Kommune fehlt die rechtliche Handhabe / Feuchtigkeit dringt ins Nachbargebäude

Brandruine sorgt für Ärger

Die Brandruine und das Nachbargebäude mit dem Schuhgeschäft. Hier dringt immer noch Feuchtigkeit ein. - Fotos: Elling

Rethem - Verkohlte Balken und Mauerwerk sind immer noch zu sehen. Seit das Gebäude an der Hainholzstraße in Rethem in der Neujahrsnacht 2017 abbrannte, ist nicht viel passiert. Doch die Optik der Brandruine ist nur ein Aspekt. Das angrenzende Schuhgeschäft wird durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Das beklagt die Eigentümerin Brigit Gomoll.

Es sei nicht abzusehen, dass sich etwas ändert, sagt die Rethemerin. Der durch Feuer und Löschwasser verursachte Schaden an ihrem Giebel sei mittlerweile beseitigt. Das habe ihre Versicherung übernommen. Problematisch sei die Feuchtigkeit, die immer noch ins Mauerwerk eindringe. Der feuchte Schutt der Ruine liege direkt an ihrer Mauer. Die Garage könne deshalb nicht mehr als Lagerraum für den Laden genutzt werden. Schuhkartons seien nass geworden. Die Pächterinnen des Schuhgeschäfts hätten angedeutet, die Miete mindern zu wollen.

Die Regale seien zwischenzeitig abgebaut worden und Handwerker im Einsatz gewesen, erzählt Gomoll weiter. Trockengeräte seien im Einsatz gewesen und Spezialfarbe gestrichen worden. „Nach acht Tagen ist die Feuchtigkeit wieder durchgekommen.“ Um dauerhaft Besserung zu erreichen, müsste der Giebel freigelegt werden. Doch der Eigentümer sehe sich dazu nicht imstande, sagt Gomoll. Auf Nachfrage erzählte dieser, dass er einen Anwalt eingeschaltet habe.

Dieter Vörtmann wohnt gegenüber und guckt täglich auf die Brandruine. Er sieht das Problem in den Rotsteinen. „Die saugen sich voll.“ Da die Sonne nicht bis nach unten dringe, könne der Schutt nicht trocknen.

Abgesichert ist das Areal.

Die Verkehrssicherheit ist hergestellt. Das Grundstück und die Ruine können nicht betreten werden. Einsturzgefahr besteht nicht.

Bürgermeister Frank Leverenz hat bereits die Ratsmitglieder auf das Thema aufmerksam gemacht. Rechtlich habe die Kommune allerdings keine Handhabe, etwas zu unternehmen, so lange niemand auf öffentlichem Grund geschädigt werde. Eigentlich gebe es nur zwei Lösungen. Bei der ersten setze sich Brigit Gomoll mit dem Eigentümer auseinander und schalte am besten ebenfalls einen Anwalt ein. Bei der zweiten kaufe die Kommune das Gebäude und sorge für den Abriss. Bei den finanziellen Belastungen und den Plänen der Stadt sei ein Ankauf allerdings schwierig, weiß Leverenz.

Ziel müsse es natürlich sein, die Brandruine zu beseitigen, fährt er fort. Diese sei „für die Außendarstellung Rethems ganz schlecht. Emotional bin ich auf der Seite von Brigit Gomoll.“ 

sal

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