Imker-Vortrag

Biene und Mensch – eine uralte Verbindung

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Imker Wilhelm Haase-Bruns

Rethem - „Wenn du die Schöpfung studieren willst, musst du zu den Bienen gehen.“ Mit diesem Ausspruch von Johann Wolfgang von Goethe leitete der Imker Wilhelm Haase-Bruns aus Luttum seinen Vortrag zum Thema „Rund um die Biene“ ein, den er vor den Landfrauen aus Rethem und Umgebung hielt.

Die Teilnehmerinnen erfuhren, dass es seit 40.000 Jahren eine Verbindung von Menschen und Bienen gibt. Schon bei den Indianern habe die Biene als Symbol der Fruchtbarkeit gegolten – dank der Bestäubung der Pflanzen. Die Ägypter hätten dem Honig besondere Heilfähigkeiten zugesprochen und die Bienen „Quelle der Unsterblichkeit“ genannt. Bei den Germanen wurde das „Bienenbrot“ verarbeitet, das von den Insekten aus dem mit hochwertigen Eiweiß versehenen Pollen und einer Milchsäuregärung erzeugt wird.

Bienenvölker haben einen eigenen „Fußabtreter“

Die Biene, die auch das Symbol der Landfrauen darstellt, „sorgt klug vor und bewegt sich vorausschauend“, so Haase-Bruns in seinen lebhaft und heiter vorgetragenen Ausführungen.

Die Begattung der Biene erfolge durch bis zu zwölf Drohnen. Damit gingen unterschiedliche genetische Eigenschaften in das Bienenvolk ein. So werde das Überleben des Volkes garantiert.

Die Bestäubungsleistung der Insekten trage zur Förderung der Pflanzenvielfalt, der Biodiversität, bei, erläuterte der Imker. Ohne vernünftige Bestäubung gebe es nur kleine, schlechte Früchte. Daher sei es wichtig, Blühflächen zu schaffen, Spritzmittel zu vermeiden und „die Schöpfung zu wahren“.

Propolis, das Schutzharz der Bienen, sorge für die Gesunderhaltung des Bienenvolkes. Mit diesem „Fußabtreter“ aus Wachs von den Bäumen, Pollenanteilen, ätherischen Ölen und Speichelsekret reinige die Biene ihr „Haus“. Dieser Stoff wirke antibakteriell und entzündungshemmend und sei somit Bestandteil der Bienenmedizin. Pollen (Desensibilisierung bei Allergien, Wachstumsförderung bei Kindern), Wachs (Herstellung von Salben, Wundheilung) und Honig wirkten ebenfalls heilend.

Lob für regionale Produkte

„Honig hilft jedem, da er über 100 verschiedene Wirkstoffe enthält“, sagte Haase-Bruns. Er fördere die Wundheilung, helfe bei leichten Handverletzungen, wirke sich günstig auf Herz und Kreislauf aus, mildere Pollenallergien, sei günstig bei Bluthochdruck und bei Leberentgiftung. Besonders regionaler Honig erziele diese Effekte.

Haase-Bruns, der seit 25 Jahren imkert, ging im Vortrag auf sein Engagement für die Bienen und die Gesunderhaltung der Natur ein. Damit passte das Thema sehr gut zur Erntedankversammlung der Landfrauen.

Die Vorsitzende Rita Oestmann erwähnte die Problematik des Erntedanks in einer industrialisierten, satten Gesellschaft und dass es darauf ankomme, Menschen für die Dankbarkeit über eine gute Ernte und die Wertschätzung von Lebensmitteln zu sensibilisieren. Die „Früchte der Ernte“ waren von den Altenwahlinger Landfrauen in ihrem Tischschmuck verarbeitet worden.

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