16-Jährig geht mit dem Programm in die USA

Besser keine Gespräche über Religion, Sex und Politik

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Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil hat sich für Kira Sündermann eingesetzt 

Rethem - Noch ist Kira Sündermann aus Rethem nicht aufgeregt. Sagt sie zumindest. Für sie geht es kommende Woche für ein Jahr in die USA, nach Minnesota, nahe Kanada. Die 16-Jährige lässt für ihren Aufenthalt in der Nähe von Perham ein Jahr Gymnasium in Walsrode sausen.

Sie hatte sich vergangenen Herbst für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) des Bundestages und US-Kongresses beworben, das sie im Internet entdeckt hatte. Und es hat geklappt, sie bekam das Stipendium. Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil (SPD) ist ihr Pate und hat sie aus den Bewerbern ausgewählt, „weil sie für ihre 16 Jahre sehr stabil wirkt und ihr ganzes Engagement passte“.

Kira Sündermann war stellvertretende Schülersprecherin und Mitglied im Kreisschülerrat, gibt Nachhilfe, läuft, spielt Volleyball, hat Standard-Paartanz gemacht und reitet. Deshalb freut sie sich besonders auf die vier Pferde ihrer Gastfamilie. „Die Tochter macht beruflich etwas mit Pferden, da kann ich bestimmt etwas lernen“, sagt sie. Von ihrem Leben in Deutschland musste sie eine Fotocollage erstellen und in die USA schicken. Damit ihre „Welcome family“ einen Eindruck von ihr hat.

Vegetarierin trifft auf Jäger

Ob sie in dem 3.000 Einwohner starken Perham bleiben wird, ist noch unklar, das wird die Familie später entscheiden. Sollte Kira in ihrem neuen Zuhause nicht zurecht kommen, kann sie allerdings ebenfalls beantragen, einer neuen Familie zugewiesen zu werden. „Ich bin Vegetarierin und die jagen und fischen ganz viel.“ Da sei es spannend, ob und wie das Zusammenleben funktioniere. Besuch aus Deutschland darf sie im ersten halben Jahr nicht bekommen.

„Meine Motivation ist, etwas Neues zu erleben und meine Englischkenntnisse zu verbessern“, sagt die Schülerin, die in Deutschland ihr Abitur nachholen will. In Perham wird sie die Schule besuchen und nebenbei noch einer freiwilligen Arbeit nachgehen, die sie sich vor Ort suchen kann und die sinnvoll sein muss. Das ist Bestandteil des Programms. Finanziert werden ihr Flug, Visum und Schulgeld. Ihre Eltern müssen 200 Dollar Taschengeld beisteuern.

Auflagen gibt es bei dem Stipendium natürlich auch: Kira Sündermann darf dort keinen Führerschein machen beziehungsweise sich nicht motorisiert bewegen und empfohlen wurde ihr, sich nicht in Gespräche über Religion, Sex und Politik verwickeln zu lassen.

Jetzt freut sich Kira Sündermann auf viele neue Eindrücke und neue Freundschaften. Doch zunächst ist sie sehr gespannt auf ihren Kurzaufenthalt in Washington DC. Dort trifft sie sich mit Mitarbeitern der Organisation, Gleichgesinnten und amerikanischen Abgeordneten bei einem Vorbereitungsessen.

Am 6. September beginnt für sie dann die Schule in Perham, wo sie gleich mittendrin in der heißen Phase des amerikanischen Wahlkampfes sein wird. 

bd

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