Parvin Hemmecke-Otte informiert Landfrauenverein Rethem über das Leben im Iran

Nur der Beruf der Richterin bleibt tabu

Die Referentin Parvin Hemmecke-Otte.

Rethem - Die gebürtige Iranerin Parvin Hemmecke-Otte referierte bei den Rethemer Landfrauen im Hotel Helms zum Thema „Leben zwischen zwei Kulturen“.

Zu Beginn der Veranstaltung zeigte die Referentin auf einer Landkarte den Iran, mit ihrem Geburtsort Kerman. Dort wuchs sie auf und ging zwölf Jahre zur Schule. Zu einem agrarwirtschaftlichen Studium kam sie, wie ihr Bruder zuvor, nach Kassel. Während des Studiums lernte sie ihren Ehemann, Landwirt im Altkreis Braunschweig, kennen. Er betreibt Ackerbau und vermarktet Weihnachtsbäume. Inzwischen lebt sie seit über 30 Jahren in Deutschland.

Hemmecke-Otte kennt beide Kulturen. Sie möchte das falsche Bild ihrer alten Heimat durch Vorträge ändern und nicht nur das Land Iran, sondern auch die Stellung der Frau positiv darstellen.

Parvin Hemmecke-Otte ist kurz nach ihrer Heirat in den Landfrauenverein eingetreten und gleich als Ortsvertrauensfrau gewählt worden. Drei Jahre danach wurde sie erste Vorsitzende der Kreislandfrauen im Altkreis Braunschweig. Das Amt übt sie bereits seit 14 Jahren aus.

Zu Beginn ihrer Zeit in Deutschland erlitt sie einen kleinen Kulturschock. Es gebe hier nicht nur einen ganz anderen Kleidungsstil ohne Kopftuch oder bedeckte Beine und Füße, sondern auch wesentlich mehr Freiheiten, beispielsweise das Küssen in der Öffentlichkeit. Im Iran würden alle älteren Personen gesiezt, deshalb sei ihr das Duzen erst schwergefallen.

Zunächst habe sie Deutsch lernen müssen, so die Referentin, da ihre Muttersprache Persisch beziehungsweise Farsi sei. Auch die Buchstaben und Schrift habe sie neu lernen müssen. Ihr älterer Bruder habe während ihres internationalen Studiums nach Familiensitte auf sie aufgepasst.

Anhand einer Diashow zeigte Hemmecke-Otte Bilder von Landfrauen-Reisegruppen, die sie für circa 14 Tage im Iran begleitet und geführt hat. Dazu gab es viel Insiderwissen. Bilder von überdachten Basaren, Moscheen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Teehäuser, Hamam, ein Backhaus sowie Blumengärten beeindruckten die Landfrauen.

Die Familie von Parvin Hemmecke-Otte besitzt eine Pistazienfarm in Kerman. Die Pistazien der Familie von Parvin Hemmecke-Otte werden in Bremen geröstet und gesalzen.

Frauen könnten im Iran alle Berufe ausüben, bis auf den der Richterin, so die Referentin. Das gestattet der Staat nicht, da er die Meinung vertrete, eine Frau entscheide nicht nur mit dem Kopf, sondern eher mit Herz und Bauchgefühl. 62 Prozent aller Frauen studierten dort. Ab dem Alter von sieben Jahren müssen die Mädchen ein Kopftuch tragen. Es gibt getrennte Schulen für Jungen und Mädchen. Der wöchentliche Ruhetag ist Freitag. Alkohol ist verboten.

Nach diesem Vortrag regten einige Besucherinnen an, an einer Gruppenreise mit Hemmecke-Otte in den Iran teilzunehmen. Interessenten können sich bei Renate Rodewald, Telefon 05165/3990, E-Mail renaterodewald@ web.de, melden.

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