Hogreve: „Politisierung hat mich maßlos geärgert“

Burghof-Geschäftsführer wirft das Handtuch

Ernste Gesichter: Albrecht Hogreve (r.) mit den Vorstandsmitgliedern Frank Leverenz, Ute Dunker und Ingo Lauchstädt (v.l.).

Rethem - Albrecht Hogreve hat die Nase voll und wirft das Handtuch: Der Geschäftsführer des Burghofvereins hat zum 15. April gekündigt. Die Gründe nannte Hogreve auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend: Beim Thema Lärmschutz am Burghof (die VAZ berichtete) sei die Debatte mittlerweile vollständig aus dem Ruder gelaufen. Die Politisierung des Themas habe ihn „maßlos geärgert“, so Hogreve.

Dabei hatte Vorsitzender Frank Leverenz auf der Versammlung eine eigentlich recht positive Bilanz der Arbeit vorgelegt. Doch nachdem die Beschwerden über Lärm bei Burghof-Veranstaltungen immer mehr zunahmen, überstrahlte dieses Thema offenbar die gesamte Vorstandsarbeit. Vor allem der Vorschlag, ein Lärmschutztor mit einem Kostenaufwand von 10 000 Euro zwischen Burghof und von Behr‘schem Haus anzubringen, hatte zu heftigen und sehr kontroversen Debatten mit örtlichen Kommunalpolitikern geführt.

Von der Verwaltung war der Bau des Tores zwar ebenfalls empfohlen worden, aber Verwaltungschef Cort-Brün Voige hatte darauf hingewiesen, dass es damit in Sachen Lärmschutz keine Rechtssicherheit geben würde. Allerdings, so Vorsitzender Leverenz, sei von Vertretern des Landkreises auch deutlich gemacht worden, dass „der Einbau des Lärmschutztores zwar keine Rechtssicherheit gibt, aber eine gute und flankierende Maßnahme gewesen wäre, und somit auch ein Zeichen des Wohlwollens gegenüber der Anwohnerschaft“.

Zwischen dem Haus von Behr und dem Burghof sollte hier ein Lärmschutztor gebaut werden, um die akustische „Trichterwirkung“ zu den Wohnungen dahinter zu verhindern. - Fotos: Fred Raczkowski

Geschäftsführer Hogreve hatte jedenfalls genug von der nicht enden wollenden Debatte. Diese Gespräche des Vorstands mit Kommunalpolitikern seien für ihn „ausgesprochen frustrierend“ gewesen, der Begriff „Rechtssicherheit“ für ihn mittlerweile so etwas wie ein Unwort geworden: „Nach diesen nervigen Diskussionen mit den politischen Entscheidungsträgern sehe ich keinen Sinn mehr in meiner Arbeit. Ich bitte dafür um Verständnis.“

Eine Konsequenz der häufiger gewordenen Beschwerden über Lärm ist auch diese Entscheidung des Vorstands: Es werde keine Vermietungen mehr für private Veranstaltungen im Gewölbe geben, die über 22 Uhr hinausgehen. In Sachen Lärmschutz werde man nun, so Leverenz, zeitnah gemeinsam mit dem Landkreis nach einer Lösung suchen. Leverenz: „Es hilft wenig, den Streit der letzten Wochen fortzusetzen, allein schon im Interesse aller, die dieses Gebäude weiterhin als eine zusätzliche Attraktion in Rethem behalten und mit Leben erfüllen wollen.“ 

fra

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