit bald 20 Jahren engagieren sich die Akteure nun bereits für eine Umsetzung des aktuellen Projektes zwischen Häuslingen und Altenwahlingen. Konkret wurden die Planungen erstmals 2008, damals mit gleichlautenden Grundsatzbeschlüssen der Gemeinderäte in Böhme, Häuslingen, Hodenhagen, Kirchlinteln und der Samtgemeinde Rethem. „Seither wurden nahezu ununterbrochen Anstrengungen unternommen, zumindest dieses Teilstück zu realisieren“, so Voige weiter. Nicht ganz einfach sei es zu Beginn gewesen, einen geeigneten Schlüssel für die Kostenverteilung zu finden. Es befinden sich 1,25 Kilometer der Strecke in der Gemarkung Böhme und nur 0,5 Kilometer auf Häuslinger Gebiet. „Da aber beide Seiten gleichermaßen von dem Bau profitieren, hat sich die Gemeinde Häuslingen seinerzeit bereit erklärt, einen höheren Anteil der Kosten zu übernehmen.“

Was sowohl Jastremski als auch Wrobel eigentlich bis heute nicht richtig fassen können: Die Umsetzung hätte sich wahrscheinlich noch um Jahre verzögert, wenn nicht die beiden Gemeinden mit Unterstützung der Samtgemeinde in Vorleistung gegangen wären. Die Planungskosten – rund 32 000 Euro – wurden in voller Höhe von Häuslingen und Altenwahlingen übernommen. Die Samtgemeinde hat sich mit personeller Unterstützung beteiligt. Auf diese Weise wurde die Realisierung wahrscheinlich erheblich beschleunigt.

Die Bürgermeister der beiden Gemeinden haben außerdem viel Zeit in Gespräche und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern gesteckt und im Vorfeld die Bauerlaubnisvereinbarungen eingeholt. Im Großen und Ganzen sei das „relativ geräuschlos“ über die Bühne gegangen, so Wrobel.

Mit dem Bau werde nicht nur die Verkehrssicherheit an dieser viel befahrenen Straße erhöht, sondern auch einem Wunsch vieler Bewohner der umliegenden Orte Rechnung getragen. „Mal eben hier direkt an der Straße lang fahren, das machen viele Bürger derzeit einfach nicht“, berichtet Voige mit Blick auf die großen Lkw, die in diesem Augenblick gerade vorbei fahren. Wrobel stimmt zu: „Ich selbst fahre hier auch nicht mit dem Rad, das wäre mir zu gefährlich. Autofahrer sind leider oft rücksichtslos, und viele fahren hier mit sehr hohen Geschwindigkeiten.“ Jastremski fahre dagegen schon öfter mal mit dem Rad an der L 159 entlang. „Aber seien wir ehrlich: Mit kleinen Kindern würde man das nicht machen.“

Dass es in der Bevölkerung einen großen Wunsch nach einem sicheren Weg zwischen den beiden Ortschaften gibt, sei laut Voige auch bei den Treffen der „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ deutlich geworden. „Da wurde klar: Das ist für die Menschen schon mehr als nur ein Radweg. Dadurch entsteht noch einmal eine ganz andere Verbindung zwischen den Orten, da bin ich mir sicher“, sagt Voige.

Als nächstes Teilstück wird ein Radwegebau an der Landesstraße zwischen Altenwahlingen und Bierde angestrebt. Ein Grundsatzbeschluss dazu hat bereits der Rat der Gemeinde Böhme gefasst. Auch hier erklärt sich die Gemeinde dazu bereit, mit den Planungskosten in Vorleistung zu gehen, um den Bau zu beschleunigen. „Realistisch ist hier sicherlich erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehntes mit einer Umsetzung zu rechnen“, schätzt Voige. Im aktuellen Radwegekonzept des Landes von 2016 stünden die 5,5 Kilometer dieses Teilstückes im „Weiteren Bedarf“ – also in der zweiten Prioritätsstufe.

Von Reike Raczkowski

An der Ampelkreuzung über die B 209 müssen die Radler einmal die Straßenseite wechseln.

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