Gemeinschaftsveranstaltung in Altenwahlingen

Borkenkäfer, Düngeverordnung und Internet „bis zur letzten Milchkanne“

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Jochen Oestmann sprach das agrarpolitische Grußwort.

Altenwahlingen – Schnelles Internet müsse es in Deutschland ja „nicht bis zur letzten Milchkanne“ geben, hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek im November gesagt. Dafür hat sie seitdem pausenlos harte Kritik, auch von vielen Parteifreunden, einstecken müssen. In Altenwahlingen gab es jetzt noch mal einen drauf.

Dafür sorgte der Rethemer Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige bei der traditionellen Gemeinschaftsveranstaltung von Landvolk und Land- und forstwirtschaftlichem Verein im Gasthof „Zur Linde“. Gerade im ländlichen Raum sei die sogenannte 5G-Mobilfunkversorgung flächendeckend notwendig, „natürlich bis zur letzten Milchkanne.“

Landvolk-Vorsitzender Jochen Oestmann, Rethem, ging in seinem agrarpolitischen Grußwort auf aktuelle Themen aus dem Bereich der Landwirtschaft ein. „In diesem Jahr werden wir uns intensiv mit der neuen Düngeverordnung zu beschäftigen haben“, sagte er vor seinen Berufskollegen. Das werde „nicht ohne Schmerzen“ gehen, aber gut daran sei zum Beispiel, dass die Landwirte nicht mehr unter Generalverdacht gestellt werden könnten: „Die schwarzen Schafe werden so herausgefiltert.“

Oestman wies außerdem darauf hin, dass der Entwurf der viel diskutierten Verordnung über das Schutzgebiet Aller-Leinetal jetzt öffentlich ausliegt. Die Unterlagen könnten ab sofort beim Landkreis, aber auch im Rethemer Rathaus bis zum 11. März eingesehen werden. Außerdem könnten die Unterlagen auf der Internetseite des Heidekreises unter www.heidekreis.de angeklickt werden. Oestmann: „Bei diesen Plänen haben wir für den Bereich Landwirtschaft große Zugeständnisse erreicht.“

Land- und Forstwirte aus der Region Rethem und ihre Gäste auf der Gemeinschaftsveranstaltung am Donnerstag in Altenwahlingen. 

Extreme Trockenheit und Stürme hätten der Forstwirtschaft im vergangenen Jahr große Schäden zugefügt. „Das größte Problem waren die Borkenkäfer in den Fichten“, berichtete Kai Hildebrandt von der Bezirksförsterei Allertal. Allein in seinem Bezirk habe es 5 000 Festmeter Käferholz gegeben: „Das ist ein Drittel des regulären Einschlags.“ Hildebrandt riet den Forstwirten, doch noch einmal in den Wald zu schauen, ob Borkenkäferbefall vorhanden sei: „Wer sich nicht sicher ist, sollte sich einfach mal beim zuständigen Förster erkundigen.“

Im Laufe der Versammlung ging es auch um einige Regularien des Land- und forstwirtschaftlichen Vereins. Vorsitzender Carsten Poppe wies unter anderem auf den am Wochenende stattfindenden landwirtschaftlichen Ball im Altenwahlinger Gasthaus „Zur Linde“ hin. Beim 178 Mitglieder zählenden Verein hoffe man für den Ball wieder auf ein volles Haus wie im Vorjahr.

Norbert Haase aus Dorfmark war für den traditionellen Fachvortrag der Veranstaltung zuständig. Auf vielen Reisen in das frühere Ostpreußen mit dem Zentrum Königsberg, heute die russische Exklave Kaliningrad, hat Haase viel über Land und Leute gelernt. Etwa 180 000 Hektar Ackerfläche würden dort brach liegen, obwohl es unter Putin seit 2017 einen politischen Zwang zur Rekultivierung von Ackerflächen gebe. Haase: „Und zwar innerhalb von drei Jahren, sonst droht Enteignung.“

In vielen Gesprächen und Begegnungen in bäuerlichen Betrieben hörte Haase immer wieder große Klagen über amtliche Gängelei und völlig überzogene Kontrollen durch staatliche Stellen: „Das scheint dort noch schlimmer als bei uns zu sein. Es kann alles zerfallen, aber der Beamtenapparat bleibt – wie ein Fels in der Brandung.“  

fra

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