Besucher aus Böhme auf dem Truppenübungsplatz Bergen

Über Rekultivierung und Schießscheiben

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So sieht es auf den Schießbahnen (Ranges) aus.

Böhme/Oerbke - Eine sieben Stunden lange Rundfahrt über den Truppenübungsplatz unternahmen Teilnehmer aus Altenwahlingen, Böhme und Bierde. Hinrich Baumann, ehemaliger Vorsteher des gemeindefreien Bezirks Osterheide, beeindruckte die Gäste bei seiner Führung durch Liebe zum Detail und fundierte Kenntnisse der Geschichte. Und Reiseleiter Günter Homann bedankte sich am Ende für einen „Tag mit einer Menge uns bislang nicht bekannter Informationen“.

Die Tour über den Platz war auf Anregung aus der Bevölkerung, aber insbesondere auf Initiative von Böhmes Ex-Bürgermeister Heinz-Wilhelm Korte zustandegekommen. Baumann stieg in Oerbke in den Bus und führte seine Zuhörer zunächst zum Friedhof der Namenlosen. 30000 Kriegsgefangene, die meisten aus Russland, aber auch aus Frankreich haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.

Baumann erläuterte, dass Flächen lange Zeit landwirtschaftlich genutzt worden seien. Doch jetzt gehe es eher um Rekultivierungsmaßnahmen. Renaturalisierung werde ganz groß geschrieben. Der Truppenübungsplatz sei ein Arbeitsbereich, in dem mehr als 800 Menschen beschäftigt seien.

Weiter ging es zur Schießbahn 1 A und zum Scheibenhof in der Nähe des Lagers Hohne. Hier werden die Schießscheiben, an denen großer Bedarf besteht, zusammengezimmert und bemalt. Sie dienen als Ziele auf den mehr als 20 Schießbahnen.

Nach der Mittagspause gab es am unbewohnten Schloss Bredebeck einen Einblick, wie die britischen Offiziere gelebt haben. Unklar sei, wie das imposante Gebäude künftig genutzt werden solle, so Baumann.

Welche Mühe man sich bei der Rekultivierung gibt, wurde am Transee im Ostenholzer Moor offensichtlich. Hier soll eine abgetorfte Fläche wiedervernässt werden.

Aber noch war man nicht am Ende der Reise. Es gab Infos zur Geschichte der Ostenholzer Kirche, und auf der Range neun, der größten auf dem Nato-Übungsplatz, konnten sich die Gäste ein letztes Mal die Beine vertreten. Überraschend war der Waldbestand auf dem Platz mit riesigen Buchen und Eichen, Rehen und Schwarzwild am Straßenrand und sogar einem Fischadler. Denn erwartet hatten die meisten sicherlich Panzer, explodierende Granaten und Ödland – wie auf den Schießbahnen auch zu finden.

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