Spuren in den Herzen hinterlassen

Abschied von Maike und Diedrich Petzold: Dank für Dienst mit Leib und Seele

Abschiedsgottesdienst in St. Marien (v.r.): Superintendent Ottomar Fricke, Pastor Thorben Bernhardt (Vertretung in Rethem), Diedrich Petzold, Maike Becker-Petzold, Franziska Philipp (Lektorin) und Patron Matthias von Hodenberg. Fotos: Fred Raczkowski
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Abschiedsgottesdienst in St. Marien (v.r.): Superintendent Ottomar Fricke, Pastor Thorben Bernhardt (Vertretung in Rethem), Diedrich Petzold, Maike Becker-Petzold, Franziska Philipp (Lektorin) und Patron Matthias von Hodenberg.

Rethem - Von Fred Raczkowski. In einem bewegenden Gottesdienst in St. Marien hat die Rethemer Kirchengemeinde ihren Pastor Diedrich Petzold verabschiedet. Nach 16 Jahren Dienst in Rethem zwang ihn seine Krebserkrankung in den vorzeitigen Ruhestand. Dieser war eigentlich erst für Mai 2020 geplant.

Am Sonntagnachmittag hielt Petzold seine letzte Predigt in der voll besetzten Kirche. Es hieß auch Abschied nehmen von Pastorin Maike Becker-Petzold, die den Dienst in Rethem 2003 zusammen mit Ehemann Diedrich auf einer halben Pfarrstelle angetreten hatte. Die halbe Stelle wurde jedoch 2011 gestrichen. Seitdem ist Maike Becker-Petzold als Krankenhausseelsorgerin tätig, engagierte sich aber weiterhin ehrenamtlich in der Gemeinde.

Der Gospelchor stimmte die Besucher am Sonntag mit „Halleluja, Salvation and Glory“ und „Amazing Grace“ auf den Abschiedsgottesdienst ein, und Matthias von Hodenberg, Patron der Kirchengemeinde, sprach die Begrüßungsworte. In seiner Abschiedspredigt nahm sich Diedrich Petzold das dritte Kapitel des Buches Josua vor, den Gang über den Jordan in das gelobte Land: „Ein Übergang vom Nomadenleben zur Sesshaftigkeit.“ Aber beim „Gang über den Jordan“ denke man natürlich auch an das Sterben, an den Tod.

Diedrich Petzold musste viele Hände schütteln, hier mit Regina Vergöhl vom Kindergarten Rethem.

In seiner langen Pastorentätigkeit habe er viel mit Freud und Leid zu tun gehabt: „Viele Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten, aber natürlich auch viele Beerdigungen.“ Trotzdem sei das Thema Sterben für ihn persönlich immer weit weg gewesen: „Vater 94, Mutter 96 Jahre alt - mit diesen Genen musst du auch uralt werden, dachte ich.“ Doch dann wurde beim Blutspenden festgestellt, dass etwas mit seinem Blut nicht stimmt. „Da wurde mir klar, dass auch mein eigenes Leben begrenzt ist.“

Zusammen mit seiner Frau sei er sehr gern in Rethem gewesen, und er wolle auch im Ruhestand weiter Kontakte pflegen, zum Beispiel im Gospelchor mitsingen. Mit ihrem neuen Wohnsitz in Hodenhagen seien sie ja auch nicht allzu weit weg von Rethem. Zur Nachfolge im Pfarramt meinte Petzold, es gebe berechtigte Hofnung auf eine nicht allzu lange Vakanz: „Vielleicht kann die Stelle schon zum Sommer wieder besetzt werden.“

Er habe sich sehr auf diese Predigt von Diedrich Petzold gefreut, sagte Superintendent Ottomar Fricke bei der Verabschiedung des Pastors, dessen stets abwägende Haltung ihn immer sehr beeindruckt habe. Zum Abschied gab es zwei CDs. Diedrich Petzold kann jetzt „Amazing Grace“ von Aretha Franklin aus 1972 und 1982 hören.

Vikarin Anne Hallwaß bedankte sich musikalisch.

Für den Kirchenvorstand bedankte sich Gerda Meyer bei dem scheidenden Pastorenpaar: „Ihr seid immer um Harmonie und Ausgleich bemüht gewesen, hattet immer ein offenes Ohr. Danke für 16 Jahre Dienst mit Leib und Seele.“

Hände schütteln hieß es dann bei der Abschiedsfeier im Burghof. Mit einer auf Maike und Diedrich Petzold abgestimmten A-cappella-Show bereitete der Gospelchor den beiden Pastoren dort einen wunderbaren musikalischen Abschied.

In Grußworten kam die große Wertschätzung zum Ausdruck, die Petzold in erfahren hatte. Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige: „Er hat viele Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen.“ Das Schlusswort war Sophie Stelter vorbehalten, die sich dafür bedankte, dass Pastor Petzold ihr stets die Gelegenheit gab, eines ihrer „Rethemer Gedichte“ vorzutragen.

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