Warum der Heidehonig etwas mehr kostet

Besuch bei der Hobbyimkerin und Bienenallergikerin Flori Jastremski und ihrem Völkchen

Flori Jastremski ist seit einigen Jahren Hobbyimkerin in Altenwahlingen. Ihr Mann Bernd hilft ihr bei dieser manchmal doch sehr anstrengenden Arbeit, vor allem dann, wenn im September die Ernte des Heidehonigs beginnt.
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Flori Jastremski ist seit einigen Jahren Hobbyimkerin in Altenwahlingen. Ihr Mann Bernd hilft ihr bei dieser manchmal doch sehr anstrengenden Arbeit, vor allem dann, wenn im September die Ernte des Heidehonigs beginnt.

Altenwahlingen – Es ist einer der schöneren Augusttage in diesem Jahr, leicht warm auch am Abend noch, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel, die Nacht wird kühl werden. Wir sind im Werdel, einem Waldgebiet irgendwo neben Altenwahlingen, und stehen vor den Bienenkästen in freier Natur. Hier hat die 44-jährige Hobbyimkerin Flori Jastremski den Nachwuchs ihrer zehn Völker untergebracht, direkt neben einem Blühfeld und neben einigen Akazien, die die Frau, die einmal aus Rumänien an die Aller kam, vor einigen Jahren selbst eingepflanzt hat.

Auch bei den Bienen scheint Abendstimmung zu herrschen. Es ist kein großer Betrieb mehr, aber morgen, wenn es warm wird und die Temperaturen über 20 Grad steigen, geht es wieder hinaus in „Mutter Natur“, um für den Heidehonig, der im September aus den Waben entnommen wird, zu arbeiten.

„Ich mag dieses fleißige Bienenenvolk“, so Jastremski. Zweimal in der Woche ist sie bei ihren Völkern, die hauptsächlich nahe den sieben Steinhäusern bei Ostenholz mitten in der blühenden Heide stehen. Schaut, hofft dass nicht zu viele Spinnen den kleinen fleißigen Tieren das Leben schwer machen und bleibt oft und lange weit ab vom normalen Geschehen in einer unglaublich schönen Landschaft. „Ich genieß es einfach, da zu sein, Natur mit Wacholder, Heide und viel Wald zu erleben. Den gab es in meiner Heimat nicht, da war alles nur flach.“

Jastremski ist nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen, sagt sie. Früher gehörte sie einer Heidelbeerpflücker-Mannschaft an, die im Lichtenmoor tagein, tagaus auf den Plantagen arbeitete. Später musste das Team aus Rumänien umziehen und kam auf den Hof Jastremski mitten in Altenwahlingen. Dort lernte sie Bernd Jastremski kennen und mögen. Beide kamen sich schnell näher und sind heute ein glückliches Paar mit einer sehr aufmerksamen Tochter.

Hier ist das „Bienenlager“, direkt neben alten Bienenständen auf dem Hof der Jastremskis, integriert.

Eigentlich müsste sie mit den Bienen überhaupt nichts im Sinn haben. „Ich habe eine Allergie gegen Bienen.“ Aber manchmal drehen sich die Uhren eben anders. „Als in der Zeitung ein Imkerkurs des Imkervereins Ahlden angeboten wurde, habe ich sofort zugegriffen. Ich mag diese kleinen, fleißigen Völkchen, auch wenn ich an vielen Tagen um 4 Uhr aufstehen und zu den Bienenkästen fahren muss.“

Sie lernte schnell und gut und besitzt heute zehn gestandene, gesunde Völker, mit denen sie in der Heide unterwegs ist. Der 62-jährige Altimker Henning Bunke aus Groß-Eilstorf steht ihr bei ihrer Arbeit zur Verfügung und gibt ihr viele wertvolle Tipps. „Ich habe ihm viel zu verdanken.“ Er sei „Schuld“ daran, dass es mittlerweile gleich mehrere Honigsorten aus Altenwahlingen gibt. Und Bernd Jastremski sorgt dafür, dass das auch die Umgebung weiß. „Ich bin quasi ein Marketing-Mensch“, lächelt er zufrieden.

Flori Jastremski habe in ihrem „Bienenleben“ schon viele Stiche hinnehmen müssen. „Klar, ich war zweimal damit im Krankenhaus gewesen, aber es war nicht weiter schlimm“, erklärt sie.

Zweimal in der Woche ist Jastremski bei ihren Völkern, die hauptsächlich nahe den Sieben Steinhäusern bei Ostenholz stehen.

Die Honigernte in diesem Jahr sei bisher leider nicht so gut gewesen. Kälte und Nässe sorgten dafür, dass es eine schlechte Ernte beim Rapshonig, aber auch bei der Frühtracht und der Sommertracht gab. Viel besser läuft allerdings die Heideblüte, von der sich die Jastremskis viel versprechen. „Wenn die Sonne noch einige Tage hält, wird es gut werden.“ Mitte September geht es an die Ernte. Dann kommen die neuen teuren Geräte im Schleuderraum zum Einsatz. Zurzeit wird die Einrichtung noch vorbereitet.

„Heidehonig ist aufwendig in der Herstellung. Er ist kräftiger, nicht ganz so süß und muss besonders behandelt werden. Und es gibt nicht ganz so viele Heideflächen im Land.“ All das schlage sich auch im Preis nieder. Kostet der eher herbe Honig zwischen 10 und 13 Euro, ist der Rapshonig beispielsweise schon für fünf Euro zu haben. Aber dafür hat man eine wahre Delikatesse oder wie es Flori nennt, „ein so leckeres Gelee“, in der Hand.

Für Jastremski steht fest, dass sie ihrem Bienen-Hobby weiterhin nachgehen wird und sie will dafür sorgen, dass das kleine Dorf an der Aller im Sommer eine Millionen Einwohner mehr bekommt. Denn dann werden die Bienenvölker ihre Hochzeit haben.

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