Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel im Rahmen der Sommertour zu Besuch auf dem Hof Evers in Rethem-Moor

„Milchviehhalter leiden unter Russland-Boykott“

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Auf dem Hof der Familie Evers in Rethem-Moor (von links): Landwirte Heinz Bäßmann und Diethelm Evers, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Renate Rodewald und Reinhard Grindel.

Rethem-Moor - „Die Milchviehhalter unserer Region leiden unter dem Russland-Boykott. Der schwache Milchpreis hängt nicht mit dem Wegfall der Milchquote, sondern mit den Exporteinbußen nach Russland und China zusammen“, so Reinhard Grindel bei einem Besuch der Milchviehhalterfamilie Evers in Rethem-Moor. Der CDU-Bundestagsabgeordnete machte dort im Rahmen seiner Sommertour Station.

Tiefpreise von bis zu 23 Cent pro Liter habe es in der Vergangenheit trotz Quote bereits gegeben. Fehlende Absatzmärkte und steigende Produktionskosten, gerade auch beim Kraftfutter, seien die eigentlichen Probleme, die die Milchviehhalter umtrieben, berichtete Diethelm Evers.

Der niedrige Milchpreis habe seine Ursache in der Auswirkung politischer Entscheidungen, also müsse die Politik auch für deren Beseitigung sorgen, sah der Abgeordnete insbesondere die EU-Kommission gefordert. „Ich erwarte, dass bei der nächsten EU-Agrarministerkonferenz die Brüsseler Bürokraten ein Konzept vorlegen, das zu einer Stabilisierung des Milchpreises führt. Außerdem müssen die Milchbauern finanzielle Unterstützung erhalten“, so Grindel. Von einer Drosselung der Produktion nur in Deutschland hielt der Politiker nichts, weil dann andere europäische Milchproduzenten in den Markt einsteigen würden, der bisher von deutschen Milchbauern beliefert wurde. „Wir müssen hier gemeinsame europäische Lösungen finden, sonst werden unsere deutschen Milchbauern doppelt be-straft.“

Zudem sei der Druck auf der Fläche nach den Worten Grindels immer noch zu hoch. „Die Pachtpreise dürfen nicht ins Unermessliche steigen. Wir brauchen Maßnahmen gegen den Flächendruck, wie die Zulassung von Ausgleich für Flächenverbrauch in Geld und nicht durch guten Ackerboden.“

Zudem müsse man Maßnahmen ergreifen, den Druck industrieller Betriebe aus dem Raum Cloppenburg-Vechta in diese Region hinein zu begrenzen. „Ich bin sehr für gesundes Wachstum in der Landwirtschaft, aber Betriebe jenseits der 1000 Milchkühe oder Bullenmastplätze passen nun einmal im wahrsten Sinne des Wortes nicht in die Landschaft“, erklärte Grindel. Und Landwirt Heinz Bäßmann betonte: „Durch weniger Druck auf der Fläche könnten wir Landwirte in unserer Region Berufskollegen bleiben und müssten nicht zu Konkurrenten werden.“

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