Ausbildungsmarkt 2019/20 im Agenturbezirk

Azubi und Betrieb finden sich nicht

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Heidekreis – „Weniger Lehrstellen der Betriebe, weniger Jugendliche und die mit Corona einhergehende Herausforderung, die Ausbildungswünsche der Jugendlichen und die angebotenen Ausbildungsstellen in Einklang zu bringen“, so bilanziert Agenturchef Sven Rodewald den Ausbildungsmarkt 2019/20 im Bereich der Agentur für Arbeit Celle in einer Pressemitteilung.

Von Oktober 2019 bis September 2020 habe die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen abgenommen und bei 2 087 gelegen – eine Abnahme von 55 zum Vorjahr. Gleichzeitig habe sich die Zahl der Bewerber verringert. Insgesamt 2 009 habe die Agentur mit ihren Beratungseinrichtungen in Celle, Hermannsburg, Soltau und Walsrode gezählt. Das seien 195 weniger als im Vorjahreszeitraum gewesen. Am Ende des Berichtsjahres seien 189 Bewerber noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen. Gleichzeitig habe es 209 unbesetzte Stellen gegeben. „Das Angebot ist da, doch fehlen passende Bewerber“, erzählt Rodewald.

Aus Sicht der Ausbildungsunternehmen zeige sich der Markt nicht nur durch die Pandemie recht angespannt. Die Absolventen der Sekundarstufe II entschieden sich nicht immer für die duale Ausbildung, auch weil sie sich nicht früh entscheiden wollten und noch Informations- und Beratungsbedarf hätten. Unterstützung gebe es durch die Agentur oder die Teilnahme am Selbsterkundungstest www. check-u.de. Auswirkungen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt seien sichtbar. „Trotz aller Unsicherheiten am Ausbildungsmarkt sollten Unternehmen daran festhalten, jungen Menschen einen Eintritt in die Ausbildung zu ermöglichen“, so Rodewald.

„Junge Menschen auszubilden, heißt, die Zukunft zu sichern und dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Das wissen die Unternehmen, und das spiegelt sich in den aktuellen Ausbildungsbemühungen wider“, sagt Sönke Feldhusen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg. „Insgesamt verzeichnet unsere IHK Lüneburg-Wolfsburg zum 28. Oktober 3 614 neue Ausbildungsverträge. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 10,6 Prozent weniger. Allerdings hat dies auch mit der Rückkehr von G8 auf G9 und den damit verbundenen geringeren Schülerzahlen zu tun.“ Im Heidekreis betrage das Minus im Vorjahresvergleich 5,4 Prozent, insgesamt seien in IHK-Berufen 473 Verträge neu abgeschlossen worden. Feldhusen: „Die Betriebe erhalten ihr Engagement im Bereich Ausbildung, so gut es geht, aufrecht.“ Coronabedingt habe sich die Bewerbungsphase verzögert.

Der Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen sei hoch, und doch hielten Betriebe an ihren hohen Erwartungen gegenüber künftigen Lehrlingen fest, so Rodewald. „Wer vermeintlich leistungsschwächeren Bewerbern eine Chance gibt, erhöht die Auswahl und erhält verschiedene Angebote der Arbeitsagentur. Unternehmen sollten die Ausbildungsstellen unter 0800/4555500 oder per E-Mail an celle.arbeitgeber@arbeitsagentur.de melden. Auch am Ende des Berufsberatungsjahres meldeten sich noch Jugendliche, die zum Beispiel keinen Studienplatz erhalten oder eine weiterführende Schule abgebrochen hätten.

Im Handwerk hätten die Zahlen in der Region Lüneburg, zu der die Landkreise Celle und Heidekreis gehören, Ende September mit 1 292 neuen Ausbildungsverträgen 15,7 Prozent unter der Vorjahreszahl gelegen. Mittlerweile sei die Zahl der Verträge auf 1 595 gestiegen und befinde sich fast auf Niveau von 2019 (1 629). „Das Zusammenfinden von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben hat sich zeitlich nach hinten verschoben“, erklärt Günter Neumann, Leiter Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.

„Besorgen Sie sich einen Beratungstermin“, legen alle Akteure nahe. Das gehe am schnellsten mit einem kostenfreien Anruf im Service Center der Agentur unter 0800/4555500 oder 05141/961750 oder unter www.berufsberatung.de/kontakt.

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